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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klaus und Claus gegen die Wölfe
Zwischenüberschrift:
Schäfer setzen auf Abwehr durch Esel – 23 Tiere in Damwild-Gehege gerissen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wölfe breiten sich in Niedersachsen aus. Immer wieder werden vor allem Schafe gerissen, auch hinter einer Attacke auf Damwild an diesem Wochenende werden Wölfe vermutet. Manche Schäfer setzen bei der Abwehr der Raubtiere auf Esel.

dpa Brockhimbergen/ Freiburg. Nach einer Wildtier-Attacke sind in einem Damwild-Gehege im Landkreis Uelzen 23 Tiere gestorben. Die meisten starben bereits durch den Angriff, zwei Tiere wurden so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten, wie Halter Joachim Strampe am Sonntag schilderte. Er geht von einer Wolfsattacke aus, belastbare Ergebnisse stehen aber noch aus. Zuerst hatte die Allgemeine Zeitung″ aus Uelzen über den Fall berichtet.

Der Wolfsberater war bereits hier Geruch und Kot sprechen deutlich für den Wolf″, sagte Strampe. Auch Wolfsberater Klaus Bullerjahn selbst bestätigt: Es spricht alles für den Wolf.″ Um den Verdacht zu bestätigen, muss aber eine DNA-Probe ausgewertet werden.

Das Damwild in der Ortschaft Brockhimbergen ist eigentlich durch einen Zaun geschützt. Die Angreifer konnten am Freitag allerdings unter der Verankerung einen Weg zur Weide graben.

In Niedersachsen sind seit Längerem Wölfe unterwegs. Vor allem Schaf- und Ziegenhalter sorgen sich um ihre Tiere. Auch Kay Krogmann. Seine Schafe stehen auf einer Weide hinter dem Deich . Das Kehdinger Land liegt an der Elbe zwischen Stade und Cuxhaven, doch auch hier im flachen Norden Niedersachsens sind die Wölfe längst angekommen. Seit 2012 haben wir 50 Schafe durch die Wölfe verloren. Dieses Jahr hatten wir schon zwei Übergriffe″, sagt Krogmann. Jede Nacht hat man Angst. Ich werde wach und habe Bilder von den Wolfsangriffen im Kopf.″

Der 36-Jährige ist mit seinen Tieren für den Erhalt der Deiche zuständig. Die Schafe verdichten den Boden und halten die Grasnarbe kurz.″ Aber gerade auf dem Deich am Fluss können keine Zäune aufgestellt werden, und wegen der fehlenden Zäune gibt es nur im Ausnahmefall Schadenersatz vom Land, wenn der Wolf zuschlägt. Herdenschutzhunde am Deich sind für mich verboten, die Gefahr für Urlauber ist zu groß″, sagt Krogmann. So testet er jetzt zwei Esel zur Abwehr der Wölfe, Claus und Klaus nennt er sie, seit dem 3. Oktober sind sie da.

Die Esel hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Mitteln des Umweltministeriums in Hannover angeschafft. Aus der Schweiz und den USA wird von positiven Erfahrungen berichtet″, sagt NLWKN-Sprecher Achim Stolz. Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt.″ Zunächst gehe es um die Eingliederung der Esel in die Herde. Das Projekt soll zeigen, ob und wie Esel erfolgreich im Herdenschutz eingesetzt werden können.″ Ein Vorteil ist der günstige Unterhalt: Zwei Möhren am Tag und ein wenig Heu, sonst füttern sie sich selber″, sagt Krogmann. Nur einen Hektar einzuzäunen kann bis zu 20 000 Euro kosten.″ Und: Die können über 40 Jahre alt werden. Herdenschutzhunde kann man nur etwa vier Jahre einsetzen.″ Auch störe Kälte die beiden gar nicht, erklärt er.

Gute Erfahrungen mit Eseln hat Schäfermeister Tino Barth gemacht, seine Schafe stehen im Landkreis Vechta. 13 Tiere hat er durch eine Wölfin verloren, da waren aber keine Esel auf der Weide. Der Esel rennt nicht weg, er stellt sich dem Wolf″, sagt Barth. In den Herden, wo die Esel integriert waren, kam es zwar zu Übergriffen, wir hatten aber keine Verluste″, betont er. Die Esel sind an der Innenseite am Zaun neben dem Wolf hergelaufen, haben geschrien und nach den Tieren getreten, das haben Augenzeugen beobachtet″, sagt er. Ein Esel ist eine lebende Alarmanlage, das war optimal.″

Mit den Maßnahmen des Wolfsmanagements für den Schutz von Nutztieren sind wir auf einem guten Weg″, sagt Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). „ Trotz der wachsenden Wolfspopulation in Niedersachsen hat es im Vergleich zum letzten Jahr keine Zunahme von Nutztierrissen gegeben; in einzelnen Bereichen sind die Fallzahlen sogar rückläufig.″

Bildtext:
Auf Wachtposten für die Schafherde: die Esel Klaus (links) und Claus.

Foto:
dpa


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