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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Wolf gehört zur biologischen Vielfalt
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief von Hermann Bischof Der Wolf ist entbehrlich, der Schäfer nicht″ (Ausgabe vom 3. Januar) mit Bezug auf den Artikel Mit Tierkadavern gegen den Wolf″ (Ausgabe vom 15. Dezember).

Wieso eigentlich kommt kaum ein , Wolfsgegner′ ohne unerträgliche Plattitüden aus, wie , Der Wolf ist und bleibt eine gefährliche Bestie…′ und , Ich hoffe nicht, dass vorher noch ein Kind sterben muss.′? Das Wort , postfaktisch′ kommt einem da automatisch in den Sinn. Der Leserbrief von Herrn Bischof hat doch durchaus Argumente, die man diskutieren kann, und Sachlichkeit täte nicht nur dieser Debatte gut.

Fakt ist: Der Wolf ist weder böse noch gut, er ist einfach ein Teil der Biodiversität, den der Mensch in Deutschland bewusst als Konkurrent ausgerottet hatte. Größere Beutegreifer wie der Wolf gehören zu den Lebensgemeinschaften aber unbedingt dazu, wenn wir nicht in einer Kunstwelt leben wollen. Fakt ist auch: Die private Jagd, so wie sie derzeit ausgeübt wird, ist nicht allein geeignet, heimische Tierbestände, aber auch invasive Arten wie Mink und Marderhund so zu managen, wie es der Biodiversität zuträglich wäre. Zum einen ist da der Interessenkonflikt von Jagd und Waldwirtschaft. Zum anderen sagen immer wieder auch Jäger selbst, dass sie keine , Schädlingsbekämpfer′ sein wollen. Außerdem wählen Jäger und Wolf, um bei dem Beispiel zu bleiben, ihre Jagdbeute völlig unterschiedlich aus und haben daher [...] verschiedenen Einfluss auf die Bestände.

Fakt ist zudem: Der Wolf , reguliert′ nicht die Bestände seiner Beutetiere, sondern eher wird er selbst durch sie reguliert. Aber: Das Vorkommen größerer Beutegreifer schafft besondere Bedingungen. Die Beutetiere, aber auch Fuchs, Marderhund und Waschbär, können sich dann nicht mehr so unangefochten in der Landschaft bewegen und fortpflanzen wie zuvor. Und dies tut letztlich den Beständen und der Biodiversität gut.

Fakt ist aber auch: In unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft herrschen andere Bedingungen als in Kanada oder Sibirien. Klar ist: Die Wölfe müssen lernen, dass auch hier von Menschen und menschlichen Siedlungen Gefahr ausgeht. Außerdem ist der Wolf anpassungsfähig. Wenn man es also richtig macht, kann auch aus Artenschutzsicht ein Abschuss von , Problemtieren′ oder eine eingeschränkte Bejagung sinnvoll sein, allein schon, um eine gesunde Balance zwischen Akzeptanz für die Art und Schadensmanagement zu erreichen. Was aber gar nicht geht: illegale Selbstjustiz theatralisch als sozialen Ungehorsam oder Notwehr zu rechtfertigen!

Christian Seebass

Osnabrück

Zuerst frage ich mich, wie unsere Mutter Natur es Jahrmillionen geschafft hat, ohne Schafe klarzukommen? Dann gab es natürlich Zeiten, in denen sich nicht 23 Damhirsche auf engstem Raum dazu noch eingezäunt aufhielten. Sicherlich ist auch der Deichschutz ein ganz wichtiges Thema, aber vielleicht lassen sich auch Lösungen finden, ohne gleich eine ganze Tierart (wieder) verschwinden zu lassen.

Den geforderten Abschuss der Wölfe würde ich nicht als regulierend bezeichnen, sondern eher als Vernichtungsfeldzug. Einer echten Regulierung mit Augenmaß ist nichts entgegenzusetzen und sicher in manchen Situationen auch notwendig. Den Wolf als , gefährliche Bestie′ zu bezeichnen zeugt von wenig Sachverstand. Er ist (wieder) ein Teil unserer Natur und (wieder) ein Teil in der Nahrungskette. Natürlich können auch Menschen durch den Wolf zu Schaden kommen, aber muss der Wolf deswegen gnadenlos ausgerottet werden? Die einen erfreuen sich an dem Sauerstoff spendenden grünen Wald die anderen ärgern sich über das viele Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt. Es ist sicher nicht immer einfach, etwas ganzheitlich und objektiv zu betrachten. Wenn wir schon , hart durchgreifen′ wollen, dann bitte in anderen Bereichen, die meiner Meinung nach Vorrang haben. Hat Herr Bischof zum Beispiel schon mal über die vielen Verkehrsopfer (einschließlich Kinder) pro Jahr nachgedacht? Wie könnten da mögliche Konsequenzen aussehen? Und für den Wolf in unseren Breiten findet sich bestimmt ein , gesunder Mittelweg′!

Michael Reimann

Georgsmarienhütte

Bildtext:
Der Wolf ist (wieder) ein Teil der Natur und der Nahrungskette.

Foto:
AFP
Autor:
Christian Seebass, Michael Reimann


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