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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neue Diskussion um Katzensteuer
 
Steuer auf den Stubentiger?
Zwischenüberschrift:
Naturschützer für Kastrationspflicht
 
Neue Diskussion um Reizthema
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Katze ist eines der beliebtesten Haustiere der Deutschen, aber gleichzeitig auch ein instinktgesteuertes Raubtier. Besonders ihr Jagdtrieb und die große Anzahl an streunenden und herrenlosen Katzen, die sich auch an jungen Vögeln vergreifen, haben die Diskussion um eine mögliche Katzensteuer neu entfacht.

Wirklich gefordert hat sie jedoch nicht die Politik oder ein Verband, sondern der Autor eines Kommentars in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Dieser hat dennoch ausgereicht, um eine neue Debatte loszutreten.

Naturschützer sind für eine Melde- und Kastrationspflicht, wie es sie in einzelnen Kommunen bereits gibt. Der Deutsche Jagdverband ist durchaus für eine Besteuerung von Katzen, sollten andere Maßnahmen fehlschlagen.

Gefordert hat sie scheinbar niemand, und doch sorgt sie für eine hitzige Debatte und erregt die Gemüter die Katzensteuer. Nach einem Zeitungskommentar diskutieren Halter, Freunde, Kritiker, Hasser, Jäger, Tierschützer und mehr über Sinn und Unsinn einer Besteuerung.

Osnabrück. Sie ist das inoffizielle Wappentier des Internets und gilt wahlweise als fauler, verspielter Fellball oder als sadistischer Killer die Katze. An Menschen schmiegt sie sich an, gibt sich verschmust. Beute erlegt sie lautlos und präzise. Ob nun Schmusetiger oder Killermaschine die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, oder wie der amerikanische Comiczeichner Matthew Inman alias The Oatmeal″ einst zusammenfasste: Katzen sind ein pelziger Marschflugkörper aus Liebe und Horror.

Hunden kann man ihren Killerinstinkt abtrainieren, Katzen nicht. Eine Katze tötet alles, was sich bewegt und nicht größer ist als sie selbst″, schreibt ein Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Den damit einhergehenden ökologischen Fußabdruck″ nimmt er zum Anlass und fordert in einem Kommentar: Man könnte sogar, und man fragt sich, warum nicht längst, eine Katzensteuer einführen, wie sie Hundebesitzer ganz selbstverständlich und ohne größere Diskussionen entrichten.″ Wieso sich Hundehalter an alle möglichen Vorschriften halten würden, während Katzenfreunde sich keinen Deut darum scheren″, was ihr Stubentiger alles anrichtet, fragt er weiter.

Hintergrund ist eine angebliche Forderung der Grünen Jugend zur Einführung einer Katzensteuer doch das sei Quatsch″ berichtigt Michael Kellner, politischer Bundesgeschäftsführer der Grünen, auf Facebook. Eine entsprechende Anfrage der FAS sei von den Pressestellen von Bundespartei und Bundestagsfraktion abgelehnt worden. Daraufhin habe sich die FAS an die Grüne Jugend gewandt. Ein Sprecher habe gesagt, man brauche dafür erst mehr Informationen.

Der Deutsche Jagdverband befürwortet eine solche Katzensteuer, fordert sie jedoch nicht konkret. Wenn man von zwei Millionen herrenlose Katzen in Deutschland ausgehe, dann fielen diesen pro Jahr 14 Millionen Vögel zum Opfer, und dabei auch gesunde und vor allem junge Tiere, sagt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband. Der spricht sich für eine flächendeckende Pflicht für Katzenhalter aus, ihre frei laufenden Haustiere registrieren und kastrieren zu lassen. Vorbild sei Paderborn, wo man so eine Regelung früh eingeführt habe.

Angesichts der wachsenden Zahl von Katzen in den Tierheimen und auf der Straße fordert der Deutsche Tierschutzbund seit Längerem eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten, weil diese durch unkontrollierte Fortpflanzung erheblich zum Erhalt der Straßenkatzenpopulation beitrügen. Der Tierschutzbund begrüßt, dass inzwischen mehr als 430 Kommunen von ihrem Recht Gebrauch machen, das Kastrieren vorzuschreiben.

Eine Katzensteuer, ähnlich der Hundesteuer, lehnt der Tierschutzbund jedoch ab. Die Einnahmen der Hundesteuer können von der Kommune beliebig verwendet werden, erklärt ein Sprecher des Tierschutzbundes auf Nachfrage unserer Redaktion. Für echte Tierschutzbelange werden die Gelder jedoch kaum verwendet. Eine Erweiterung der Steuern für andere Luxustiere wie Katzen wäre nur dann akzeptabel, wenn die Erlöse zur Verbesserung des Tierschutzes eingesetzt würden″, so der Sprecher weiter.

Solange dies nicht der Fall ist, sei der Deutsche Tierschutzbund eher für eine Abschaffung der Hundesteuer und gegen die Ausweitung auf andere Tierarten: Kommt es zur Einführung der Katzensteuer, ist zu erwarten, dass noch mehr Katzen ausgesetzt oder direkt in den Tierheimen abgegeben werden.″ Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) setzt auf die Kastrations-Pflicht: Das ist der Weg, den wir empfehlen, den auch die Tierärzte empfehlen″, sagte Heinz Kowalski vom Nabu. Eine Katzensteuer sei dagegen politisch und gesellschaftlich überhaupt nicht durchsetzbar″.

In Deutschland gibt es geschätzt etwa 13 Millionen Katzen. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds leben rund zwei Millionen Katzen auf der Straße, in Parks oder stillgelegten Industriegebäuden. (Mit dpa)

Bildtext:
Schmusetiger oder ein besonders für Vögel gefährliches Raubtier? Die Debatte um eine mögliche Katzensteuer wurde erneut angestoßen.

Foto:
dpa

Kommentar:

Welch ein Unsinn

Alle paar Jahre wird sie durchs Dorf getrieben, die Sau namens Katzensteuer. Und auch wenn die Aufregung jedes Mal riesig ist: Eine Katzensteuer ist und bleibt Unsinn.

Fangen wir bei den geschätzt zweieinhalb Millionen verwilderten Hauskatzen an. Katzenbesitzer müssten angesichts dieser Zahl mehr Verantwortung übernehmen, schimpft der Deutsche Jagdverband und fordert eine Katzensteuer. Nur: Wo kein Halter, da kein Steuerzahler. Wer soll für Tiere zahlen, die offiziell niemandem gehören?

Und was ist mit den Singvögeln, die von den Streunern getötet werden? Könnte eine Steuer nicht helfen, diese Wilderei zu stoppen? Kaum. Steuern sind nicht zweckgebunden, weshalb etwa auch die Hundesteuer nicht eins zu eins für Hunde verwendet wird. Gleiches gälte für eine Katzensteuer. Zudem wäre ihre Einführung so aufwendig, dass sie sich kaum rechnen würde.

Im Gegensatz zu Freigängern jagen streunende Katzen, um zu überleben. Damit gefährden sie in der Tat die Artenvielfalt. Um ihre Zahl einzudämmen, hilft allein systematische Kastration. Eine Steuer wäre hier sogar kontraproduktiv: Naturschützer warnen davor, dass Hauskatzen vermehrt ausgesetzt werden könnten, würden für sie Abgaben fällig. Sinnvoll wäre indes eine Kastrationspflicht für Freigänger, denn sie tragen zur Vermehrung ihrer verwilderten Artgenossen bei.

Katzen

Katzen sind eines der beliebtesten Haustiere, und vielleicht hast Du zu Hause sogar selbst so einen Stubentiger. Dann weißt Du, wie verschmust und faul so eine Katze sein kann. Allerdings haben die pelzigen Vierbeiner auch scharfe Zähne und Krallen. Diese brauchen sie nicht nur, um sich zu verteidigen, sondern auch, um zu jagen.

Katzen sind richtige Raubtiere und mit großen Wildkatzen wie Löwen oder Tigern verwandt. Sie jagen vor allem kleine Nager wie Ratten oder Mäuse und sind reine Fleischfresser. Deshalb haben Menschen auch vor vielen Jahren angefangen, sie als Haustiere zu halten, um so Schädlinge zu bekämpfen. Auf Bauernhöfen konnten Nagetiere zur richtigen Plage werden.

Katzen streunen aber auch umher und fangen dabei kleine Vögel. Da es sehr viele Katzen gibt, befürchten etwa Jäger, dass sie so viele Singvögel jagen, bis es bestimmte Arten nicht mehr gibt. dah

NA KLAR!

Erzählnachricht für Kinder
Autor:
dah, Melanie Heike Schmidt


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