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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Brücken zwischen Kulturen bauen
Zwischenüberschrift:
Das Ehepaar Refik und Yelda Karagöz engagiert sich im Verein „Wir in Atter″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn es um die Realisierung von Projekten geht, läuft es bei Yelda und Refik Karagöz oft so ähnlich ab: Yelda hat eine Idee und erzählt ihrem Mann davon, und der ist begeistert und unterstützt sie. Oder er ist gleich selbst bei dem Projekt dabei.

Osnabrück. Das Ehepaar engagiert sich seit fast zehn Jahren im Verein Wir in Atter″. Alle zwei Wochen an einem Mittwochnachmittag ist Yelda Karagöz, die als Betreuerin in einem Flüchtlingsheim arbeitet, Gastgeberin vom Internationalen Teeklatsch″.

Im Stadtteiltreff in der ehemaligen Atterkirche treffen sich dann Frauen aus verschiedenen Ländern wie der Türkei, Deutschland, Syrien und dem Libanon, um zu klönen, Vorträge oder Musik zu hören, zu singen und zu tanzen. Beide, Yelda und Refik Karagöz, organisieren außerdem alle zwei Jahre einen Austausch zwischen einer türkischen Bildungsstiftung aus ihrer früheren Heimatstadt Iskenderun und dem Verein Wir in Atter″ in Osnabrück.

Refik Karagöz kam bereits als Neunjähriger aus der Türkei nach Deutschland. Seine Frau lernte der Zerspanungsmechaniker in der Türkei kennen, die beiden heirateten 1992. Yelda durfte aber erst zwei Jahre später zu ihm nach Osnabrück ziehen. Die beiden haben vier Kinder, der jüngste Sohn ist 15 Jahre alt.

Aus einer Initiative zum Erhalt des Treffpunkts Atterkirche″ sei der Verein Wir in Atter″ entstanden, erinnert sich der 50-jährige Refik. Am Anfang hatte Yelda noch mit ihren Kindern an Krabbelgruppen des Treffpunkts Atterkirche teilgenommen, aber schon bald nach der Entstehung des Vereins wurde sie selbst Kursleiterin und bot türkische Kochkurse für Deutsche an.

Die Idee zum Internationalen Teeklatsch″ kam der 44-Jährigen, als sie in einer Zeitung von einem ähnlichen Café in Berlin las. Ihr Mann fand die Idee gut und trug sie dem Vereinsvorstand vor. Wir in Atter″ machte daraufhin Werbung für das Café, und so kamen gleich beim ersten Teeklatsch vor etwa acht Jahren 15 Frauen.

Yeldas Aufgabe ist es nicht nur, für Kuchen zu sorgen den sie so manches Mal selbst backt –, sie plant und organisiert auch die Nachmittage, sucht Referenten für die Vorträge und übersetzt für die Arabisch sprechenden Frauen.

Wenn sich Grüppchen bilden, versuche ich, alle wieder zusammenzubringen, indem ich auf den Tisch klopfe″, erzählt sie und lacht. Die Frauen sprechen auch über private Themen und unterstützen sich gegenseitig, zum Beispiel bei Behördengängen. Das letzte Mal haben wir alle unsere Fotoalben mitgebracht und über deutsche und türkische Hochzeiten geredet″, erzählt Yelda. An dem Nachmittag haben wir von 15 bis 20 Uhr zusammengesessen!

Yeldas Idee war es auch, einen Austausch zwischen Iskenderun und Osnabrück einzuleiten. Als sie 2010 von einem Austausch zwischen dem SV Atter und einer französischen Gemeinde hörte, fragte sie ihren Mann: Können wir das nicht auch machen?″ – „ Die meisten Deutschen kennen die türkische Kultur nicht, Antalya ist nicht die Türkei″, betont sie. Refik und Yelda Karagöz kennen viele deutsche und türkische Familien, und so war es kein Problem, die türkischen Gäste unterzubringen.

Die beiden organisieren seit 2011 einen Austausch zwischen einer Bildungsstiftung aus der Hafenstadt Iskenderun nahe der syrischen Grenze und dem Verein Wir in Atter″. So manches Vorurteil konnte so schon ausgeräumt werden, zum Beispiel waren die Türken bei ihrem ersten Besuch in Osnabrück überrascht von der deutschen Gastfreundschaft. Sie haben sogar vorher gedacht, dass die Deutschen nicht lachen, weil sie so diszipliniert sind″, erzählt Yelda. Nach ihrer Motivation für ihr Engagement gefragt, sind sich Refik und Yelda Karagöz einig: Wir möchten eine Brücke zwischen den Kulturen bauen.″

Weitere Informationen auf wir-in-atter.de oder per Telefon 05 41/ 75 04 91 87

Bildtext:
Das Ehepaar Refik und Yelda Karagöz stammt aus der Türkei. Es engagiert sich im Stadtteil Atter seit vielen Jahren für den interkulturellen Austausch.

Foto:
Barbara Behnen


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