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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Bürgerverein Nordwest...
Artikel:
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Originaltext:

Der Bürgerverein Nordwest führte am Dienstagabend in der Ingenieurschule seine Jahreshauptversammlung durch. Im Mittelpunkt der Erörterungen im Vorstandsbericht und in den eingehenden Diskussionen standen die Frage des Krankenhausbaues auf der Kuppe des Westerberges, die Verkehrsverhältnisse auf der Albrechtstraße und Caprivistraße und die erneute Forderung nach dem Ausbau des mittleren Stadtringes von der Römereschstraße bis zur Rheiner Landstraße. Eindeutig wurde klar, daß die Bevölkerung des Stadtteiles den Bau eines Krankenhauses auf der Westerbergkuppe ablehnt und dem Rat den Vorwurf macht, daß er zum zweiten Male die Konzeption über die Gestaltung des Erholungsgebietes Westerberg zuungunsten der ganzen Stadtbevölkerung durchlöchere.
Der 1. Vorsitzende des Vereins, Dr. Brans, konnte überraschend viele Mitglieder und Freunde des Vereins begrüßen. Er dankte dem Leiter der Ingenieurschule Dr. Kramer, daß er dem Verein die Möglichkeit gab, die Versammlung hier abzuhalten. Im Stadtteil stehe kein anderer Raum mehr zur Verfügung. Neben den Ratsherren Dipl.-Ing. Carl Möller und Gerhard Wallenhorst hieß er besonders Pfarrer Jansen und die Vertreter der Bürgervereine " Altstadt" und " 1880" willkommen.
Pressewart Oberstudienrat Heinz Wilhelm Salland gab einen eingehenden Bericht über die Arbeit des Vereins im verflossenen Jahr. Er wies insbesondere auf die vom Rat bisher verabschiedeten Bebauungspläne für den Stadtteil hin und gab bekannt, daß der einzige noch fehlende Plan für das Dreieck Natruper Straße / Sedanstraße und-Artilleriestraße und Sedanplatz beim Rat beantragt wurde, weil er für das Gesamtbild notwendig sei. Immer wieder habe sich der Vorstand mit den beiden Kardinalfragen
- Entlastung des Verkehrs im Westerberger Erholungsgebiet
und Sedanplatz und
- neuerdings mit der Frage des Krankenhausneubaues befaßt.
Der Verkehr auf der Albrecht-/ Caprivistraße sei für alle Beteiligten und die Anlieger unerträglich geworden. Das Erholungsgebiet sei zerschnitten und damit der Grundkonzeption der erste Schlag versetzt. Die bisher von der Stadt eingeleiteten Maßnahmen hätten keine Besserung mit sich gebracht.
Die NATO-Einheit in der Caprivikaserne trage dazu wesentlich bei, zumal hier eine Panzerfahrschule bestehe, die auch das Diakoniezentrum mit ihren Fahrten belästige. Zur Entlastung müsse dringend der Ausbau des mittleren Ringes von der Römereschbrücke bis zur Rheiner Landstraße erfolgen.
In dem Bericht wurde weiter herausgestellt, daß der Beschluss zum Bau eines Krankenhauses auf dem Westerberg voreilig sei und dadurch eine vom Rat selbst geschaffene neue Schwierigkeit entstand. Durch die Lage des Krankenhauses an dieser Stelle würde der Verkehr noch mehr anwachsen und alle anderen Bemühungen um eine Entlastung illusorisch machen. Eine große Zahl von Einsprüchen der Bürger (sie wurde später mit 50 beziffert) und der drei Bürgervereine sei die Folge. Hiermit werde sich der Rat noch auseinandersetzen müssen.
Dabei wurde darauf hingewiesen, daß der Regierungspräsident den Bau eines Studentenhochhauses auf der Kuppe nicht genehmigt habe, weil zu viele Einsprüche gekommen seien. Jetzt stelle sich die Frage, ob er dem Grundsatz huldigen werden: Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe?" Nach Meinung des Vorstandes könne sich der Rat den Neubau eines Krankenhauses bei der finanziellen Lage der Stadt ohnehin nicht leisten. Man sollte lieber das Grundstück erwerben, um es dem Erholungsgebiet zuzuschlagen. ... In der über zwei Stunden dauernden Diskussion wurden vornehmlich der Krankenhausbau und die Verkehrsverhältnisse angesprochen. Während Ratsherr Wallenhorst den Beschluß des Rates in gewisser Hinsicht zu verteidigen suchte, sprachen sich alle anderen Teilnehmer mit den verschiedensten Argumenten gegen den Plan der Stadt aus.
Ein Hinweis scheint besonders inhaltsreich zu sein. Es hieß " Wir müssen aber auch etwas tun für die Gesunden, damit sie noch gesund bleiben können." ...
Zum Krankenhausneubau wurde noch ein gewisser Optimismus durch einige Hinweise von Vorstandsmitgliedern, daß es doch nicht zum Krankenhausneubau kommen könne, deutlich. Es wurde festgestellt
- daß das Geld für den Krankenhausneubau in den nächsten
Jahren nicht zur Verfügung stehen werde,
- daß das Grundstück wegen eines zu hohen Preises nicht zu   erwerben sei (Zurufe: " Wir hoffen, daß der Besitzer harte   Forderungen stellt, die nicht erfüllt werden können") und -   daß letztlich der Regierungspräsident analog seine
Entscheidung treffe wie beim vorgesehenen Bau des
Studentenheimes, das bekanntlich nun als Hochhaus an
der Sedanstraße gebaut wird.
Ratsherr Carl Möller bestätigte, daß die Natruper Straße vorerst noch nicht weiter ausgebaut sowie der verlängerte Edinghäuser Weg als Zuwegung zum Heger Holz endlich befestigt wird und die Schiefe Güntke Sackgasse werden soll. Er vertrat auch die Meinung, daß das neue Bundesbaugesetz Schutzbestimmungen enthalte für Planungsgeschädigte.
Dipl.-Ing. Lohoff stellte zur Lärmbelästigung nach der Caprivikaserne her fest, daß nach dem Kommandeurwechsel der alte Zustand wieder einreiße. Man werde bei der Stadt in Zukunft mit vermehrten Beschwerden rechnen müssen. Außerdem fand er es unverständlich, daß ein Spediteur seinen Betrieb wegen der Lärmbelästigung von der Caprivistraße verlegen mußte und nunmehr ein Teil des THW in dieses reine Wohngebiet verlegt werde. Dadurch bleibe der alte Zustand bestehen.
Weitere Wünsche der Bürger will der Bürgerverein Nordwest a die zuständigen Stellen weiterleiten, damit Abhilfe geschaffen wird.


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