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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kunstgeschichte vorläufig gerettet
 
Kunstgeschichte vorläufig gerettet
Zwischenüberschrift:
Senat und Präsidium der Uni Osnabrück wollen Alternativen zur Schließung prüfen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Begleitet von studentischen Protesten, hat am Mittwoch der Senat der Universität Osnabrück über die Pläne des Präsidiums beraten, das Fach Kunstgeschichte aufzugeben. Doch so weit ließ es das Gremium zunächst nicht kommen.

Die Frage nach dem Fortbestand des Instituts für Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück bleibt offen. Eine vom Präsidium beabsichtigte Schließung ist auch nach der Senatssitzung am Mittwoch nicht vom Tisch. Allerdings sollen nun auch Alternativen geprüft werden.

Osnabrück. Volle Zustimmung des Senats finden dabei grundsätzliche Überlegungen des Präsidiums, trotz finanzieller Engpässe die Wettbewerbsfähigkeit der Fächer insgesamt zu erhöhen und dafür stellentechnische Gestaltungsspielräume″ zu schaffen, wie es in einer Beschlussvorlage heißt. Einig war sich das 19-köpfige Gremium, dem mit Hochschullehrern, Studenten und Mitarbeitern Vertreter aller Bereiche der Uni angehören, aber darin, dass dies nicht zwangsläufig auf Kosten des Fachs Kunstgeschichte und des Kunsthistorischen Instituts gehen dürfe.

Dort werden 2023/ 24 auf einen Schlag drei Professorenstellen frei was das Präsidium im Dezember zu dem heftig umstrittenen Vorschlag veranlasst hat, diese nicht wieder zu besetzen, sondern dorthin zu verlagern, wo die Universität sich stärker profilieren wolle.

Wir befinden uns weiterhin im Abwägungsprozess″, stellte Präsident Wolfgang Lücke am Mittwoch nach der Senatssitzung fest. Als Senatsvorsitzender lobte er ausdrücklich die konstruktive, sachliche, faktenbasierte und wertschätzende″ Auseinandersetzung des Gremiums mit diesem Thema. Das war eine Sternstunde der Hochschuldiskussion.″

Im Gegensatz dazu sei die wochenlange öffentliche Debatte über die Schließungspläne teilweise von falschen Behauptungen und Fehlinterpretationen geprägt gewesen, so Lücke von Sachbeschädigungen und persönlichen Angriffen gegen ihn ganz zu schweigen. Dazu Vizepräsidentin Susanne Menzel: Das hat unserer Universität sehr geschadet.″

Nachhaltig beeindruckt zeigte sich das Präsidium wiederum von den zahlreichen und vielfältigen Protesten, mit denen vor Ort, aber auch bundesweit und sogar auf internationaler Ebene für den Erhalt des Fachs Kunstgeschichte an der Uni Osnabrück gekämpft wurde. Das war beachtlich″, sagte Lücke. Noch am Mittwoch nahm er etwa Listen mit 4500 Unterschriften entgegen, die Studenten seit Mitte Januar in einer Online-Petition gesammelt hatten.

Unterdessen kündigte der Deutsche Kulturrat an, das Kunsthistorische Institut der Uni Osnabrück auf seine symbolische Rote Liste zu setzen. Ich finde es bedauerlich, dass heute gegen den Trend ein solches Institut geschlossen werden soll″, sagte der Geschäftsführer des Kulturrates, Olaf Zimmermann, der Deutschen Presse-Agentur. Das Institut habe sich unter anderem einen Namen gemacht mit der Erforschung mittelalterlicher Kunst in Niedersachsen. Der Deutsche Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände.

Rückendeckung bekommt die Hochschulleitung aus dem Wissenschaftsministerium in Hannover unter der Leitung von Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). „ Für eine zukunftsfähige Ausrichtung müssen sich Hochschulen beständig fortentwickeln und ihr Profil schärfen. Vor diesem Hintergrund können die an der Universität Osnabrück diskutierten strukturellen Veränderungen einen Beitrag zur Profilschärfung leisten″, teilte ihr Sprecher mit.

Studentenprotest im Video auf noz.de

Bildtexte:
Mit Bannern und Ballons protestierten am Mittwoch zahlreiche Studenten im Schloss gegen die geplante Schließung des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück. Anlass für den Aufmarsch bot die Senatssitzung, wo ein Beschluss zur Sache erwartet wurde.

Präsident Wolfgang Lücke stellte sich dem Protest der Studenten.

Fotos:
Jörn Martens

Kommentar:

Klares Jein zur rechten Zeit

ie Zukunft des Fachs Kunstgeschichte und des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück hängt weiter am seidenen Faden. Denn mit dem Senatsbeschluss vom Mittwoch ist die drohende Schließung keineswegs abgewendet. Sie bleibt nach wie vor eine ernsthafte Option, ist allerdings nicht länger die einzige.

Das einflussreiche, in solchen Angelegenheiten aber letztlich kraft Hochschulgesetz machtlose Gremium hat eine kluge Jein-Entscheidung getroffen. Ja zur festen Absicht des Präsidiums, die Uni unter wachsendem Wettbewerbsdruck zu strukturieren und dabei aus bescheidenen Bordmitteln in Bezug auf Personal und Ausstattung das Beste zu machen. Nein zu dem Vorschlag, zu diesem Zweck mit der Kunstgeschichte ein Fach zu opfern, nur weil dieses zufällig eine günstige Gelegenheit bietet und aus Managersicht weniger schutzbedürftig erscheint als andere Disziplinen.

Mit dem Auftrag, Alternativen zur prüfen, hat der Senat in einer aufgeheizten Debatte geschickt den Druck vom Kessel genommen. Beseitigt ist das Problem damit allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Verantwortlichen stehen nun erst recht vor einer kniffeligen Aufgabe.
Autor:
sst


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