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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein schönes Hobby soll nicht aussterben
Zwischenüberschrift:
Junge Männer aus Osnabrück und Bramsche lassen sich zu Rassegeflügel-Preisrichtern ausbilden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Viele traditionsreiche Vereine haben heute Nachwuchsprobleme den Hobby-Vogelzüchtern geht es da nicht anders. Doch es gibt sie, die jungen Rassegeflügel-Fans. Unter ihnen sind mit Sven Böhm (25) aus Osnabrück und Fynn Elling (19) aus Bramsche sogar zwei angehende Preisrichter.

Osnabrück/ Bramsche. Mehr als 460 Tauben- und mehr als 200 Hühnerrassen sind in Deutschland anerkannt. Jede Rasse hat ihre ganz eigenen Merkmale, die es mit züchterischem Geschick zu erhalten gilt und die auf Rassegeflügel-Schauen von Preisrichtern bewertet werden.

Sven Böhm nennt ein Beispiel: Bei Chabo-Hühnern wird darauf geachtet, dass sie einen großen Kamm mit breiten Zacken, einen kleinen, breiten Körper und einen tiefen Stand, sprich kurze Beine, haben.″ Er züchtet diese Zwerghuhnrasse selbst und hat derzeit 16 Tiere. Fynn Elling hingegen ist vertraut mit den Merkmalen von Süddeutschen Weißschwänzen, einer Taubenrasse, die er zusammen mit seinem Vater Nobert Niedernostheide als Einziger in Norddeutschland züchtet: Diese Tauben haben eine Haube mit Rosetten, ihr Stützgefieder ist schwarz und die Schnippe, ein Fleck auf der Stirn, weiß.″

Böhm und Elling müssen ein geschultes Auge für die rassetypischen Ausprägungen haben, schließlich lassen sie sich gerade selbst zu Preisrichtern ausbilden. Die aktiven Rassegeflügelzüchter würden immer älter, und wenn das Hobby Geflügelzucht erhalten bleiben solle, müssten sich mehr junge Leute engagieren, sind sich die beiden Jungzüchter einig. So entschieden sie sich für die dreijährige Preisrichter-Ausbildung, bei der es neben Fachkenntnissen auch darauf ankommt, unter Zeitdruck bewerten zu können. Außerdem ist eine fehlerfreie und leserliche Handschrift unabdingbar. Auf einer Rassegeflügelschau müssten schon mal 80 Tiere zügig hintereinander bewertet werden, erzählen die beiden. Die Wertung würde auf Karten und in Kataloge eingetragen, die sich Züchter und Besucher später anschauten.

Die Ausbildung zum Preisrichter besteht aus fünf Schulungstagungen pro Jahr. Hinzu kommen im ersten Jahr sechs Schreibarbeiten. Dabei begleitet der Anwärter den Preisrichter auf Schauen, füllt für ihn die Karten aus und tauscht sich über die Bewertung aus″, erklärt Norbert Niedernostheide, der selbst seit 30 Jahren als Preisrichter tätig und zweiter Vorsitzender der Preisrichtervereinigung Weser-Ems ist. Im zweiten Ausbildungsjahr bewertet der Anwärter probeweise selbst. Seine Wertungen werden anschließend mit denen eines erfahrenen Preisrichters verglichen. Am Ende des dritten Jahres müssen eine theoretische und eine praktische Abschlussprüfung bestanden werden.

Herangeführt an die Zucht wurde Sven Böhm von seinem Opa Benno Gustenberg. Seit seinem sechsten Lebensjahr hat der junge Mann eigene Hühner. Einfach auszuüben sei sein Hobby heute im Übrigen nicht. So dürften in vielen Wohngebieten keine Hühner mehr gehalten werden, und wo es doch erlaubt sei, mache man sich mit einem krähenden Hahn im Garten bei den Nachbarn nicht unbedingt beliebt. Trotzdem: Sven Böhm und Fynn Elling sind bereit, Kompromisse einzugehen und viel Zeit zu investieren für den Spaß an ihrem Hobby und den Fortbestand der Rassegeflügelzucht.

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Bildtext:
Die verschiedenen Rassen zu unterscheiden macht ihnen Spaß: Fynn Elling mit einer Süddeutschen Weißschwanz-Taube, Norbert Niedernostheide mit einem Chabo-Hahn und Sven Böhm ebenfalls mit Chabo-Hahn (von links).

Foto:
Carolin Hlawatsch
Autor:
Carolin Hlawatsch


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