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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Investor steht zum Center am Neumarkt
 
Center kommt „zu mehr als 90 Prozent″
Zwischenüberschrift:
Unibail Rodamco wartet Insolvenzverfahren bei Sinn-Leffers ab
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Centerentwickler Unibail Rodamco hält trotz eines schwierigen Mietermarktes an seinem Projekt am Osnabrücker Neumarkt fest. Ulrich Wölfer, Deutschland-Chef des französischen Konzerns, versicherte nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, dass sein Team hart und intensiv an dem Projekt arbeite und alles daransetze, 2017 mit dem Bau zu beginnen. Die Realisierungschanchen stünden deutlich über 90 Prozent″. Probleme bereitet die Suche nach Ankermietern. Einen Mietvertrag gibt es mit der Modekette Sinn-Leffers, die im September 2016 Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung gestellt hat. In sechs bis acht Wochen will Sinn-Leffers einen belastbaren Restrukturierungsplan vorlegen, sagt Sinn-Leffers- Chef Göbel .

teht das Neumarkt-Einkaufscenter auf der Kippe? Ganz und gar nicht, versichert Ulrich Wölfer, Deutschland-Chef von Investor Unibail Rodamco. Die Realisierungswahrscheinlichkeit taxiert er auf deutlich über 90 Prozent″.

Osnabrück. Wölfer traf sich in der vergangenen Woche mit Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, um über den Stand der Projektentwicklung zu sprechen. Wölfer äußerte sein Verständnis für die Sorgen und Befürchtungen, die in Osnabrück angesichts der stockenden Entwicklung und des abschreckenden Zustands des Neumarktes wachsen. Auch Griesert hatte zuletzt in seiner Handgiftenrede deutlich gemacht, was er von seinen Gesprächspartnern bei Unibail Rodamco erwartet: Dass sie ziemlich bald erklären, was sie wann vorhaben.″

Griesert hatte in einem Gespräch mit unserer Redaktion die Center-Wahrscheinlichkeit mit klar über 50 Prozent″ eingestuft. Ulrich Wölfer geht in seiner Aussage sehr viel weiter: Deutlich über 90 Prozent″, versichert der Unibail-Rodamco-Manager. Sein Team arbeite weiter hart und intensiv an dem Projekt. Wir sind nach wie vor von dem Standort überzeugt″, so Wölfer, und werden unser Bestes tun, in 2017 mit dem Bau zu beginnen″.

Wölfer erörterte nach eigenen Angaben mit Griesert die aktuelle Lage auf dem Mietermarkt die bekanntermaßen schwierig und von Pleiten geprägt″ sei. Das betrifft auch den einzigen bisher öffentlich bekannten Ankermieter im geplanten Center, das Modehaus Sinn-Leffers, das von der Johannisstraße ins Neumarkt-Center umziehen will.

Das Traditionshaus aus Hagen (Westfalen) stellte im September 2016 Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Wir müssen sehen, was daraus wird″, sagt Wölfer. Die nächsten Schritte bei der Centerrealisierung hingen davon ab, wie Sinn-Leffers aus der Planinsolvenz herauskomme und sich aufstelle. Wölfer übt sich in professioneller Geduld: Ein Teil des Jobs eines Projektentwicklers ist es zu warten.″

Es liegt nach Angaben beider Seiten ein unterschriebener Mietvertrag über 4800 Quadratmeter im geplanten Einkaufszentrum vor. SinnLeffers würde damit der größte Mieter im Bekleidungssegment. Wir haben aber mehrere Optionen″, betont Wölfer. Sollte Sinn-Leffers sich anders entscheiden, werde sein Unternehmen andere Möglichkeiten vorantreiben. Wölfer: Das ist wie eine Kettenreaktion: Kommt der, komme ich auch.″ Komme der eine Großmieter, zögen andere Mieter nach. Den Vermietungsstand gibt Wölfer mit rund 30 Prozent an, das ist derselbe Stand wie vor einem Jahr.

Sinn-Leffers bleibt

Sicher ist: Sinn-Leffers bleibt vorerst in Osnabrück. Das Unternehmen hat den Mietvertrag für die inzwischen verkleinerte Fläche an der Johannisstraße bis ins erste Quartal 2019 verlängert, wie Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel unserer Redaktion bestätigte. Damit wäre in drei Jahren ein fast nahtloser Übergang des Modehauses von der Johannisstraße in das neue Einkaufszentrum möglich. Göbel geht weiter davon aus, dass das Neumarkt-Center im Herbst 2019 eröffnet wird. Sinn-Leffers ist in mehreren Centern von Unibail Rodamco als Hauptmieter vertreten, so im Centro in Oberhausen und im Ruhrpark in Bochum.

Die Insolvenz in Eigenverantwortung schützt das Modehaus vor dem Zugriff von Gläubigern und bietet die Chance, sich aus eigener Kraft zu restrukturieren. Göbel sagt: In sechs bis acht Wochen können wir einen belastbaren Insolvenzplan vorlegen.″ Alles Weitere liege dann in der Hand des Insolvenzgerichts.

Für das Center-Projekt in Osnabrück bedeutet das: Im März wird Investor Unibail Rodamco wissen, ob mit Sinn-Leffers als Ankermieter weiter zu rechnen ist.

In einer Hinsicht wird sich schon in naher Zukunft etwas tun: Wölfer verspricht, den Wunsch des Oberbürgermeisters zu erfüllen und die verhunzten Fassaden des grünen Kachelhauses und des Wöhrl-Komplexes aufzuwerten. So schnell wie möglich sollen im Erdgeschoss Folien aufgebracht werden, die einen optischen Eindruck vom geplanten Einkaufszentrum vermitteln und dafür Werbung machen.

Die Neumarkt-Story: Themenseite auf noz.de/ neumarkt

Bildtext:
Wird es was mit dem Center am Neumarkt? Ja, sagt Ulrich Wölfer von Investor Unibail Rodamco. Er kündigte zugleich an, dass die verschmutzten Fronten am Neumarkt demnächst hinter Abbildungen vom künftigen Center versteckt werden.

Foto:
Graf

Kommentar:

Schädliche Hängepartie

Wenn ein Telekommunikationsunternehmen seinen Handyshop in der Innenstadt aufgibt, ist das keine große Sache. Alltagsgeschäft. Wenn aber, wie vorige Woche geschehen, der Sprecher dieses Telekommunikationsunternehmens eine Neuansiedlung mit dem Bau des Einkaufszentrums in Verbindung bringt, ist das mehr als ein normaler Wandel im Handel. Es ist ein Indiz, dass Standort-Manager in den Handelsunternehmen die Entwicklung in Osnabrück genau beobachten und Investitionsentscheidungen zurückstellen.

Sie wissen, dass sich mit Eröffnung des Einkaufscenters der Schwerpunkt der City Richtung Neumarkt verschieben wird. Zwischen Neumarkt, L+ T, Kamp und Nikolaiort findet dann der Rummel statt, andere Quartiere wie Krahnstraße oder Altstadt werden mit anderen Qualitäten punkten müssen. In dieser veränderten Grundaufstellung wird jeder Gewerbetreibende seinen Platz suchen.

Und bis dahin? Die Unsicherheit über die Entwicklung am Neumarkt droht zu einer Bremse für Investitionsbereitschaft und Innovationsfreude zu werden. Deshalb ist es wichtig, möglichst bald die schädliche Hängepartie zu beenden.
Autor:
hin


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