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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lichtkunst im Botanischen Garten
Zwischenüberschrift:
Noch bis Sonntag „Shining Gap″-Festival am Westerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zwölf Künstler verwandeln den Botanischen Garten der Universität Osnabrück am Westerberg noch bis Sonntag in ein Freilichtmuseum für Lichtkunst. Wir sind auf Entdeckungstour gegangen.

Osnabrück. Es blinkt nervös. Besucher werden von einer Art Brücke empfangen, an der mehrere Leuchtstoffröhren befestigt sind. Doch statt den rechten Weg zu Shining Gap″, dem Festival für Lichtkunst im Botanischen Garten, zu weisen, gehen die Lampen andauernd aus und wieder an. Da scheinen wohl die Starter kaputt zu sein″, mutmaßt ein Besucher, der aufgrund des Blinklichts nicht in der Lage ist, die Beschreibung zu lesen, die der Veranstalter neben der Installation angebracht hat. W-O-W″ heißt das Kunstwerk, das natürlich nicht defekt ist. Die Lampen wurden so programmiert, dass eine Art Morsecode entsteht, der allerdings schwer zu entziffern ist.

Nach diesem irritierenden Empfang darf sich der Besucher des Botanischen Gartens sicher sein, dass noch mehr Überraschungen auf ihn warten. Immerhin hat Tim Roßberg, Initiator von Shining Gap″, zwölf Künstler zu seinem Festival für Lichtkunst in die künstlich angelegte Naturlandschaft eingeladen. Poetisches, Kritisches, Rätselhaftes, Plakatives oder eben auch Irritierendes begegnet dem Besucher auf seiner Entdeckungstour durch den Garten.

Abgasgeruch sticht einem plötzlich in die Nase. Bald entdeckt man auch die Quelle, denn lautes Geknatter stört die ansonsten eher andächtige Ruhe. Ein Mann trägt einen Stromgenerator in der einen Hand, in der anderen eine abgesägte Straßenlaterne, die seine direkte Umgebung in rötlich-gelbes Licht hüllt. Wie eine Fata Morgana verschwindet der Leuchtenmann hinter dem nächsten Busch, und man kann sich wieder den Installationen und Projektionen widmen, denen man auf Schritt und Tritt begegnet.

Da weht ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe über einen Teich, begleitet von zarten Lichtzeichen und Buchstaben. Einige Meter weiter kündigt elektronisches Wummern an, dass die Welt auf zwei großen Leinwänden wie beim Blick durch ein Kaleidoskop in ihre Einzelteile zerfällt.

Hinter einer Baumgruppe taucht ein Gebilde aus bemaltem Holz, Stäben und Kunstrasen auf, das vielen Besuchern Rätsel aufgibt. Was ist das denn für ein Haufen?″, fragen die einen, während andere der merkwürdigen Architektur aus der räumlichen Distanz einen ästhetischen Reiz abgewinnen.

Nach einem Zwischenstopp an einem mobilen Kaffeestand oder an der Getränkebude vor dem Bohnenkamp-Pavillon, wo vier großformatige gemalte Farbimpressionen einen Kontrapunkt zu den Projektionen und Lichtinstallationen im Außenbereich bieten, geht es weiter. An einer Felsrippe schweben riesige Buchstaben heran und fügen sich zu einer kritischen Textcollage zum Thema Flucht. Ein Vexierspiel entsteht an anderer Stelle, wo eine Künstlerin mithilfe einer weißen Pappe Pflanzen aus ihrem natürlichen Umfeld heraushebt. Diese erscheinen wie gemalt, werden zu einem Ausstellungsstück, um sich im nächsten Moment wieder unauffällig in die Natur einzufügen.

Mit dem englischen Wort creepy″ (gruselig) kommentieren einige junge Leute den Film, der einen Mann mit einer Leuchtröhre auf seinem Weg durchs nächtliche Schöppingen begleitet. Dort schien die Zeit stillgestanden zu haben: Freeze! Spannend findet hingegen der professionelle Lichttechniker York Wegener die Installation Rope Screen″ in der Nähe des Regenwaldhauses. Bei seinem Rundgang entdeckte er das zwischen zwei Halterungen in Schwingung versetzte Seil, das, entsprechend beleuchtet, einen virtuellen Raum entstehen lässt.

Bildtext:

Projektionen und künstliche Landschaft verschwimmen zu einem Gesamtkunstwerk. Fotos: Hermann Pentermann

Ein wenig Grusel ist durchaus erwünscht: der seltsame Leuchtenmann.
Autor:
Tom Bullmann


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