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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kaum Chancen für Windenergieholding
 
„Windenergieholding liegt auf Eis″
Zwischenüberschrift:
Chef der Landkreis-Energiegesellschaft Energos kämpft mit starkem Gegenwind von Windparkgegnern
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Gründung einer schon lange geplanten Windenergieholding des Landkreises rückt in weite Ferne. Das Thema Windenergieholding ist auf Eis gelegt, bis wir wissen, welche Projekte wir realisieren können″, sagt der Chef der Landkreis-Energiegesellschaft Energos, Christian Niehaves, unserer Redaktion.

Das Projekt Windenergieholding des Landkreises Osnabrück liegt auf Eis. Der Chef der Landkreis-Energiegesellschaft Energos, Christian Niehaves, sagt im Interview, dass die Klagefreudigkeit von Windparkgegnern und Umweltverbänden die Genehmigung von Windparks in die Länge zieht.

Von Jean-Charles Fays

Mit der Gründung der Windenergieholding des Landkreises (Wehlos) ist es fast wie mit der Eröffnung des Berliner Flughafens. Erst sollte sie 2012, dann 2014 und zuletzt zumindest noch vor 2017 gegründet werden. Glauben Sie überhaupt noch an einen Wehlos-Start?

Wir werden das Thema wieder aufgreifen, wenn wir wissen, wie viele Projekte wir überhaupt realisieren werden.

Woran hakt es? Hindern Sie weiterhin die Klagen?

Die Klagen sind ein Knackpunkt, ein weiterer sind verschiedene Vogelarten, die sich in der Nähe der geplanten Windenergieanlagen ansiedeln. In Glandorf ist beispielsweise eine Rohrweihe aufgetaucht, die dort gebrütet hat. Daraufhin mussten wir eine Nachkartierung in Auftrag geben, wir mussten also neu erfassen, wo sich diese Vögel aufhalten.

Können Sie erklären, was Voraussetzung ist, um die Windenergieholding zu gründen?

Das Thema Windenergieholding ist auf Eis gelegt, bis wir wissen, welche Projekte wir realisieren können.

Bleibt es bei den 14 geplanten Windrädern des Landkreises? Wie viele davon sind in Betrieb gegangen?

Aktuell haben wir in einem Windpark in Gehrde zwei Windenergieanlagen selbst in Betrieb genommen. Wir könnten in Zukunft einen weiteren Windpark in Glandorf mit vier Anlagen erschließen, an der bereits existierenden Projektgesellschaft halten wir aktuell 50 Prozent. Das Genehmigungsverfahren dauert aber wegen der bereits angesprochenen Nachkartierung noch an. Eine Beteiligung des Landkreises an letztendlich 14 geplanten Windenergieanlagen ist insgesamt nicht unrealistisch.

Im Januar 2016 sprachen Sie davon, dass das Windparkprojekt Neuenkirchen-Bühnerbach in der Samtgemeinde Neuenkirchen genehmigt ist und der Landkreis im Februar 2016 mit dem Bau der fünf Windkraftanlagen beginnt. Welche Probleme sind dort aufgetreten?

Davon bin ich zum damaligen Zeitpunkt auch ausgegangen. Allerdings ist da ein Kläger sehr hartnäckig gewesen und durch die juristischen Instanzen gegangen. Daher wurde das Projekt bisher noch nicht realisiert. Und das sind eben die Unwägbarkeiten, die uns überall treffen können.

Wie viele Windenergieanlagen sind aus Ihrer Sicht bis 2020 realisierbar?

Da ich die Klagefreudigkeit von Windparkgegnern und Umweltverbänden nicht einschätzen kann und auch die Flugbahn von Vögeln nicht prognostizieren kann, setze ich mir da keine Ziele mehr.

81 neue Windenergieanlagen sollten nach dem Stand Januar 2016 im Landkreis entstehen. Wie viele davon sind schon entstanden?

Nach meinem Kenntnisstand sind inzwischen 72 Anlagen realisiert oder schon genehmigt. Acht weitere sind schon in der Prüfung der Genehmigung. Ich gehe aber sogar davon aus, dass zu diesen insgesamt 80 noch weitere hinzukommen werden. Die Projekte werden meines Wissens überwiegend durch regionale Investoren umgesetzt.

Wie viele Prozent der Energie im Landkreis soll bis 2020 durch erneuerbare Energien gedeckt werden?

Wir sind auf einem guten Weg, das Ziel des Landkreises zu erreichen, bis 2030 bilanziell 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Mehr als die Hälfte davon wird durch die Windkraft gedeckt werden.

Es gibt eine Kooperation der Awigo mit der Stadt Osnabrück im Bereich Sperrmüll. Im Januar übernahm eine neue Gesellschaft die Sortierung, Vermarktung und Entsorgung der jährlich rund 15 000 Tonnen Sperrabfall aus der Region. Mit der Osnabrücker Abfallwirtschaftsgesellschaft (OAG) als privatwirtschaftlichem Partner neben der Awigo wurde die Awigo Recycling GmbH″ gegründet. Lief der Start reibungslos und ohne Umstellung für die Bürger?

Im Osnabrücker Hafen betreiben wir gemeinsam eine Sperrmüll-Aufbereitungsanlage, in der wir verwertbare Materialien wie Holz, Metalle und Kunststoffe aussortieren und danach der Wiederverwertung zuführen. Der Start verlief reibungslos. Für die Bürger ändert sich nichts. Die Einsammlung des Sperrabfalls an den Haushalten erfolgt wie gewohnt, auch die Abfallgebühren bleiben dieses Jahr konstant.

Ursprünglich war eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung der Stadt Osnabrück vorgesehen. Dazu kam es nicht. Es hieß aber, diese Option bleibe auch nach Abschluss der Ausschreibung bestehen. Wann und wie könnte sich die Stadt gesellschaftsrechtlich beteiligen?

Aktuell werden Diskussionen zwischen Stadt und Landkreis zu dem Thema geführt. Den Ergebnissen möchte ich da aber nicht vorgreifen.

Sind weitere Kooperationen geplant?

Es gibt noch ein weiteres Projekt: Das ist die Bioabfallentsorgung. Die Awigo hat eine Ausschreibung dafür gestartet und wird künftig 51 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft halten. Die Awigo und die Stadt Osnabrück möchten da ähnlich wie beim Sperrmüll gemeinsam ihre Abfallmengen einbringen. Auch da möchte die Stadt eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung. Das wird aktuell noch diskutiert.

Die Große Koalition im Kreistag diskutiert gerade neue Landkreiswerke, in die nach Vorstellung der SPD auch die Awigo und die Energos einfließen könnten. Kreispolitiker brachten Sie als Geschäftsführer dieser Landkreiswerke ins Spiel. Stünden Sie für diesen Job zur Verfügung?

Ich kenne die Diskussion über die Landkreiswerke nur aus der Zeitung. Es ehrt mich sehr, dass ich für diesen Job vorgeschlagen wurde. Bevor ich mich dazu äußern kann, müsste ich erst die Struktur dieser neuen Landkreiswerke kennen.

Ein Themen-Spezial Energie finden Sie im Internet unter noz.de/ energie

Bildtext:
Energos-Chef Christian Niehaves setz sich keine Ziele mehr wie viele Windräder bis 2020 realisiert werden, da er die Klagefreudigkeit von Windkraftgegnern nicht einschätzen kann.
Autor:
jcf


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