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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Erzgebirge im Osnabrücker Land
Zwischenüberschrift:
Geologischer Lehrpfad auf dem Hüggel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kurz vorm Startpunkt herrscht unter der Woche Lärm. An der Osnabrücker Straße in Hasbergen zieht sich eine Baustelle entlang. Doch ob wochentags oder am Wochenende auf dem Hüggel ist davon nichts mehr zu sehen und zu hören.

Bauen ist ein Stichwort, das zum Hüggel passt. Wurden dort doch über Jahrhunderte Erz und Silber, Karbonsand- und Kalkstein abgebaut. Mit dem Bau der Georgsmarienhütte nahm der Abbau stark zu. Bis heute erinnern Relikte wie Seilbahnen an diese Geschichte.

Auch die Natur ist sehenswert. Wir sagen immer, dass der Hüggel so etwas wie das Erzgebirge des Osnabrücker Landes ist″, erklärt Hartmut Escher, Geschäftsführer des Natur- und Geoparks Terra-Vita. Die Landschaft ist abwechslungsreich: Es gibt enge, steile Schluchten und ebene Wege, Nadel- und Mischwälder. Über den Hüggel führen zwei geologische Lehrpfade. Rundwanderweg Nummer 1 eignet sich mit drei Kilometern für einen Sonntagsspaziergang. Vorgestellt wird hier der Große Rundwanderweg Nummer 2. Er ist mit seinen Steigungen anspruchsvoller, hat aber auf fast acht Kilometern viel zu bieten. Der Weg geht links von der Wanderkarte auf dem Parkplatz Roter Berg in den Wald. An den ersten vier Stationen fallen die Rundwanderwege zusammen. Danach führt der große nach rechts in einen Buchenwald. An dieser Stelle ist schon einer der zahlreichen Steinbrüche des Hüggels zu sehen. In den Felsvorsprüngen der Steilwände brüten Uhus. Nur mit viel Glück″ könnten Wanderer diesen Vogel auf dem Hüggel sehen, sagt Hartmut Escher.

Über einen Schotterweg geht es auf eine große Steilwand zu. Auch das ein typischer Anblick. Es sind 300 Millionen Jahre alte Gesteine, die durch erdinnere Kräfte aus 1000 Meter Tiefe an die Oberfläche geholt wurden, und die ältesten Gesteine im Natur- und Geopark Terra-Vita. Nur auf dem Piesberg und dem Schafsberg sind sie sonst noch zu finden.

Das nächste Highlight ist der Wanderweg Zur schönen Aussicht″. Oben angekommen reicht der Blick bei gutem Wetter bis zum Piesberg. Über schmale Wege geht es weiter zum Bödigestein, einem Gedenkstein für Hüggelforscher Nikolaus Bödige, der am 16. Oktober 1926 an dieser Stelle starb. Er habe wohl einen Herzanfall gehabt, sagt Werner Wessel. Der Leiter des Arbeitskreises Geschichte beim Kultur- und Verkehrsverein Hasbergen hat sich mit Bödige beschäftigt und Texte über ihn veröffentlicht. Der Mathe- und Geschichtslehrer am Osnabrücker Carolinum habe den Hüggel allumfassend″ erforscht. In erster Linie war er Naturforscher″, so Wessel. Bödige betrieb Geologie und Paläontologie, sammelte Fossilien und erschloss und kennzeichnete Wanderwege.

Weiter geht es zum Silbersee. Seinen Namen bekam der See in dem ehemaligen Kalkabbaugebiet durch sein silbrig-blaues Wasser. Heute ist er allerdings fast ausgetrocknet. Durch das dichte Grün, das mehr nach Urwald als nach Osnabrücker Land aussieht, ist er eine Attraktion. Zugleich ist er durch seine Steigungen die anspruchsvollste Stelle des Lehrpfades.

Vom Silbersee geht es an der südlichen Seite des Hüggels zurück zum Wanderparkplatz. Etwas mehr als einen Kilometer vor dem Ende gibt es vom Waldrand aus einen lohnenswerten Ausblick auf den Heidberg.

Informationen zum Lehrpfad gibt es in einer Exkursionsbroschüre im Museum Geozentrum Hüggel (Osnabrücker Str. 21). Dort ist eine Ausstellung zum Hüggel zu sehen. Öffnungszeiten: So. 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. 0 54 05/ 6 94 97. Am Sonntag findet eine Sternwanderung auf drei Routen über den Hüggel statt. Start- und Endpunkt ist die Töpferei Niehenke (Am Plessen 51).

Bildtexte:
Steilwand auf dem Hüggel: Das Gestein wurde durch erdinnere Kräfte aus 1000 Meter Tiefe geholt und gehört zu den ältesten Steinen im Natur- und Geopark Terra-Vita.

Der Bödigestein erinnert an den Hüggelforscher, der 1926 an dieser Stelle starb.

Fotos:
Anne Reinert
Autor:
Anne Reinert


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