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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Jede Woche muss in der Stadt ein Gammel-Auto entsorgt werden
Zwischenüberschrift:
Wer sein Fahrzeug am Straßenrand „vergisst″, kann eine dicke Rechnung bekommen – Bis ein Auto als Müll gilt, vergeht aber einige Zeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im besten Fall blockieren sie nur einen Parkplatz, doch im schlimmsten Fall können sie zur Gefahr für Umwelt und Mensch werden: Im Durchschnitt muss sich die Osnabrücker Umweltbehörde einmal pro Woche um ein schrottreifes Auto kümmern, das am Straßenrand abgestellt wurde.

Den Begriff Schrottautos″ hört Heiko Brosig nicht gerne. Der Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt- und Klimaschutz spricht lieber von Alt-Pkws″, wenn es um im Stadtgebiet abgestellte Fahrzeuge geht, bei denen nicht nur Grünspan und Vogeldreck am Zustand nagen. Die 50 bis 80 Autos jährlich, die letztlich als Vorgang bei Brosig auf dem Schreibtisch landen, sind nur ein Teil der Fahrzeuge, die die Behörden in Osnabrück beschäftigen. Denn längst nicht jedes Auto, das dauerhaft sein Dasein am Straßenrand fristet, geht als Müll durch.

Nur für rund ein Viertel der gefundenen Autos ist die Umweltbehörde zuständig. Denn bis ein Auto als Abfall angesehen wird, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein beispielsweise eine fehlende Zulassung. Außerdem muss es als Gefahrenquelle angesehen werden, so zum Beispiel, wenn Kraftstoff austritt oder das Fahrzeug der Zerstörung preisgegeben wurde. Ist das der Fall, kleben Brosig und seine Kollegen einen grünen Aufkleber an die Frontscheibe, der den Halter zum Handeln auffordert.

Etwa die Hälfte kommt dem nach″, sagt Brosig. Bei der anderen passiert das, was der Verwaltungsmann als Sicherstellungsmaßnahme″ bezeichnet. Kurzum: Das Auto wird abtransportiert der erste Schritt in Richtung Verschrottung. Natürlich werden dann auch Kosten fällig, erklärt Brosig. Das Abschleppen kostet rund 80 Euro, dazu kommen fünf Euro Standgeld pro Tag und eine mögliche Strafe. Letztlich kann das für den letzten Halter zu Kosten führen, die richtig wehtun.″

Die Zahlen, sagt Brosig, bewegen sich seit Jahren auf etwa dem gleichen Niveau. Im Durchschnitt haben wir ein Auto pro Woche, das als Abfall behandelt wird.″

Und wo finden sich die herrenlosen Autos? Brosig kennt einige Hotspots in der Stadt, an denen vermehrt Fahrzeuge sich selbst überlassen werden. Wenn man es auf Stadtteile runterbricht, dann stechen sicherlich einige mehr heraus als andere.″ So gebe es beispielsweise im Schinkel oder in der Dodesheide mehr Fälle als woanders. Wenig überraschend sind es vor allem Kleinwagen, die stehen gelassen werden. Aber wir haben immer wieder auch Kleintransporter, um die wir uns kümmern müssen.″ Etwa die Hälfte der Kennzeichen komme aus dem Ausland, ein Schwerpunkt liegt dabei laut Brosig bei Autos mit südosteuropäischem Kennzeichen.

Doch warum lassen Menschen ihre Autos einfach verwittern? Brosig kann nur vermuten: Hauptsächlich geschieht das wohl aus wirtschaftlichen Gründen. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass Menschen ihr Auto im wahrsten Sinne des Wortes vergessen haben.″

Dass es durchaus zu Kuriositäten kommt, wenn Autobesitzer ihr Gefährt loswerden wollen, davon kann Brosig ein Lied singen. Da ist beispielsweise der Halter, der sein Auto auf seinem Grundstück vergräbt, aber offenbar nicht bemerkt, dass ein Teil des Aufbaus noch aus der Erde ragt. Brosig und seine Kollegen wurden durch einen Tipp aufmerksam und überführten den Umweltsünder. Spektakulär war vor zig Jahren außerdem der Fall eines Autos, das in einem Waldstück in Hellern abgestellt wurde. Kurz vor der Verschrottung stellte sich heraus: Drei gesuchte RAF-Terroristen hatten das Gefährt für einen Überfall genutzt und in den Wald geschoben. Vor dem Ableben des Autos rückte die Spurensicherung an und durchleuchtete es nach Beweisen.

Freilich: Nicht nur um motorisierte Fortbewegungsmittel muss sich Brosig kümmern. Auch Fahrräder verwandeln sich rechtlich gesehen nach einer gewissen Standzeit und in entsprechendem Zustand in Müll. Bis zu 400 Räder schaffen″ es pro Jahr in Osnabrück, als Abfall behandelt zu werden. Auch sie werden mit einem Siegel versehen. Die meisten finden wir an den Bahnhöfen und in der Innenstadt″, sagt Brosig. Aber auch rund um die Hochschulen haben wir einige Hotspots.″

Bildtext:
Noch nicht gesiegelt, aber auch nicht mehr im Top-Zustand. Dieses Auto steht schon lange in der Kiwittstraße.

Foto:
Philipp
Autor:
sph


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