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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Eine Mülltonne mit Namen Bubble
 
Besuch aus dem All? Die Bubbles kommen
Zwischenüberschrift:
Servicebetrieb testet neue Großmülleimer in der Hasestraße
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) rackert sich ab, um dem Müllproblem in der Innenstadt Herr zu werden. Nachhaltig, aber vor allem auch kostengünstig soll die Lösung des Problems sein. Weniger Abfuhren wären da eine Möglichkeit an der Kostenschraube zu drehen. Selbstpressende Mülleimer namens Big Belly hielten Einzug, scheiterten aber, weil sie unsachgemäß bis gar nicht bedient wurden.

Nun soll es vielleicht eine futuristisch anmutende Großtonne aus Edelstahl richten, die bis zu 600 Liter Müll fasst. Sie hört auf den schönen Namen Bubble und wird vom OSB in elffacher Ausführung demnächst in der frisch renovierten Hasestraße getestet. Parallel soll auch noch eine weitere selbstpressende Tonne in den Feldversuch geschickt werden.

Da rollt was zu auf Osnabrück: Große, kugelige Behälter aus Edelstahl, sollen helfen, das Müllproblem in der Innenstadt zu beheben. Die futuristischen Abfallbehälter könnten die ungeliebten Big Bellys ersetzen.

Osnabrück. Wenn während der Ausschusssitzung des Osnabrücker Servicebetriebs (OSB) ein kleines grünes Männchen aus dem kugeligen Edelstahlbehälter im Konferenzraum an der Hafenringstraße gesprungen wäre, hätte es wohl kaum einen der Anwesenden verwundert. Zu abgefahren sehen die Tonnen aus, die demnächst für einen Testlauf in der Hasestraße aufgestellt werden sollen.

Bubble″ heißt das Raumwunder unter den Müllsammelbehältern. Es ist mit seinen 360 bzw. 600 Liter Fassungsvermögen mithin mehr als dem Fünffachen eines normalen Behälters ein wahrer Schluckspecht unter den Abfalleimern. Dabei nimmt das Müllmonster durch seine kugelige Form nur wenig Platz in Anspruch und macht optisch reichlich was her. Und was so futuristisch daherkommt, wird selbstredend auch nicht mehr per Hand geleert. Bubbles Inhalt wird abgesaugt. Das könne mit den im OSB bereits vorhandenen Kehrmaschinen geschehen, verspricht OSB-Mitarbeiter Heinz Schröder.

Schröder stellte Bubble am Mittwoch im OSB-Betriebsausschuss vor. Es ist der nächste Versuch, des Vermüllungsproblems vor allem in der Großen Straße Herr zu werden. Nachdem es zwischen Big Bellys und den Osnabrückern zu keiner tiefer gehenden Freundschaft gekommen ist, dürften die selbstpressenden Tonnen ihr Verfallsdatum erreicht haben. Allerdings würden sie im Falle des Dahinscheidens nicht auf den Müllberg der Geschichte wandern, sondern nach Vorstellung des OSB in Zahlung gegeben werden.

Zunächst einmal probeweise wollen Schröder und sein Team elf Bubbles in der generalüberholten Hasestraße positionieren und beobachten, ob die Osnabrücker mit den neuen Behältern auch fremdeln oder ob diese spacigen Riesenmülleimer auf mehr Akzeptanz stoßen als die Big Bellys. Die Tonnen sind eine Leihgabe aus Berlin. Die Kosten für das Experiment beziffert Schröder mit 5000 Euro.

Schröder und sein Chef, OSB-Betriebsleiter Axel Raue, wollten sich im Ausschuss ein Stimmungsbild zum Tonnenversuch abholen. Das fiel einheitlich aus. Fast. Nur Kerstin Albrecht (Bund Osnabrücker Bürger), wollte von dem Versuch nichts wissen. Erfahrungswerte könne man sich auch auf dem Papier einholen, monierte sie die Geldausgabe. Der Rest der Politikerriege sah in dem Test einen unterstützenswerten Versuch. Ich bin kein Big-Belly-Freund″, bekannte der Ausschussvorsitzende Heiko Panzer (SPD), der den Versuch ebenso begrüßte wie Christian Münzer (CDU), der die Bubbles zudem in die Rubrik sehen gut aus″ einsortierte.

Schröder machte deutlich, dass der OSB bestrebt sei, vor allem ein effizientes System zu finden, das zugleich von den Bürgern akzeptiert werde. Die Bubbles seien hier ein mögliches Modell. Auch sie seien in der Lage, ihren Füllstand an die OSB-Zentrale zu melden, und könnten durch ihre Größe den Leerungszyklus minimieren.

Parallel will der OSB auch noch ein selbstpressendes Modell, analog zu den Big Bellys, testen. Allerdings bietet dieser Hersteller eine komfortablere Leerungstechnik an, die nach Schröders Worten den Betrieb der Tonnen noch einmal effizienter mache. Für welches System nach Abschluss der Tests die Entscheidung fällt, ist für Schröder völlig offen.

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Bildtext:
Elf Bubbles, wie dieser an der Flensburger Hafenpromenade, will der Osnabrücker Servicebetrieb testweise in der renovierten Hasestraße aufstellen.
Foto:
Lune Raummobiliar

Kommentar
To-Go ist Unsinn

Die Osnabrücker fremdeln mit den Big Bellys, verweigern deren ordnungsgemäßen Gebrauch. Also muss der OSB Zeit und Manpower investieren, um das Müllproblem in den Griff zu bekommen. Das kostet ärgerliches Geld. Es werden Gebühren ausgegeben, um Folgen auszubügeln, die Dummheit und Sorglosigkeit einiger Müll-Ignoranten verursachen.

Das eigentliche Problem aber liegt in einer Gesellschaft, die offensichtlich immer unterwegs ist und deshalb möglichst viele Produkte als To-go-Variante braucht. Warum muss man chinesische Nudeln aus einem Imbiss, wo man hätte vom Teller essen können, in einem Pappkarton vor die Tür tragen, um sie dann, auf einem Blumenkübel sitzend, zu verzehren? Und ist Kaffee aus Pappbechern, im Laufschritt getrunken, tatsächlich ein Genuss? Das ist absurd.

Ohne eine Veränderung des Konsumverhaltens wird sich an der Müllproblematik nichts ändern, bis auf die Kosten die werden steigen.
Autor:
Dietmar Kröger


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