User Online: 1 | Timeout: 03:58Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
In Zukunft wird die Neumarkt-Sperrung Konsens sein
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur aktuellen Debatte um die Situation auf dem Neumarkt und die künftige Gestaltung des Platzes.

Die Auseinandersetzung um den Neumarkt weckt Erinnerungen: Bis Anfang der 90er-Jahre wurde der Marktplatz als Parkplatz genutzt, die mit Pollern und Kette abgetrennte Straße am Markt war Durchgangsstraße ebenso wie die nördliche Krahn straße und die Kleine Domsfreiheit. An der Kreuzung Dielingerstraße/ Lortzing straße/ Krahnstraße musste eine Ampelanlage dafür sorgen, dass Fußgänger die Straße überqueren konnten. Die Einrichtung einer Fußgängerzone am Markt und in der nördlichen Krahnstraße sowie die Sperrung der Kleinen Domsfreiheit für den Pkw-Verkehr war begleitet von wütenden Protesten und der Entwicklung von Untergangsszenarien wie der Unerreichbarkeit der Innenstadt.

Unterschied zu heute: Nahezu der gesamte Einzelhandel beteiligte sich an den Protesten, der Einzelhandelsverband initiierte sogar einen Bürgerantrag. Heute gibt es, vielleicht mit Ausnahme der Aktivisten des BOB, wohl niemanden mehr, der bestreitet, dass die Maßnahmen sich umfassend positiv auf die Stadtentwicklung ausgewirkt haben und dass alle davon profitieren, Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Besucher und der Einzelhandel. Eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Innenstadt und Anbindung der Neustadt wird es nur mit der Sperrung des Neumarktes für den Pkw-Verkehr geben. Die Erfahrung lehrt, dass man in einigen Jahren kaum noch jemanden finden wird, der das anders sieht.″

Alice Graschtat

Osnabrück

Lebenszeit

Es kann doch nicht angehen, dass Autofahrer , gezwungen′ werden, den Neumarkt mehr oder weniger weiträumig zu umfahren und somit ungewollt (!) dazu beitragen, den Abgasausstoß über der Stadt zu erhöhen. Wann begreifen die Entscheidungsträger endlich, dass wir so weder mit unserer Umwelt noch mit den Ressourcen (Treibstoff plus überflüssige finanzielle Belastungen durch die Mehrausgaben dafür, Lebenszeitverschwendung) umgehen dürfen. Eine derartige, in meinen Augen völlig überflüssige Diskussion um eine selbstverständliche und notwendige Durchgangsstraße muss doch nun wirklich nicht sein. Es gibt echte Probleme direkt vor der Haustür!

Christiane Högermann

Osnabrück

Warum kaum Kontrolle?

Da genieße ich einen Spätsommernachmittag [...] mit einem dicken Eis in der Hand und beobachte so das Treiben am Neumarkt, der ja, wie wir alle wissen, aktuell für den Individualverkehr gesperrt ist. Nach den ersten zehn Minuten [...] ist mir aufgefallen, wie viele Verkehrsteinehmer dieses Durchfahrtsverbot ignorieren. Und es sind nicht nur auswärtige Kennzeichen, was ja auch keine Entschuldigung wäre. Denn die Verkehrsschilder sind in der Republik gleich und bedeuten auch dasselbe. Nein, auch zahlreiche OS-Kennzeichen passieren die Verbotszone, die obendrein mit einer Geschwindigkeit von maximal 10 km/ h zu befahren ist.

Ab der elften Minute also habe ich mir den Spaß gemacht, die Übeltäter zu zählen. Und ich bin fast vom Glauben abgefallen. Pro Minute circa drei Autos. Das macht pro Stunde 180 Autos. Das wären dann 3600 Euro Bußgeldeinnahmen pro Stunde. Wenn man dann noch die Geschwindigkeitsübertretung berücksichtigt, denn keiner der Verkehrsteilnehmer hält sich an die 10 km/ h, wären das mit Sicherheit noch mal 3600 Euro. Dann wären wir schon bei 7200 Euro. Immer noch in einer Stunde. Jetzt kann ich noch die Handytelefonierer dazuaddieren. Das waren abgerundet sicher die Hälfte derer, die über den Neumarkt fuhren. Also 90 Fahrer. Macht pro Verstoß 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg. Macht in der Summe 5400 Euro. Macht dann 12 600 Euro. Pro Stunde. Das wären nach zehn Stunden 126 000 Euro€. Und wenn man fünf Tage berechnet, hätten wir 630 000 Euro eingenommen.

Weiter will ich nicht rechnen, dann würde mir schwindelig. Im Ergebnis frage ich mich einfach, warum es denn keine Personalie gibt, sei es ein bevollmächtigter Polizeianwärter, Auszubildender oder sonst wen, die das kontrolliert. Ich dachte immer, die Stadt braucht Geld. Hier ist die beste Gelegenheit. [...] Ich würde das sogar persönlich in meiner Freizeit übernehmen, wenn ich nur zehn Prozent der Einnahmen behalten könnte. [...]″

Martin Tschöke

Osnabrück
Autor:
Alice Graschtat
 
Christiane Högermann
 
Martin Tschöke


Anfang der Liste Ende der Liste