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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Rätselhafter Grabstein
Zwischenüberschrift:
Wie ein Musiker Spaziergänger, Polizei und OSB beschäftigt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Grabstein liegt am Ziegenbrink mitten auf der Wiese. Woher kommt er, wer ist dieser verstorbene Turtle″? Wir sind der Sache nachgegangen und haben das Rätsel gelöst.

Osnabrück. Leser Jörg Risse machte unsere Redaktion auf den Grabstein aufmerksam, als er diesen bei einem Spaziergang entdeckte. Er liegt im unteren Bereich des Ziegenbrinks, unmittelbar in Nähe der Obstbäume″, sagt Risse. Das ist ein ganz normaler Grabstein, vermutlich aus Granit, etwa 60 mal 90 Zentimeter in Höhe und Breite und etwa zwölf Zentimeter dick″, beschreibt er. Also kein Gegenstand, der einfach mal eben so transportiert werden könne. Neben der Fundsache an sich wunderte Risse sich auch über das mit dem Wort Polizeiabsperrung″ bedruckte rot-weiße Flatterband. Nichts mit dem Flatterband zu tun hat jedenfalls der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB), wie man uns auf Nachfrage versichert. Dort wissen sie allerdings auch schon vom Grabstein; er war ihnen von einem Bürger über das Ereignismeldesystem Emsos bereits gemeldet worden.

Damals lag noch Schnee und der Melder schien besonders besorgt über die Tatsache, dass der massive Stein Schlittenfahrer gefährden könne: Wenn Kinder den übersehen und das tun sie, denn der Stein liegt flach –, können sie sich erheblich verletzen. Der Stein liegt in der Bahn der rodelnden Kinder! Daher liegt es nahe, dass das Flatterband um den Stein gebunden wurde, um rodelnde Kinder oder Spaziergänger vor dem Hindernis zu warnen. Mitarbeiter des OSB schauten sich den Stein an und stellten fest: Für den Transport wird ein Bagger gebraucht.

Wer war Turtle″? Ein Tier etwa? Übersetzt aus dem Englischen, bedeutet das Wort nämlich Schildkröte. Laut dem Grabstein lebte er oder sie von 1992 bis 2017. 25 Jahre ist nicht alt für einen Menschen, für Schildkröten allerdings auch nicht: Je nach Art können diese zwischen 30 und sogar bis zu 200 Jahre alt werden. Hatte hier also jemand sein Haustier begraben?

Durch einen Anruf bei der Polizei Osnabrück klärt sich letztendlich die Angelegenheit. Dort musste man erst schmunzeln ob unserer Anfrage, konnte aber nach längerer Recherche die offenen Fragen beantworten: Der Stein wurde zum Dreh eines Videos eines Osnabrücker Musikers dort abgelegt.

Eigentlich wollte der Musiker den Stein schnell wieder entfernen. Als er dann aber den Granitklotz mit Polizeiband umwickelt vorfand, habe er erst einmal Rücksprache mit der Polizei halten wollen, berichtet Pressesprecher Frank Oevermann. Von dem Flatterband wusste man bei der Polizei jedoch nichts. Dieses muss aber nicht unbedingt von ihr stammen: Man kann es auch im Internet bestellen.

Den Stein habe ich von einem Bekannten bekommen und mit mehreren Freunden per Sackkarre zum Ziegenbrink transportiert″, erklärt Lars-Konstantin Kramp McFarlane. Allerdings hatten die Freunde nicht lange Zeit, sodass er es bis dato nicht geschafft habe, den Grabstein wieder abzutransportieren. Das werde er schnell nachholen und den Mitarbeitern der Servicebetriebe den Einsatz eines Baggers ersparen. Dann kommt er auch als Erinnerung in meinen Garten.″

Der Stein ist alt, und seine Rückseite wurde für die Beschriftung genutzt. Diese kann der Osnabrücker, der unter dem Namen LaKon″ Hiphop macht, ebenfalls erklären: Turtle ist ein weiterer Künstlername von mir. In dem Video rappe ich quasi an meinem eigenen Grab.″ Das Video soll in den kommenden Tagen auf dem YouTube-Kanal des Musikers erscheinen.

Bildtext:
Dieser Grabstein wurde am Ziegenbrink in Osnabrück gefunden. Das Rätsel um Turtle″ist gelöst.

Foto:
Jörg Risse
Autor:
Corinna Berghahn


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