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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weniger Heimkinder dank guter Prävention
Zwischenüberschrift:
1,2 Millionen Euro weniger Ausgaben in 2016 – 209 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Landkreis
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Präventionsangebote im Landkreis Osnabrück machen sich bezahlt. Seit 2013 gibt es 27 Heimkinder weniger im Landkreis Osnabrück. Gegenüber dem zunächst geplanten Zuschussbedarf hat Fachdienstleiter Jugend, Rainer Dieckmann, ein um knapp 1, 2 Millionen Euro verbessertes Ergebnis für 2016 präsentiert.

Osnabrück. Wegen der guten Präventionsarbeit im Landkreis sind die Kosten für stationäre Maßnahmen wie die Heimerziehung seit 2013 nicht mehr gestiegen. Zum Vergleich: In den sechs Jahren bis 2013 waren die Kosten in diesem Bereich um 15 Millionen Euro gestiegen.

Damit kommen wir im dritten Jahr in Folge mit den uns zur Verfügung gestellten Mitteln aus″, konstatierte Dieckmann im Jugendhilfeausschuss stolz. Die Kosten für präventive Angebote und frühe Hilfen sind zwar von 500 000 Euro im Jahr 2007 auf 2, 5 Millionen Euro und damit um das Fünffache im Jahr 2016 gestiegen. Dafür sind die Aufwendungen für die sogenannten Hilfen zur Erziehung″, die etwa die kostspielige stationäre Heimerziehung umfassen, von rund 30 Millionen Euro im Jahr 2007 bis auf 45 Millionen Euro im Jahr 2013 um etwa die Hälfte gestiegen, danach aber nicht mehr.

Dieckmann betont: Das stützt unsere These: Prävention lohnt sich nicht nur, sondern sie zahlt sich, wenn auch zeitversetzt, aus.″ Die Zahl der im Landkreis in Heimen untergebrachten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist von 451 im Jahr 2013 sukzessive auf 424 im Jahr 2016 gesunken. Das entspricht in etwa einer Finanzsumme von 1, 5 bis 1, 6 Millionen Euro. Die allgemeinen Kostensteigerungen wie etwa höhere Pflegesätze und Lohnkostensteigerungen führen dann aber im Ergebnis zu Einsparungen von nur noch rund einer Million Euro im Vergleich des Jahres 2016 zu 2013.

Mit den frühen Hilfen und den präventiven Hilfen erreicht der Landkreis laut Dieckmann mindestens zehnmal mehr Kinder, Jugendliche und Familien als mit den Hilfen zur Erziehung. So erreicht der Landkreis mindestens 15 000 Kinder und Jugendliche. Die einzelnen Wirkungen der frühen Hilfen und der Präventionsangebote zu messen und zu quantifizieren betrachtet Dieckmann als schwierig: Sie erzeugen gegenseitige Wechselwirkungen und wirken nur richtig gut, wenn sie als Präventionsketten ausgebaut und angeboten werden.″

Vor zehn Jahren änderte der Landkreis seine Strategie, so lange zu warten, bis Defizite bei Kindern und Jugendlichen sichtbar wurden, denn die Zahl der Kinder, die aus ihren Familien genommen werden mussten, stieg Jahr für Jahr an. Seither liegt der Fokus auf Präventionsketten. Diese fangen mit den frühen Hilfen an, die sich insbesondere an Eltern in Problemlagen wenden. Schon während der Schwangerschaft gibt es sogenannte Fit für den Start″-Kurse für Mütter und Väter. Insgesamt geht es bei den frühen Hilfen um Angebote für Schwangere und Eltern mit Kindern bis drei Jahre. Dazu gehören etwa Willkommensbesuche durch den Babybesuchsdienst nach der Geburt eines Kindes, aber auch die Unterstützung durch Familienhebammen, begleitende Hilfen für junge Mütter mit Unterstützungsbedarf oder offene Cafés.

Die richtige, niedrigschwellige und schnelle Unterstützungs-und Beratungshilfe gibt es laut Dieckmann aber nicht nur für die ganz Kleinen, sondern für jedes Alter und für jede Lebenslage. Als einen wesentlichen Baustein im Gesamtportfolio der Jugendhilfe betrachtet er die 30 Familienzentren im Landkreis, die von allen Präventionsmaßnahmen die mit Abstand größte Anzahl von Kindern und ihren Familien erreichen. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Weiterführung der seit 2012 bestehenden 30 Familienzentren im Landkreis ab 2018 bis zum Jahr 2022 beschlossen.

Als eine besondere Herausforderung betrachtet der Fachdienst Jugend weiterhin die Begleitung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Zwar ist die Zahl in 2016 nicht so stark angestiegen wie zunächst erwartet. Dennoch waren bis Ende November 2016 209 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stationär untergebracht. In 2016 wurden rund 9, 5 Millionen Euro für die Betreuung dieser Schutzsuchenden ausgegeben. Die Kosten, die freie Träger der Jugendhilfe in Rechnung stellen, werden dem Landkreis vom Land Niedersachsen erstattet. Der Zuschussbedarf vom Landkreis liegt etwa bei 250 000 Euro.

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Bildtext:
Die Präventionsangebote im Landkreis Osnabrück machen sich bezahlt. Seit 2013 gibt es 27 weniger Kinder in Heimerziehung im Landkreis Osnabrück. Eines der wichtigsten Präventionsangebote sind die Familienzentren.

Foto:
dpa
Autor:
Jean-Charles Fays


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