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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Busbahnhof am Berliner Platz?
Zwischenüberschrift:
Vorschlag für ÖPNV-Knotenpunkt wird von der Stadt skeptisch gesehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn der Neumarkt eines Tages nicht mehr Dreh- und Angelpunkt des Osnabrücker Liniennetzes, vielleicht sogar busfrei sein soll was dann? Ein Bürger schlägt den Berliner Platz für einen zentralen Omnibusbahnhof vor. Die Stadt ist skeptisch.

Osnabrück. Peter Krallmann ist am Berliner Platz aufgewachsen. Das heutige Erscheinungsbild dieser Ecke stört ihn genauso wie die Aussicht auf einen Neumarkt, über den auch nach geplanter Umgestaltung täglich Tausende Busse rollen. So wird es nicht gelingen, am Neumarkt eine hinreichende Aufenthaltsqualität zu erzeugen″, meint der 66-Jährige. Und spricht damit vielen Osnabrückern aus dem Herzen einschließlich der Ratsmehrheit.

Doch Krallmanns Kritik ist konstruktiv: In einer E-Mail an den Oberbürgermeister hat er jetzt ausführlich beschrieben, wie die Lösung des Problems seiner Meinung nach aussehen könnte. Kern seines Vorschlags ist die Errichtung eines zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Berliner Platz konkret auf der Fläche zwischen Wittekindstraße, Kleiststraße, Goethering und Bahndamm.

Um dortige Stellplätze für Autos zu erhalten, soll der ZOB laut Krallmann mit Parkdecks in möglichst filigraner Stahlverbund-Bauweise″ überbaut werden. So entstehe ein neues, citynahes Park-and-ride-Angebot. Auch eine Radstation mit öffentlichem Pedelec-Verleih kann sich der frühere Maschinenbauingenieur vorstellen. Radverkehr soll ja zunehmen.″

Um den Neumarkt vom Busverkehr zu entlasten, schlägt Krallmann vor, alle Haltestellen außerhalb des Wallrings vom ZOB aus nur über den Ring zu bedienen. Über den Neumarkt sollen nur noch jene Busse fahren, welche Stationen innerhalb des Rings bedienen. Dadurch kann die Anzahl der Busfahrten über den Neumarkt um mindestens 80 Prozent reduziert werden″, glaubt der Osnabrücker. In entsprechendem Maße würde auch die Schadstoffbelastung in der Luft sinken.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) erteilt solchen Überlegungen jedoch eine Absage. Die Stadt sehe für den Berliner Platz eine städtebaulich anspruchsvollere Nutzung″ vor, lässt er Krallmann in seiner Antwort-Mail vom 3. November wissen. Weiter heißt es, eine Verlagerung der zentralen Umstiegshaltestelle vom Neumarkt zum Berliner Platz hätte Auswirkungen auf die gesamtstädtische Qualität″ des öffentlichen Personennahverkehrs in Osnabrück. Dabei stützt sich Griesert auf eine Einschätzung der Stadtwerke Osnabrück.

Ein ZOB am Berliner Platz einschließlich der vorgeschlagenen Linienführung hätte demnach zur Folge, dass die umstiegsfreie Erreichbarkeit der zentralen Innenstadtbereiche für die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste wegfallen″ würde. Diese Fahrgäste müssten dann einen Umweg über den neuen ZOB in Kauf nehmen, an dezentralen Haltestellen auf dem Wallring umsteigen oder weiter laufen als heute. Auch der Umstieg am Wallring sei in den meisten Fällen aufgrund von Kreuzungen mit längeren Fußwegen verbunden zum Beispiel an den Übergängen zur Martinistraße und Johannisstraße.

Eine Führung der meisten Buslinien über den hochbelasteten Wallring ohne Einrichtung von Sonderspuren für den Busverkehr würde sich zudem negativ auf die Fahrzeiten und die Pünktlichkeit des ÖPNV-Systems auswirken″, teilt der Oberbürgermeister abschließend mit. Der ÖPNV werde dadurch unattraktiver und böte keinen Anreiz zum Umstieg auf den Bus″.

Soll der Neumarkt Osnabrücks Bus-Drehscheibe bleiben, oder gibt es vielleicht bessere Alternativen? Sagen Sie Ihre Meinung auf noz.de

Bildtext:
Der Berliner Platz von oben: Blickfang ist das Sparkassen-Hochhaus, von dem nach links und rechts der Wallring abgeht. In der oberen Bildmitte liegt der Parkplatz, den der Osnabrücker Peter Krallmann zur Entlastung des Neumarkts als Standort für einen zentralen Omnibusbahnhof vorschlägt. Ein Vorteil dieser Idee: Das Busdepot der Stadtwerke befindet sich gleich gegenüber hinter dem Bahndamm.
Foto:
Archiv/ Gert Westdörp
Autor:
Sebastian Stricker


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