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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Wolf ist entbehrlich, der Schäfer nicht
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Mit Tierkadavern gegen den Wolf″ (Ausgabe vom 15. Dezember).

Wir sollten uns alle an die Gesetze halten. Wenn unsere Politiker allerdings unhaltbare Gesetze verabschiedet haben, dann müssen sie dafür Sorge tragen, das zu korrigieren. Wenn das auf europäischer Ebene nicht machbar ist, dann gute Nacht, Europa. Dann werden die Wähler handeln müssen.

Ich glaube nicht, dass der Leserbriefschreiber ernsthaft glaubt, dass die Jäger nicht in der Lage wären, dass Schalenwild zu reduzieren. Sehr viele Jäger sind Waldbesitzer, und die Förster sind für Wald und Wildbestand in ihren Revieren zuständig. Für die Bekämpfung von Waschbär, Marderhund, Nutria oder Bisamratten, aber auch bei Fasanen ist der Wolf entbehrlich.

Entbehrlich sind aber nicht unsere Schäfer, die Landschaftspfleger ersten Ranges, sie will der , Grünen-Minister′ verpflichten, ihre Weideflächen zwei Meter hoch einzuzäunen, um Tiere vor dem Wolf zu schützen. Das hatte der Dammwildhalter getan, doch der Wolf war klüger, er benötigte nur fünf Minuten, um eine , Unterführung′ ohne ministerielle Genehmigung zu bauen. 23 Damhirsche, den klugen Politikern sei dank, sind qualvoll gestorben. Sie wären später sowie so geschlachtet worden.

Eine Deichsicherung ohne die Beweidung durch Schafe ist fast unmöglich. Die Schafe werden benötigt, weil sie mit ihren kleinen Klauen die Grasnarbe verfestigen und stärken. Da gibt es keine Alternative. All unsere feuchten Grünlandgebiete und Biotope sind offen und auf Beweidung angewiesen. Ohne Pflege würden sie in wenigen Jahren mit Büschen bewachsen.

Wollen wir das? Warum ist es nicht möglich, regulierend einzugreifen? Was würde die weit aus größte Mehrheit der Bevölkerung wollen? Ich bin mir sicher, 80 Prozent der Bevölkerung würden, nach sachlicher Aufklärung, für einen Abschuss der Wölfe sein. Der Wolf ist und bleibt eine gefährliche Bestie, die in einer Kulturlandschaft wie bei uns nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat.

Ich hoffe nicht, dass vorher noch ein Kind sterben muss. Es war 1977, als ein ausgebüxter Wolf in Delmenhorst einen siebenjährigen Jungen totgebissen hat. Wollen wir die letzten frei laufenden Schafe, Pferde und Kühe in Ställe sperren? Oder die Tierhalter zwingen, alle Wiesen und Weiden , wolfsicher′ einzuzäunen? Rund um den Alfsee und an den Deichen der Hase einen wolfsicheren Zaun ziehen, zwei Meter über und 50 cm in der Erde. Selbstschließende Tore wird es nicht geben können, die sind für einen Wolf kein Hindernis. Was soll mit den Deichen an der Küste geschehen? , Wolfsicher′ einzäunen? Große Hunde ausbilden, die Schafe schützen, aber Wölfe angreifen und vertreiben können? Und die Urlauber, Wanderer? Es kann sein, dass immer mehr Personen, die über entsprechende Mittel verfügen, in Notwehr handeln.

Dann ergeht es noch mehr Wölfen so wie dem, der durch das Bersenbrücker Land nach Holland und durch das Emsland Richtung Oldenburg zog. [. . .] Nördlich von Friesoythe ereilte ihn sein Schicksal, seine Spur war verloren. Politiker aller Parteien, handelt zum Wohle des Volkes, sonst ist das Volk gezwungen zu handeln.″

Hermann Bischof

Bramsche

Bildtext:
Gefährliche Bestie oder Regulator im Wald? Die Rückkehr des Wolfs in Niedersachsen sorgt für Diskussionen.

Foto:
dpa
Autor:
Hermann Bischof


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