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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bäume auf dem Neumarkt gefällt
 
Neumarkt-Bäume in der Nacht gefällt
Zwischenüberschrift:
Startschuss für Bau des Eckhauses – Investor verspricht „hohen Neuigkeitseffekt″
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Mit dem Fällen zweier Bäume hat die Stadt die Voraussetzung geschaffen, dass in diesem Jahr mit dem Bau des Eckhauses vor dem Neumarkt-Carrée begonnen werden kann. Baumschützer hatten vergeblich protestiert.

Startschuss für die Bebauung des Eckgrundstücks am Neumarkt: Die Stadt hat in der Nacht zu Donnerstag zwei Bäume fällen lassen, die der Neugestaltung im Weg standen. Sie werden später ersetzt.

Osnabrück. Weder eine Online-Petition mit über 2200 Unterstützern noch der stille Protest des Vereins Osnabrücker Baumschutz in Form eines Trauerkranzes konnten die Pläne der Stadt stoppen. Der Neumarkt soll in den kommenden Jahren ein neues Gesicht bekommen mit Streifenbeton, Wasserspielen und mehr Bäumen als heute. An der Ecke Große Straße/ Neumarkt, auf dem sogenannten Baulos 2, ist ein neues Eckgebäude geplant. Der Ahorn an der Ecke des Neumarkt-Carrées (H & M) und eine Platane standen diesen Plänen im Weg.

Weil das Gesetz Rodungen nur bis Ende Februar eines Jahres zulässt, rückten die Baumfäller des OSB schon jetzt an, und zwar in der Nacht zu Donnerstag gegen 3 Uhr. Der Nachttermin wurde nach Angaben von Stadtsprecher Sven Jürgensen gewählt, um Behinderungen für Fußgänger und Busverkehr zu minimieren.

Zauberwürfel

Mit dem Bau des Eckhauses wird voraussichtlich im Spätsommer begonnen. Investor Theodor Bergmann, der das Baulos 2 zusammen mit einer Partnergesellschaft aus Hamburg realisieren will, hat im November 2016 den Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Er stehe im engen Dialog mit der Stadt″, sagte Bergmann unserer Redaktion. Einige Details etwa zum Brandschutz müssten noch geklärt werden, größere Hindernisse sehe er aber nicht. Ich gehe davon aus, dass wir März/ April die Baugenehmigung haben und August/ September mit dem Bau anfangen″, so Bergmann. 2018 soll der architektonisch anspruchsvolle Zauberwürfel direkt an der Fußgängerfurt zum geplanten Einkaufszentrum fertig sein.

Wer einziehen wird, will Bergmann noch nicht verraten. In Betracht komme eine Fünf-Mieter-Lösung″. Die Vertragsverhandlungen hätten bereits ein konkretes Stadium erreicht. Zwei der fünf etwaigen Mieter würden für Osnabrück einen sehr großen Neuigkeitseffekt″ bedeuten, sagte Bergmann.

Auch auf der anderen Seite des Neumarktes will Bergmann investieren. Der Architektenwettbewerb für das Sportarena-Haus (Neumarkt/ Öwer de Hase) sei angeschoben. Ergebnisse werde es vermutlich noch in der ersten Jahreshälfte geben.

Nicht endgültig geklärt ist, wann mit der Neugestaltung des Neumarktes begonnen wird. Die Bauverwaltung hat einen Fahrplan vorgelegt, der allerdings von mehreren Unwägbarkeiten abhängig ist. Ein Punkt: In der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 14. März, entscheidet der Rat, ob der Neumarkt zur Fußgängerzone erklärt werden soll.

Mehr Bäume

Der Neumarkt-Umbau muss europaweit ausgeschrieben werden. Die Fertigstellung ist nach Einschätzung der Verwaltung frühestens im Frühjahr 2019 möglich.

Dann wird es, sollten die Pläne umgesetzt werden, mehr Bäume auf dem Neumarkt geben als heute. Im Bereich des Bussteigs Am Grünen Brink soll ein Karree aus mindestens zwölf Bäumen entstehen. Hinzu kommen laut Plan sechs zusätzliche Bäume auf dem künftigen Neumarkt ein Baum vor dem Landgericht und fünf vor den Läden auf der Nordseite des Platzes (zwischen Großer Straße und Öwer de Hase).

Bildergalerie auf www.noz.de

Bildtexte:
In den frühen Morgenstunden wurden am Neumarkt eine Platane und ein Ahornbaum gefällt, um Platz für das geplante Eckhaus (Baulos 2) zu schaffen.

Der Baumstumpf in der Betonschale am Eingang zur Großen Straße.

Fotos:
Michael Gründel

Kommentar:

Zwei Seiten

Ein Trauerkranz hing tagelang an einem der beiden Bäume, die dem Tod geweiht waren. Ein Trauerlicht schmückte gestern als Zeichen des Protestes einen der Baumstümpfe auf dem Neumarkt. Es ist in unserer freien Gesellschaft gottlob möglich, auf diese Weise seine Meinung frei zu äußern. Doch wie alles im Leben hat auch diese Fällaktion zwei Seiten. Sie macht erst den Weg frei für die Neugestaltung des Neumarktes und die Anpflanzung von jungen Bäumen. Die Politik hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und einen guten Kompromiss zwischen Baumschutz und Investoreninteresse gefunden. Dass dafür zwei Altgewächse geopfert werden mussten, ist bedauerlich, aber zu verschmerzen.
Autor:
hin


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