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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Seiters: Als wenn bei uns 30 Millionen Flüchtlinge wären
Zwischenüberschrift:
Herrenabend im Osnabrücker Club
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. DRK-Präsident Rudolf Seiters sprach beim Herrenabend des Osnabrücker Clubs zum Thema Flüchtlingshilfe und Fluchtursachen. Die Stiftung des Osnabrücker Clubs unterstützt das DRK Osnabrück mit 5000 Euro.

166 Herren waren am Freitagabend im Hotel Remarque zu Gast beim traditionellen Herrenabend des Osnabrücker Clubs. Gastredner war Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und ehemaliger Bundesinnenminister. Er sprach über die Arbeit des DRK in der aktuellen Flüchtlingskrise.

Es hat noch nie so eine schnellere Abfolge von Naturkatastrophen und Kriegen gegeben″, betonte Seiters. Immer mehr Menschen müssten ihre Heimat verlassen. Derzeit seien weltweit 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Der seit sechs Jahren andauernde Krieg in Syrien sei eine der schlimmsten Katastrophen der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg, erklärte Seiters. 250 000 Tote seien bereits zu beklagen, Millionen Menschen seien betroffen. Die meisten Flüchtlinge fänden jedoch in der Region Aufnahme. Neben der Türkei, die mit 2, 5 Millionen Menschen die zahlenmäßig größte Last trage, sei es vor allem Libanon. Dort lebten derzeit über eine Million Menschen in Lagern bei einer Einwohnerzahl von vier Millionen.

Das wäre, als wenn bei uns 30 Millionen Flüchtlinge wären″, verglich Seiters. Er selbst habe Damaskus und Beirut besucht und die Situation vor Ort gesehen, sagte er. Die Trostlosigkeit in den Lagern habe ihn schwer erschüttert. Es war klar, dass die sich auf den Weg machen.″ Europa habe zu lange zugeschaut.

In der Region sei die Lage einfach zerstörerisch. Das DRK wird helfen, soweit das noch möglich ist″, versprach der DRK-Präsident. Bis heute habe das DRK bereits Hilfsmittel im Wert von über 60 Millionen Euro in die Region geliefert, vom Generator bis zum Babykit. Dabei habe die Organisation trotz international anerkannter Schutzzeichen sogar Tote zu beklagen. Das alles helfe aber nicht, wenn nicht der Konflikt selbst gelöst würde.

25 000 im Einsatz

Neben seiner Arbeit vor Ort habe das DRK auch in Deutschland dazu beigetragen, die Krise von 2015 zu meistern. 25 000 Ehrenamtliche und Hauptamtliche waren im Einsatz. Allein 65 000 Feldbetten, 10 000 Etagenbetten seien in den Flüchtlingszentren aufgebaut worden. Jetzt sei die vornehmliche Aufgabe die Integration.

Heute brauchen wir europäische Regeln″, forderte Seiters. Flüchtlingszentren, damit Schutzsuchende nicht über das Meer müssen, Hot Spots in den Fluchtländern und ein problematischer Deal mit der Türkei seien wichtig, aber keine Lösung. Europa muss als Wertegemeinschaft und nicht in nationaler Abschottung agieren. Das ist eine beschämende Situation.″

Die Welt als großes Solidarsystem werde aber eine Illusion bleiben, befürchtet Seiters. Wer das Wort von der weltweiten Solidarität ernst nimmt, müsse einen Beitrag leisten. Da sei es unerträglich, dass das Ernährungswerk seine Rationen in den Lagern kürzen musste, weil das Geld fehlte. Das wiederum habe zum Flüchtlingssturm beigetragen.

Ganz regional wird die Spende der Stiftung des Osnabrücker Clubs eingesetzt. Zum 150. Geburtstag des DRK-Ortsverbandes erhielt dessen Präsident Wolf Ewerts eine Spende über 5000 Euro. Mit diesem Geld soll ein neuer Krankenwagen mitfinanziert werden.

Bildtext:
5000 Euro für das DRK Osnabrück: Beim Herrenabend überreichte Fritz Brickwedde (Mitte) eine Spende der Stiftung des Clubs an das DRK Osnabrück. DRK-Präsident Rudolf Seiters (links) und Wolf Ewerts als Präsident des Ortsverbandes freuten sich über die Unterstützung.

Foto:
Robert Schäfer
Autor:
rs


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