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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr als nur ein Steckenpferd
Zwischenüberschrift:
Erinnerung an den Osnabrücker Künstler Jürgen Wietzke
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Im Herbst des vergangenen Jahres war der Osnabrücker Künstler Jürgen Wietzke plötzlich und überraschend verstorben. Sein Freund, Kollege und Nachbar Josef Kuhlmann setzt nun einen Teil seiner Arbeit fort.

Osnabrück. Als gemeinsame Idee haben sie noch den Halsketten-Anhänger mit dem berühmten Osnabrücker Friedensreiter entwickelt, den der freischaffende Künstler und Grafiker Jürgen Wietzke vor rund 15 Jahren in eine ganz eigene Form goss entweder aus Holz oder Plexiglas. Seitdem wurde das zur Kunst gewordene Friedenssymbol nicht nur oft verkauft, sondern im Rahmen von Rathausbesuchen von Gästen aus dem In- und Ausland auch vielfach verschenkt oder von reisenden Osnabrücker Stadtvertretern als Gastgeschenk mitgenommen. Auf diese Weise haben sich Wietzkes Steckenpferde inzwischen weltweit verbreitet bis hin nach Japan, wo er in den Siebzigern mit der mehrfarbigen Drucktechnik der verlorenen Platte″ sein eigenes künstlerisches Steckenpferd entdeckte.

Nicht nur dort, sondern auch in der ehemaligen Sowjetunion, den Niederlanden, England, Frankreich, Schweden und Polen gab es seit 1972 in verschiedenen Galerien, Museen, Bildungszentren, öffentlichen oder privaten Räumen zahlreiche Gruppen- oder Einzelausstellungen mit Werken von Jürgen Wietzke zu sehen, der nach der Jahrtausendwende auch damit begann, Objekte aus Holz und Keramik zu gestalten.

In seiner Wahlheimat bereicherte der gebürtige Kieler und ehemalige Schaufenstergestalter und Lithograf regelmäßig die Jahresausstellungen des Bundes Bildender Künstler (BBK), dem er seit 1976 angehörte. Seine Atelier- und Ausstellungsräume im Heger-Tor-Viertel der Altstadt waren 36 Jahre lang ein fester und lebendiger Bestandteil der Osnabrücker Künstlerszene.

Als einer seiner Nachbarn hält der Goldschmiedemeister Josef Kuhlmann nun die Erinnerung an seinen Freund und Kollegen aufrecht, indem er Jürgen Wietzkes bekanntes, geschütztes und weit gereistes Friedensreitermotiv als silbernen Halskettenanhänger in verschiedenen Ausführungen von matt über glänzend bis hin zu antik anbietet als buchstäblich schmuckes″ Ergebnis eine Projekts, das die beiden noch im vergangenen Jahr gemeinsam auf den Weg gebracht hatten.

Ironie und Doppeldeutigkeit″ habe das Werk ihres Vaters stets ausgezeichnet, erinnert sich die als Psychotherapeutin tätige Maren Wietzke, die nun den Nachlass verwaltet und von ihrer Kindheit an jedes einzelne Bild und jede Skulptur mitbekommen″, aber selbst nie eigene künstlerische Ambitionen entwickelt hat. Während die früheren Motive noch sehr dezidiert naturverbunden″ gewesen seien, habe sich die Arbeit zunehmend hin zu mehr Abstraktion″ entwickelt, beschreibt sie die künstlerische Entwicklung des Vaters. Dieser Stilwandel drückt sich auch in dessen markant-kantiger Interpretation des Friedenssymbols aus, die als vielfältig verwendbare Designidee fortlebt. Dabei war die Kunst für Jürgen Wietzke stets mehr als bloß ein Steckenpferd.

Aktuelles aus Osnabrück auf noz.de/ os

Bildtexte:
Friedensreiter im Silber″-Blick : Goldschmiedemeister Josef Kuhlmann und Maren Wietzke tragen das bekannte Steckenpferd-Symbol des verstorbenen Vaters, Freundes und Künstlerkollegen Jürgen Wietzke weiter.

Jürgen Wietzke auf einem Anfang 2013 entstandenen Foto.

Foto:
Hermann Pentermann, Jörn Martens
Autor:
Matthias Liedtke


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