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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Greenpeace fordert eine „nahezu autofreie Stadt″
Zwischenüberschrift:
Für den Anfang sollen „Shared-Space″-Bereiche wie in Bohmte zu mehr Miteinander im Straßenverkehr führen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Osnabrücker Greenpeace-Gruppe fordert für Osnabrück Shared Space″-Bereiche und langfristig eine nahezu autofreie Stadt″. Dies begründen die Aktivisten mit der schlechten Luft und den vielen getöteten Radfahrern.

In Osnabrück sei Shared Space″ an der Hase- und Lotterstraße sowie in sämtlichen Anliegerstraßen denkbar, schreibt Aktivist Jan Wichmann in einer Mitteilung. Er ist Mitglied des Greenpeace-Arbeitskreises Mobilität. Wir streben langfristig eine nahezu autofreie Stadt an, und da wäre das Prinzip prinzipiell an allen Straßen denkbar. Doch davon sind wir leider noch weit entfernt.″

Der Mitteilung zufolge informierten sich einige Osnabrücker Greenpeace-Mitglieder kürzlich in Bohmte über den dortigen Shared Space″-Bereich. Bei diesem Konzept teilen sich alle Verkehrsteilnehmer den Verkehrsraum. Gegenseitige Rücksichtnahme ist unabdingbar, weil es keine Ampeln, Verkehrsschilder, Bürgersteige und Radwege gibt.

In Bohmte existiert seit einigen Jahren ein solcher Bereich. Unfälle durch die Shared-Space′-Zone haben wir kaum″, wird Bohmtes Bürgermeister Klaus Goedejohann in der Mitteilung zitiert. Lediglich anfangs sei es zu einigen Blechschäden gekommen, als Autos gegen Laternenpfähle gefahren seien.

Die Notwendigkeit zum Handeln in Osnabrück sieht Greenpeace in den überhöhten Stickstoffdioxidwerten in der Stadt sowie den vielen getöteten Radfahrern. Denn in Osnabrück würden, proportional betrachtet, mehr Radfahrer auf der Straße sterben als im mehr als 20-mal so großen Berlin, schreibt Wichmann. Tatsächlich kamen auf den Straßen der Hauptstadt in absoluten Zahlen wesentlich mehr Radfahrer ums Leben als in Osnabrück (2013: Berlin 9, Osnabrück 0, 2014: Berlin 12, Osnabrück 3, 2015: Berlin 10, Osnabrück 1, 2016: Berlin 17, Osnabrück 1). In Relation zur Einwohnerzahl und dem Radverkehrsanteil (Berlin: 13 Prozent; Osnabrück: 20 Prozent) starben auf Osnabrücks Straßen in den vergangenen drei Jahren aber mehr Radfahrer als in Berlin. Allerdings fehlen in der Greenpeace-Berechnung Faktoren wie etwa der Anteil des ÖPNV, der in Berlin wesentlich höher sein dürfte als in Osnabrück, die Pendleranteile, die Zahl der gemeldeten Autos und zurückgelegten Kilometer pro Auto.

Greenpeace kritisiert ferner die Städteplanung, die sich am Auto orientiere. Radfahrer und Fußgänger bekämen nur den Raum, der übrig bleibe. Weiterlesen: Osnabrücks Stadtbaurat: Wir müssen Autofahrern den Raum wegnehmen″ Im Sinne der sauberen Luft und Sicherheit fordert Greenpeace ferner einen Ausbau des ÖPNV, der schon jetzt an der Belastungsgrenze″ sei. Er müsse zudem attraktiver sein. Und weiter: Grundsätzlich halten wir das Park-and-ride-System für sehr sinnvoll. Es könnte einzelne Buslinien geben, die sogar kostenlos wären″, heißt es in der Mitteilung. Nicht zuletzt müsse das Radfahren attraktiver gemacht werden. Wenn Wege von drei bis fünf Kilometer mit dem Auto zurückgelegt werden, dann läuft irgendwas falsch. Es ist also jeder angehalten, sein eigenes Verhalten zu überdenken″, wird Gruppenmitglied Tabea Casimir zitiert.

An diesem Samstag beteiligt sich Greenpeace Osnabrück von 12 bis 15 Uhr am bundesweiten Aktionstag Saubere Luft″ mit einem Infostand in der Großen Straße.
Autor:
pm/yjs


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