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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein sicheres Haus für Lavender Hill
Zwischenüberschrift:
Aktionszentrum 3. Welt unterstützt Projekt in Südafrika
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vor allem Frauen leiden unter den Lebensbedingungen in den südafrikanischen Townships. Das Aktionszentrum 3. Welt (A3W) hat jetzt 65 000 Euro von der Bingo-Lotto-Stiftung Niedersachsen bekommen, die zur Einrichtung eines Frauenhauses in der Township Lavender Hill nahe Kapstadt eingesetzt werden sollen.

Osnabrück. A3W-Geschäftsführer Reinhard Stolle kennt aus vielen Besuchen die Situation vor Ort. Wir sind froh, dass Bingo-Lotto den Kauf des Hauses unterstützt. Die Frauen dort brauchen das Safe-House, das sichere Haus, dringend.″ Alkohol und Drogen sind es, die vor allem auch im häuslichen Umfeld immer wieder zu Gewalt führen. Das A3W unterstützt mit dem Geld der Bingo-Stiftung das Frauen-Projekt der New World Foundation (NWF), die sich schon seit 1980 in Lavender Hill engagiert. NWF-Programmdirektor Marius Blümel kann die frohe Kunde über die nun sichergestellte Finanzierung des Safe-Houses aus Osnabrück mit nach Südafrika nehmen.

Die Frauen, die sich in unseren Projekten engagieren, werden überglücklich sein″, sagt Blümel, der gemeinsam mit Ehefrau Colleen und Tochter Luca dem winterlichen Osnabrück einen Besuch abstattete. Es seien in den Townships vor allem die Frauen, die sich trotz widrigster Umstände um den familiären Zusammenhalt und den familiären Frieden kümmerten. Ehrenamtliche Helferinnen der NWF gehen nach seinen Worten in die von Gewalt zerrissenen Familien und versuchen, das gemeinsame Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Für die Frauen, die aus den Mühlen aus Drogen und Gewalt nicht herauskönnen, soll das Safe-House den dringend benötigten Schutz bieten. Die Frauen leben in einer sehr patriarchalischen Gesellschaft. Die Männer bringen ihnen nur wenig Respekt entgegen.″

Dennoch seien es gerade die Frauen, die sich in der Arbeit des NWF um das soziale Leben in der von täglichen Schießereien und Gewaltexzessen geprägten Township-Gesellschaft kümmerten. 90 Prozent der Mitglieder in der vom NWF organisierten Nachbarschaftshilfe in Lavender Hill zum Beispiel sind Frauen″, berichtet Blümel. Dabei sind die Bedingungen in Lavender Hill wie auch in den anderen Townships für eine solche Arbeit denkbar schlecht. Angst prägt das tägliche Leben. Davon weiß auch Colleen Blümel zu berichten. Ich brauche immer drei Tage, bis ich mich in Deutschland, wenn ich zum Beispiel aus dem Auto steige, nicht mehr umsehe, um zu checken, wer sich gerade in meiner Nähe befindet″, sagt sie. In den Townships gehöre solch ein Verhalten als Maßnahme für die persönliche Sicherheit zum Alltagsleben. Der vor allem von den deutschen reformierten Kirchen in Osnabrück und der Grafschaft getragene NWF organisiert die Programme, die sich auch um die außerschulische Betreuung von Kindern kümmern. Gleichzeitig werden Bildungsangebote gemacht, die im Zuge der Hilfe zur Selbsthilfe den Ausstieg aus der Armut durch den Einstieg in qualifizierte Jobs fördern sollen. Wir sind seit 36 Jahren aktiv″, sagt Blümel. Nachhaltigkeit sei ein wichtiger Bestandteil der NWF-Arbeit.

Eine Township-Bewohnerin habe den NWF als Oase in der Dunkelheit″ beschrieben, sagt Stolle, der von seinem jüngsten Besuch in Südafrika die für die Bingo-Stiftung nötigen Informationen mitbrachte und den Förderantrag stellte. Der Austausch mit dem NWF und Marius Blümel befruchte auch die Bildungsarbeit des A3W. Das ist keine Einbahnstraße″, sagt Stolle, dessen Sohn David ein Praktikum in Lavender Hill absolvieren wird. Und noch eine Osnabrückerin engagiert sich derzeit in der Township 30 Kilometer vor den Toren Kapstadts: Sina Preikschat aus Rulle arbeitet im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes der evangelisch-reformierten Kirche für ein Jahr in der Arbeit des NWF in Lavender Hill.

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Bildtext:
Sehr zur Freude von Marius, Luca und Colleen Blümel sowie Reinhard und David Stolle (v. l.) fördert die Bingo-Stiftung den Kauf eines Safe-Houses in der Township Lavender Hill vor den Toren Kapstadts.

Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Dietmar Kröger


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