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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrücker Tandem-Projekt
Zwischenüberschrift:
Geflüchtete Familien treffen Einheimische
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Osnabrücker Verein Exil hat ein neues Tandem-Projekt ins Leben gerufen: Es führt einheimische und geflüchtete Familien zur Begegnung und zum Austausch zueinander.

Rami hat eine Eins minus in Mathe bekommen. Stolz präsentiert der 14-jährige Syrer die gute Note Andreas Ottmer. Der Osnabrücker und seine Töchter Lea und Laura nehmen an dem Projekt Familientreffen des Exil-Vereins teil. Beim Sommerfest des Vereins wurden die Ottmers mit Ramis Familie zusammengeführt. Seitdem treffen sich die Familien in unregelmäßigen Abständen zu gemeinsamen Unternehmungen. Rami ist auch ohne den jüngeren Bruder und die ältere Schwester allein zu Gast bei den Ottmers, wenn seine Eltern im Sprachkurs sind. Sie trinken zusammen einen Tee oder spielen auf dem Hof ein wenig Basketball. Rami erweist sich da ebenso zielsicher wie die Ottmers, obwohl er eigentlich Fußball spielt.

Vor einigen Wochen hat der Mitarbeiter der Musik- und Kunstschule mit Rami Blätter verschiedener Bäume für den Biologieunterricht gesucht. Mit der guten Mathe-Note habe er allerdings nichts zu tun, lacht Ottmers. Hausaufgabenhilfe ist auch nicht das Wichtigste der Familientreffen. Vielmehr geht es darum, einheimischen und geflüchteten Familien ein Kennenlernen zu ermöglich, sagt Tatjana Giese, die bei Exil für das Projekt verantwortlich ist.

Begegnungen könnten Akzeptanz und Verständnis fördern und zugleich Hürden und Berührungsängste abbauen. Zugleich können die hier heimischen Familien den Neubürgern in Alltagsfragen behilflich sein. Wie selbstverständlich fördert der Kontakt den Spracherwerb der geflüchteten Familienmitglieder. Und wenn sich beide Seiten einig sind, ist natürlich auch Hausaufgabenhilfe möglich.

Bisher wurden nach Gieses Angaben sieben syrische Familien und eine aus dem Irak in dem Tandem-Projekt vermittelt. Das Interesse geflüchteter Familien an Kontakt zu Einheimischen sei sehr groß. Exil sucht deshalb weitere Familien mit Kindern. Teilnehmen können ebenso Paare ohne Kinder, Patchwork-Familien, Mehrgenerationenhaushalte und andere Lebensentwürfe, wie Tatjana Giese sagt.

Ins Gespräch kommen

Der Verein Exil begleite Infotermine und Kennenlerngespräche. Die Teilnehmer würden zu Exil-Veranstaltungen wie Sommerfesten, Weihnachtsfeiern und Ausflügen eingeladen. Geplant seien regelmäßige Treffen für einheimische Familien, um sie für die Unterstützung geflüchteter Familien zu qualifizieren.

Warum macht Andreas Ottmer beim Familientreffen mit? Ich möchte etwas weitergeben, was ich in meinem Elternhaus erfahren habe″, sagt der Musik- und Theaterpädagoge. Außerdem sei es sehr interessant, mehr über andere Kulturen und Lebensweisen zu erfahren. Einheimische und Geflüchtete müssen miteinander ins Gespräch kommen″.

Persönliche Begegnungen seien der beste Weg, um Vorurteile und Ängste abzubauen oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Weitere Informationen beim Verein Exil per E-Mail an tatjana-giese@ exilverein.de.

Bildtext:
Eine Runde Basketball im Hof der Familie Ottmer (von links): Rami, Tatjana Giese vom Verein Exil, Andreas Ottmer und Tochter Laura.

Foto: Egmont Seiler


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