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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Knappe Mehrheit für die Sharrows
Zwischenüberschrift:
Lotter Straße: Politiker streiten über Fahrradsicherheit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Machen die Fahrradpiktogramme auf der Lotter Straße das Radfahren sicherer? Über diese Frage hab es heftigen Streit im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Mit knapper Mehrheit wurde beschlossen, den Modellversuch mit den Sharrows″ fortzusetzen und die Farbe nachzumarkieren.

Osnabrück. Sie sind schon verblasst, die 54 weißen Fahrradsymbole auf dem 600 Meter langen Abschnitt zwischen Bergstraße und Kirchenkamp. Autofahrern sollen die sogenannten Sharrows signalisieren, dass sie auch auf der schmalen Fahrbahn mit Radlern rechnen müssen ein Appell zur Rücksichtnahme. Die Lotter Straße ist so schmal, weil die Stadt bei der Umgestaltung 2010 die Gehwege verbreiterte und auf Radwege verzichtete. Viele Radfahrer fühlen sich seitdem unsicher und benutzen verbotswidrig die Bürgersteige.

Im September 2016 wagte die Stadt den Modellversuch mit den Piktogrammen. Begleitet wird er von einer angehenden Bauingenieurin, die in ihrer Masterarbeit die Wirkung der aufgemalten Symbole erforscht. Zu diesem Zweck hat sie Videokameras installiert, um die Überholabstände zu ermitteln, und eine Onlinebefragung initiiert, um zu erfahren, wie sicher sich die Radler auf der Lotter Straße fühlen.

Erste Schlussfolgerungen hat die Studentin zusammengefasst:

Zwei von fünf Befragten gaben an, sie hätten bislang den Gehweg benutzt, würden jetzt aber auf der Straße fahren.

Die parallel verlaufende Katharinenstraße wird von 55 Prozent der befragten Radler als Alternative zur Lotter Straße angesehen.

Nur 19 Prozent der Teilnehmer finden, dass die Autofahrer jetzt einen größeren Sicherheitsabstand halten, während 54 Prozent keinen Unterschied feststellen.

Subjektiv sicherer fühlen sich 40 Prozent der befragten Radler mit den Sharrows, während 47 Prozent das verneinen.

Aus der Videoanalyse geht immerhin hervor, dass Autofahrer beim Überholen mehr Seitenabstand zu den Radlern halten, seit die Markierungen angebracht sind, zum Teil sogar deutlich mehr als die vorgeschriebenen anderthalb Meter. Aufgefallen ist auch, dass Autos häufiger aufs Überholen verzichten. Keine Veränderung offenbart der Videobeweis jedoch hinsichtlich der Falschfahrer″ auf den Gehwegen.

Weil die Ergebnisse noch nicht eindeutig seien, schlug die Verwaltung vor, den Modellversuch zu verlängern, was zu einer intensiven Diskussion im Ausschuss führte. Wir sehen das Ganze als entbehrlich an″, meinte FDP-Ratsherr Oliver Hasskamp. Die Piktogramme würden den Radlern stattdessen ein falsches Sicherheitsgefühl suggerieren. Sven Schoppenhorst (CDU) konstatierte, wenn 60 Prozent der Radler weiterhin die Gehwege benutzten, hätten die Sharrows nichts gebracht. Möglicherweise habe die Verkehrsgefährdung sogar zugenommen. Seine Fraktionskollegin Katharina Pötter warnte, die Piktogramme würden dazu verleiten nebeneinanderzuradeln.

Zu einer positiven Bewertung kam das andere politische Lager. Die Auswertung lasse doch Verbesserungen erkennen, meinten Jens Meier und Volker Bajus von den Grünen, und die Ablehnung komme von Leuten, die selbst nicht das Rad benutzten. Susanne Hambürger dos Reis (SPD) regte an, den Modellversuch auf andere Straßen zu übertragen, etwa die Martinistraße. Und Stadtbaurat Frank Otte gab zu bedenken, dass die Geschäfte der Lotter Straße in starkem Maße von den Radfahrern profitierten. Schon deshalb sei es wichtig, ein fahrradfreundliches Klima zu schaffen.

Am Ende wurde es knapp: Mit 6: 5 Stimmen beschloss der Ausschuss, den Modellversuch zu verlängern. Im Frühjahr sollen zudem die Piktogramme mit weißer Farbe aufgefrischt werden.

Fahrrad und Sicherheit: mehr auf noz.de/ fahrradsicherheit

Bildtext:
Die Fahrrad-Markierungen in der Lotter Straße bleiben vorerst. Im Frühjahr soll es auch frische Farbe geben.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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