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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadtwerke säubern Rückhaltebecken am Kampweg
Zwischenüberschrift:
In 30 Jahren haben sich 14 000 Tonnen Schlamm angesammelt – Fische wurden umgesiedelt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadtwerke Osnabrück befreien derzeit das Regenrückhaltebecken am Kampweg in Hellern von Schlammablagerungen. Nötig ist dies, um Hase und Düte zu entlasten und den Hochwasserschutz zu gewährleisten.

Das Regenrückhaltebecken am Kampweg ist mit einem Fassungsvermögen von maximal 45 000 Kubikmetern Wasser und einer Fläche von zweieinhalb Hektar das größte in Osnabrück. Wasser aus der Regenkanalisation wird in solche Becken geleitet und dann mit verminderter Geschwindigkeit in die Flüsse abgelassen, in diesem Fall in die Düte. Auf diese Weise dienen die Becken bei starkem Regen als sogenannte Vorfluter. Viele der insgesamt 90 Becken im Osnabrücker Stadtgebiet sind in eine Grünanlage eingebettet und dienen auch als Naherholungsgebiet.

Gebaut wurde das Bassin in Hellern vor rund 30 Jahren. Seitdem habe es keine Entschlammung gegeben, erzählt Ingo Hannemann, der technische Leiter der Stadtwerke. Vor allem durch den Abrieb von Autoreifen, dem Wasser aus Dachrinnen und durch organisches Material wie Laub komme es zu Ablagerungen.

Im Laufe der Jahre hätten sich 14 000 Tonnen Schlamm angesammelt, die nun mit schweren Baggern abgetragen werden müssten, so Hannemann weiter. Teilweise türmt sich der Morast, etwa an der tiefsten Stelle, auf bis zu einen Meter auf. Damit möglichst wenig Feuchtigkeit in dem Schlamm verbleibt, wird das Material vor dem Abtransport zunächst aufgehäuft, sodass der Druck es entwässert. Grob gerechnet, werden trotzdem 700 Lkw-Ladungen benötigt, um den Schlamm wegzuschaffen. Insgesamt veranschlagen die Stadtwerke für die Sanierung rund eine Million Euro. Der wesentliche Teil davon entfällt auf die Entsorgung.

Ein Großteil des abgetragenen Morastes wird auf der Mülldeponie am Piesberg entsorgt. Denn wenn Wasser aus Regenrinnen in das Becken läuft, seien die Ablagerungen meist durch Zink und Kupfer belastet, erläutert Sven Kreutzmann vom Kanalbau und - betrieb der Stadtwerke-Tochter SWO Netz GmbH. Andere Möglichkeiten der Entsorgung können in einer Aufschüttung zu einem Lärmschutzwall bestehen oder auch in der Verwendung als Dünger auf einem Acker. Wenn die Wetterbedingungen es zulassen, sind die Verantwortlichen zuversichtlich, die Entschlammung bis Mitte Dezember abgeschlossen zu haben. Der komplette Rückbau soll dann bis Ende Januar 2017 erfolgen.

Entschlammungen sind nur von Oktober bis Ende Januar möglich, außerhalb der Vegetations- und Brutzeit. Wir krümmen hier keinem Tier ein Haar oder eine Schuppe″, betont Hannemann. Eine Herausforderung war die Fischwelt in dem Becken. Hier leben zum Beispiel Karpfen, Aale und Hechte. Der größte Fisch sei ein rund 20 Kilogramm schwerer Karpfen gewesen, berichtet Kreutzmann.

Zunächst werde Wasser abgepumpt, sodass sich die Fläche verringere. Dann erhalten die Tiere einen kurzen Stromschlag, durch den sie betäubt werden und an der Oberfläche schwimmen. Die Mitarbeiter sammeln sie dann ein und setzen sie in anderen Gewässern wieder aus. Geschützte Arten würden in die Gräfte auf Gut Sutthausen gebracht.

Nach Abschluss der Entschlammungsarbeiten werden die Fische übrigens nicht wieder dort eingesetzt. Neue Populationen würden schon bald wieder von selbst entstehen, sagen die Experten.

Bildtexte:
14 000 Tonnen Schlamm müssen im Regenrückhaltebecken am Kampweg in Osnabrück-Hellern abgetragen werden.
Durch zwei Zuflüsse fließt Wasser in das Becken. Abrieb von Autoreifen, Material aus Dachrinnen und Laub sorgen dabei für Schlammablagerungen.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
ue


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