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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nun kommt der barrierefreie Zugang
Zwischenüberschrift:
Außenarbeiten am Haus der Jugend begonnen – Innenumbau noch nicht absehbar
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Er habe schon nicht mehr mit einem barrierefreien Zugang während seiner Dienstzeit gerechnet, witzelt der langjährige Leiter des Hauses der Jugend, Joachim Groneberg. Der Zugang über eine neue Rampe ist aber nur der erste Teil zur kompletten Barrierefreiheit.

Osnabrück. Lange hat es gedauert, bis die Bagger an der Großen Gildewart anrücken konnten. Nach mehreren Anläufen sollte im vergangenen Jahr der Umbau erfolgen. Die dafür notwendigen Mittel von 65 000 Euro sollten aus den Mitteln für Bauunterhaltung in den Jugend- und Gemeinschaftszentren kommen.

Doch dann machte die vom Oberbürgermeister verhängte Haushaltssperre allem einen Strich durch die Rechnung. Danach mussten alle Ausgaben über 10 000 Euro vom Finanzvorstand genehmigt werden. Und der lehnte die Freigabe der Mittel ab, weil es bereits einen behindertengerechten Zugang über den Innenhof gebe.

Den gibt es in der Tat, allerdings sei die Rampe nicht normgerecht, sagte Groneberg bei einer Ortsbesichtigung. Für die Eltern, die mit Kinderwagen das Mütterzentrum ansteuern, sei das machbar. Ein Rollstuhlfahrer könne aber kaum allein den Anstieg bewältigen. Außerdem sei der Weg im Herbst von Laub und Ästen bedeckt, sodass er sogar schon mal aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste.

Hinzu komme, dass der Innenhof abends bei Veranstaltungen geschlossen sei. Rollstuhlfahrer müssten sich anmelden, um vorher ein- und nachher hinausgelassen zu werden. Dieser Zustand war in den vergangenen Jahren oft von Politikern und Betroffenen kritisiert worden.

Als das Haus der Jugend vor 62 Jahren eröffnet wurde, spielte Barrierefreiheit noch keine Rolle und wurde auch beim späteren Umbau nachlässig behandelt. Allerdings ist das Haus der Jugend seit Jahrzehnten offen für alle Generationen. Die mehr als 100 000 Besucher setzen sich nach Gronebergs Auskunft zu je einem Drittel aus Nutzern der Kinder- und Jugendarbeit, aus Veranstaltungsgästen und aus den unterschiedlichsten Gruppen zusammen, die die Räume im ersten Stockwerk nutzen.

Das Obergeschoss mit dem kleinen Saal bleibt mobilitätseingeschränkten Menschen weiterhin verschlossen. Ein Fahrstuhl vom Keller bis zum ersten Stock kann das Haus zu immerhin 90 Prozent barrierefrei machen. Rund 200 000 Euro würde der Umbau nach Berechnungen des städtischen Eigenbetriebs Immobilien und Gebäudemanagement kosten.

Der weitere Umbau dürfe auf keinen Fall wieder so lange verzögert werden wie der erste, sagte Uli Sommer, scheidender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, auf Anfrage unserer Redaktion. Einer der größten Treffpunkte für viele Menschen aller Altersgruppen müsse ohne Barrieren zugänglich gemacht werden.

Bildtext:

Über zwei Rampen mit jeweils zwei Etappen soll das Haus der Jugend barrierefrei zugänglich gemacht werden. Wenn das Wetter mitspielt, können die Arbeiten bis Ende des Jahres beendet werden.
Foto:
Jörn Martens

Kommentar
Endlich!

Für langjährige Kenner der Jugendarbeit scheint es ebenso unfassbar wie für Besucher und Freunde der Einrichtung: Das Haus der Jugend bekommt einen barrierefreien Zugang. Endlich! Beinahe wäre der langjährige Traum schon vor einem Jahr erfüllt worden. Dann kam allerdings die Haushaltssperre dazwischen.

Die Freude darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies nur der erste Schritt sein kann. In Zeiten der Inklusion kann es kein Luxus sein, allen Menschen den Zugang zum gesamten Haus der Jugend zu ermöglichen. Durch den ersten Bauabschnitt ist zunächst das Erdgeschoss problemlos zu erreichen. Das erste Obergeschoss mit dem kleinen Saal und den viel genutzten Gruppenräumen bleibt für bewegungseingeschränkte Menschen weiterhin unerreichbar.

Rund 200 000 Euro würde nach bisherigen Berechnungen der Einbau eines Fahrstuhls vom Keller bis zum ersten Stock kosten. Angesichts der städtischen Finanzlage glauben nur unverbesserliche Optimisten, dass der zweite Bauabschnitt noch in diesem Jahrzehnt verwirklicht wird.
Autor:
Ulrike Schmidt


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