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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Raumnot an Schulen wird immer größer
 
Raumnot an den Schulen wird immer größer
Zwischenüberschrift:
Ratspolitiker aller Parteien beklagen einmütig Sanierungsstau – Rückkehr zu G9 verschärft das Problem
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Raumnot an Osnabrücker Schulen wird immer größer. Um das Problem zu lösen, fehlt es am Geld, wie bei der jüngsten Sitzung des Schulausschusses deutlich wurde. Der Ausschuss widmete sich ausführlich dem Thema Schulbauten″, das aus einer Anfrage der SPD hervorgegangen war. Die Sozialdemokraten hatten die Verwaltung gefragt, ob die Ausbaustandards von Schulgebäuden neu an heutige Bedürfnisse angepasst werden müssten. Fraglich sei vor allem, wie flexibel auf sich verändernde Schülerzahlen reagiert werden könne, zum Beispiel durch den Einsatz von Containern.

Wenn demnächst ein Jahrgang mehr an den Schulen unterzubringen ist, drohen die schon jetzt zum Teil äußerst knappen Raumressourcen den endgültigen Kollaps zu erleben.

Da behaupte noch mal jemand, Osnabrücks Politiker seien sich nicht einig, wenn es um den Zustand der Schulen geht. Wir haben einen Sanierungsstau in der öffentlichen Infrastruktur, das geht auf keine Kuhhaut″, durfte Jens Martin (SPD) unwidersprochen in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses behaupten.

Osnabrück. Der Ausschuss widmete sich ausführlich dem Thema Schulbauten″, das aus einer Anfrage der SPD hervorgegangen war. Überhaupt: Die Damen und Herren Kommunalpolitiker ließen sich Zeit, die Fragen, die ihnen offensichtlich unter den Nägeln brannten, in Ruhe zu diskutieren. So wurde die Sitzung in Teilen schon fast zu einer Generaldebatte, der der neue Schuldezernent Wolfgang Beckermann mit Interesse folgte.

Die Diskussion über den baulichen Zustand der Osnabrücker Schulen entwickelte sich aus der Anfrage der SPD an die Verwaltung, ob die Ausbaustandards von Schulgebäuden neu an heutige Bedürfnisse angepasst werden müssten. Fraglich sei vor allem, wie flexibel auf sich verändernde Schülerzahlen reagiert werden könne, zum Beispiel durch den Einsatz von Containern oder modernen modularen Bautechniken, die ein Umsetzen von Schulraum je nach Bedarf an verschiedenen Orten möglich machen.

Der Ausschussvorsitzende Jens Martin (SPD) fand, wie auch die Vertreter der anderen Parteien, die schriftliche Antwort der Verwaltung nicht erschöpfend genug. Gleichwohl bot sie ihm und seinen Kollegen Anlass, über das bislang noch nicht geklärte Problem der Umstellung der Gymnasialzeit von acht auf neun Schuljahre zu diskutieren („ G8″ und G9″). Wenn demnächst ein Jahrgang mehr an den Schulen unterzubringen ist, drohen die schon jetzt zum Teil äußerst knappen Raumressourcen den endgültigen Kollaps zu erleben.

Dass in diesem speziellen Fall mit Containerklassen Abhilfe zu schaffen ist, wie von der Verwaltung ins Spiel gebracht, mochte der Ausschuss so recht nicht glauben. Petra Knabenschuh erinnerte an das Konnexitätsprinzip. Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen″, meinte die CDU-Ratsfrau und verwies damit auf das Land Niedersachsen, dass die Umstellung von G8 auf G9 beschlossen hatte.

Beim neuen Schuldezernenten stieß sie damit durchaus auf fruchtbaren Boden. Machen Sie das gerne in Ihren Parteien zum Thema″, forderte Beckermann die Ausschussmitglieder auf, das Problem nach Hannover zu tragen. Die Grenzen der Nettoneuverschuldung legten der Stadt enge Fußfesseln an, und das obwohl so Beckermanns kritischer Hinweis derzeit die niedrigen Zinsen Investitionen durchaus sinnvoll erscheinen ließen.

Wir haben viele Übergangslösungen mit Containern, die zu dauerhaften Lösungen geworden sind″, merkte der Vorsitzende des Stadtelternrates Wolfgang Schaefer an. Und Elisabeth Neumann gab Wissenswertes aus ihrem reichen Erfahrungsschatz im Schulausschuss preis: Ich bin seit etwa 30 Jahren in diesem Ausschuss, und das war immer ein Thema.″

Früher sei billig und schnell gebaut worden, deswegen beschäftigt uns das Problem bis heute″. Neumann forderte, den baulichen Zustand der Osnabrücker Schulen grundlegend zu diskutieren. Allerdings dulde das Thema keinen Aufschub. Wir haben da nicht mehr viel Zeit″, denn Schulraum sei auch Lebensraum, sagte Neumann, während Bürgermeisterin Brigitte Strangmann (Grüne) den Raum als den dritten Pädagogen bezeichnete und wie Neumann eine ebenso gründliche wie zeitnahe Debatte anmahnte.

Ein wichtiger Faktor sei die Entwicklung der Schülerzahlen, so Martin. Nachdem die Stelle des Statistikers im Fachbereich Schule nun nach langer Zeit wieder besetzt sei, hoffe er auf Zahlen, mit denen Politik und Verwaltung die weitere Schulentwicklungsplanung in Angriff nehmen könnten.

Neumann erinnerte daran, die Entwicklung im Landkreis in die Überlegungen einzubeziehen. Dort schlafe man nicht, mahnte die Christdemokratin, die Konkurrenzsituationen zu erkennen glaubt. Der Landkreis sei mit der Ausstattung seiner Schulen vielerorts deutlich weiter als die Stadt.

Nun ist es nicht so, dass die Stadt gar nicht mit Bautrupps in ihren Schulen unterwegs wäre. Ludger Rasche vom Fachbereich Immobilien hatte zum ständigen Tagesordnungspunkt Stand der Baumaßnahmen″ eine ansehnliche Liste vorbereitet. Frohe Kunde hatte er für die Schüler, Eltern und Lehrer der Grundschule in Hellern im Gepäck: Hier läuft alles nach Plan. Noch vor den Osterferien sollen die Mobilklassen aufgestellt werden. Der Umzug kann dann während der Ferien erfolgen. Damit könnten Kinder und Lehrer endlich ihrer in weiten Teilen schimmeligen Schule Ade sagen. Diese wird abgerissen und bis zum Schuljahresbeginn im Sommer 2018 durch einen Neubau ersetzt.

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Bildtext:
Nichts ist so beständig wie ein Provisorium, weiß der Volksmund. Als das Ratsgymnasium für 10 oder allenfalls 15 Jahre″ Containerklassen erhielt, schrieb man das Jahr 1970.

Foto:
Jörn Marten

Kommentar:

Viele Baustellen für den neuen Dezernenten

Die Tagesordnung gab es eigentlich gar nicht her. Die wenigen Punkte hätten in aller Kürze abgehandelt werden können. Der Schulausschuss nahm sich aber die Zeit, einmal ausgiebig die verschiedensten Themen ohne parteipolitisches Getöse anzusprechen. Das war wohltuend und vor allem gewinnbringend.

Der neue Schuldezernent Wolfgang Beckermann dürfte die Diskussion mit großem Interesse verfolgt haben. Konnte er ihr doch recht deutlich entnehmen, welche Aufgaben er möglichst zeitnah anfassen sollte. Da wäre zum Beispiel die Schulentwicklungsplanung: Was wird aus der Schule an der Rolandsmauer und aus der Hauptschule Innenstadt? Und kommt die sogenannte Neue Schule?

In den Schulen soll es schon rumoren, dass es so recht nicht weitergeht, war aus Ausschussreihen zu hören. Beckermann wurde dann gleich darauf hingewiesen, was seine nach Hannover gewechselte Vorgängerin Rita Maria Rzyski wohl für Fehler gemacht haben könnte. Vor allem dass sie die in ihre Überlegungen involvierten Schulen im Schulzentrum Sonnenhügel nicht in die Planungen einbezogen habe, sei ihr angekreidet worden, hieß es im Ausschuss. Ein Hinweis auf eine Falle, in die Beckermann besser nicht tappen sollte.

Und dann ist da noch die Rückkehr zu G9. Fehlen Räume? Und wenn ja wovon wohl auszugehen ist wie viele? Wie können zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden? Und vor allem: Was kostet die Musik, und wer bezahlt sie? Hinzu kommt auch noch der teils erbärmliche Zustand vieler Schulgebäude, Turnhallen mal mit eingeschlossen. Wann wird wo zuerst renoviert? Taugt die Prioritätenliste noch? Muss eine neue her?

Im wahrsten Sinne des Wortes warten im Bereich Schule etliche Baustellen auf den neuen Mann im Verwaltungsvorstand. Und die sind noch dazu möglichst zeitnah abzuarbeiten. Vergnügungsteuerpflichtig wird Wolfgang Beckermanns Job dadurch ganz sicher nicht.
Autor:
dk


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