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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Doku über Flüchtlinge im Felix-Nussbaum-Haus
Zwischenüberschrift:
Heute Abend Filmvorführung und Diskussion – Von Kabul in die Region Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der seit Ende 2015 in der Region lebende Flüchtling Mohammad Munib Muafaq ist einer von rund 250 000 afghanischen Staatsbürgern, die in Deutschland Schutz gefunden haben. Der 30-jährige Jurist und Politikwissenschaftler sitzt am Donnerstagabend im Felix-Nussbaum-Haus im Anschluss an den Dokumentarfilm Spring in Afghanistan to go or not to go″ mit auf dem Podium, wenn über Fluchtursachen und Bleibeperspektiven am Hindukusch diskutiert wird.

Das Thema könnte aktueller nicht sein, denn SPD-geführte Länder wie Niedersachsen verzichten derzeit wegen der problematischen Sicherheitslage in Afghanistan darauf, nicht anerkannte Asylbewerber aus dem Land zurückzuschicken. Der im Frühjahr 2016 entstandene Film des afghanischen Regisseurs Mohammad Mehdi Zafar beleuchtet Fragen wie: Inwiefern kann man von Sicherheit in Bezug auf Afghanistan sprechen?, oder: Welche Bleibeperspektive haben Geflüchtete aus Afghanistan in Deutschland?

Der Lebensweg von Mohammad Munib Muafaq ist hier genauso spannend, wie die Schicksale seiner sechs jungem Landsleute, die in Spring in Afghanistan″ (Frühling in Afghanistan) ihre Heimat verlassen wollen, um Risiken und Gefahren einer Flucht nach Europa in Kauf zu nehmen. Der Ende 2015 über die Balkan-Route mit seiner Frau nach Deutschland gekommene Schutzsuchende hat eine ganz besondere Perspektive zu bieten: Nach dem Studienabschluss mit dem Bachelor of Science″ in Recht LLB und dem Master of Science″ in Politikwissenschaften in Indien ist er ab 2012 als Rechtsberater (National Senior Legal Officer) für die Polizeimission der Europäischen Union in Afghanistan (EUPOL) und als Dolmetscher tätig gewesen.

Das war in Kabul eine kleine EU-Stadt, in der ich tätig war. Rund 200 Europäer und 180 Einheimische haben da zusammengearbeitet″, blickt er auf die Zeit zurück, in der er und seine Familie in Afghanistan alles hatten nur letztlich keine Zukunftsperspektive. Seine Aufgabe: leitenden Polizeibeamten aus allen Provinzen oder Staatsanwälten an der Polizeiakademie eine juristische Ausbildung zu geben, damit diese damit das Recht auf bestmögliche Art und Weise in die Gesellschaft implementieren können. Der exzellent Englisch sprechende Fachmann; Ich denke, dies ist eine Grundvoraussetzung für ein modernes und demokratisches Afghanistan.″ Daneben hat er noch einen zweiten Master-Abschluss in Internationale Beziehungen″ an der Universität von Afghanistan gemacht.

Doch wegen der Tätigkeit für ausländische Organisationen ist Mohammad Munib Muafaq, als der Rückzug der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) begann, ins Visier der Gad Guys″ in seinem Land geraten so nennt er den Taliban nahestehende Extremisten. Die Familie musste um ihr Leben fürchten und sah nur einen Ausweg die Flucht nach Europa. Hier können wir jetzt in Sicherheit leben″, freut er sich über die positive Aufnahme in Deutschland, wo auch Bruder und Eltern ein neues Zuhause gefunden haben.

Integration braucht Zeit

Doch die Integration in den Arbeitsmarkt ist ein langer Prozess auch für einen hoch qualifizierten Flüchtling. In den vergangenen zwölf Monaten haben Sprachkurs und die Teilnahme an einer Maßnahme des Bildungswerks Niedersächsische Wirtschaft (BNW) sowie ein Praktikum seinen Tagesablauf bestimmt. Letzteres absolvierte der Jurist bei der SPD-Landtagsabgeordneten Kathrin Wahlmann, die er per Zufall kennengelernt hat als sie bei einer afghanischen Familie in der Nachbarschaft zu Besuch war. Durch den Kontakt ist auch die Idee entstanden, den Dokumentarfilm in Osnabrück zu zeigen. Im Anschluss an die rund 30-minütige Film-Vorführung diskutieren Klaus Dierker, Leiter Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Standort Bramsche, Mirco Günther, Leiter des Auslandsbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul, sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wahlmann und Mohammad Munib Muafaq die aktuelle Situation.

Es wird ein interessanter Abend″, sind sich die beiden Initiatoren der Veranstaltung sicher. Der Afghane wird nicht nur die persönlichen Erfahrungen als Flüchtling einbringen, sondern kann auch die Lage in seinem Heimatland gut einschätzen und hat durch seine frühere Arbeit für internationale Organisationen noch einmal einen anderen Blick auf die Entwicklung des Landes.

Filmdiskussion Spring in Afghanistan″, Fluchtursachen und Bleibeperspektiven am Hindukusch, Donnerstag, 9. Februar, 19 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Straße 2

Bildtext:
Munib Muafaq stammt aus Afghanistan.

Foto:
Stockhoff
Autor:
we


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