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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„. . . es wird Zeit für mich zu gehen″
Zwischenüberschrift:
City-Pastor Martin Wolter verabschiedet sich kommende Woche in den Ruhestand
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Er hat ungewöhnliche Ideen, ist zugewandt und kann auch Menschen jenseits der Kreise ansprechen, die üblicherweise zur Kirche kommen. Jetzt geht Martin Wolter, evangelischer City-Pastor und langjähriger Gemeindepfarrer in der Südstadtkirchengemeinde, in den Ruhestand.

Osnabrück. Sein Amt als City-Pastor, das ihn in der ganzen Stadt bekannt gemacht hat, trat Martin Wolter vor sieben Jahren an. Kirche muss sich rauswagen aus den üblichen Milieus, auch wenn man dann Gefahr läuft, bei einigen auf Gleichgültigkeit oder Ablehnung zu stoßen″, ist der 64-jährige auch heute noch überzeugt. Mit Selbstbewusstsein und Interesse für Neues machte er sich ans Werk. So ging er am Valentinstag auf Menschen beim Einkaufsbummel zu, überraschte sie am Tag der Liebenden mit einem Liebesbrief von Gott″ und lud sie ein in die Rendezvous-Kirche″, zu der man die Marienkirche an diesem Tag eigens umgestaltet hatte.

Für Aufsehen sorgte Martin Wolter auch mit Kirche mitten im Geschäft″: Zusammen mit Mitarbeitern der katholischen Kirche ging er in der Adventszeit in Kaufhäuser, sprach Menschen an, suchte mit ihnen das Gespräch über Gott und die Welt. Ökumene war dem evangelischen City-Pastor stets wichtig, er pflegte sie besonders mit dem katholischen Forum am Dom. Auch im kulturellen Leben der Stadt wurde er aktiv: Er feierte Gottesdienst im Theater, lud Künstler in die Lutherkirche ein und war auch in der Kunsthalle Dominikanerkirche präsent.

Am ersten Sonntag im Monat ist bei Luther die Kirche voll denn dann feiert man in der Südstadtgemeinde den Anderen Gottesdienst″. Seit 2006 gestalten Pastor Wolter und ein Team aus Laien einmal monatlich Gottesdienste, mit denen es immer wieder gelingt, auch die mittlere Generation der 30- bis 50-Jährigen zu erreichen. Wie müsste ein Gottesdienst sein, zu dem ich selbst gerne hingehe und meine Nachbarn, die fast nie in die Kirche gehen, auch noch dazu einladen würde?″, war dabei das Leitmotiv. So kam man auf Themen mitten aus dem Leben, aus der aktuellen Kultur und Politik. Man durfte neugierig sein, wie Martin Wolter die Kurve kriegte mit den weltlichen Fragen in seiner Predigt. Gäste waren häufig eingeladen: Schauspieler, Sänger und auch Bischof Franz-Josef Bode, der beim Anderen Gottesdienst″ mit dem Titel Luther mal katholisch″ eine kluge, nachdenkliche Predigt hielt.

Bei seinen vielfältigen Aktivitäten ist Wolter aber stets auch gerne Gemeindepastor geblieben. 22 Jahre lang hat er im Bezirk um die Lutherkirche als Prediger und Seelsorger gewirkt. Ich predige gerne. Ich wollte etwas bewegen und Menschen begleiten in ihrem Glauben″, sagt er rückblickend. In den letzten Jahren ermunterte der Theologe seine Kirche dazu, vor Ort auch mit Menschen anderen Glaubens Kontakt zu pflegen. Und rings um die Iburger Straße ist das mehr als nur eine theoretische Erwägung: Alleine auf dem Gebiet seines Seelsorgebezirks liegen mittlerweile fünf Moscheen. Wenn wir miteinander leben wollen, müssen wir auch miteinander reden″, ist sich der scheidende Pastor sicher.

Auch nach dem Abschied von Martin Wolter wird es den Anderen Gottesdienst″ geben: Das Team arbeitet weiter, und andere Pastorinnen und Pastoren halten die Predigten. Wolters Stelle als City-Pastors bleibt zunächst unbesetzt. Wie es damit weitergeht, entscheidet der Kirchenkreistag in einer seiner nächsten Sitzungen.

Ein Abschiedsgottesdienst für Martin Wolter beginnt am Sonntag, 5. Februar, um 11 Uhr in der Lutherkirche. Das Motto: „. . . es wird Zeit für mich zu gehen″.

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Bildtext;
City-Pastor″ Martin Wolter vermag auch Menschen anzusprechen, die mit der Kirche wenig am Hut haben.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Gunhild Seyfert


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