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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fahrradunfälle: Es geht nicht um Schuldzuweisung
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief von Timm Schaer Autos nicht automatisch schuld″ (Ausgabe vom 15. September).

Ich teile die Meinung Herrn Schaer insoweit, ergänze aber. Als Autofahrer und regelmäßiger Fußgänger beobachte ich die Gefahren, denen Radfahrer, vor allem Frauen und Kinder, ausgesetzt sind. Besonders fällt mir das an der Lotter Straße auf.

Ich breche zunächst eine Lanze für die Frauen, die sehr vorsichtig mit dem Rad auf Gehwegen unterwegs sind. Denen und Kindern räume ich als Fußgänger gern den Vorzug der Sicherheit ein. Radler, zumeist Männer, missachten mit hohen Geschwindigkeiten einerseits oft die Verkehrsregeln, gefährden andererseits sich und andere Verkehrsteilnehmer durch nicht vorhersehbares oder verkehrswidriges Verhalten.

Hauptursache für die in Osnabrück beobachteten schweren Unfälle mit Radfahrern ist die Straßenverkehrsordnung. Sie räumt nämlich entgegen dem grundsätzlichen Verbot, rechts zu überholen, ausgerechnet den Radlern eine Ausnahme ein. Und jene bestehen nach meiner Beobachtung trotz der Gefahr, die damit verbunden ist, exzessiv auf dem fahrlässig eingeräumten Sonderrecht. Nicht nur das. Der vorschriftsmäßige Sicherheitsraum eines Radlers beträgt bis zu 2, 50 Meter. Diesen Sicherheitsbereich missachten Radler verkehrswidrig bei Staus, vor allem an Ampeln. Sie quälen sich durch Abstände zwischen Fahrzeugen und Bordsteinen von weniger als 50 Zentimetern hindurch oder weichen auf den Gehweg aus. Als Folge solchen Verhaltens entstehen die meisten Unfälle durch Rechtsabbiegen von Motorfahrzeugen. Das bedeutet, dass dann nicht der Autofahrer den Unfall verursacht, sondern der Radler.

Diese Situation wird noch durch einen an sich wünschenswerterweise eingerichteten separaten Radweg potenziert (Schwerpunkt Wall). Der Überblick über den Gesamtverkehr wird den Verkehrsteilnehmern auf der Straße sogar gelegentlich durch einen Grünstreifen entzogen.

Und plötzlich erscheint ein Radler, womöglich noch auf dem Rennrad mit 40 Kilometern/ Stunde von rechts. Unglücklicher geht es nicht. Ich möchte unter diesen Umständen kein Verkehrsplaner sein. [...]″

Stefan Middelberg

Osnabrück

Die Schuld bei den häufig auch tödlich verlaufenen Fahrradunfällen auf die Radfahrer zu schieben ist mehr als zynisch. Nur weil einige Radfahrer sich nicht an Regeln halten, werden in dieser Argumentation die Opfer der schweren Unfälle zu Tätern.

Bei der Beurteilung der hohen Zahl an verletzten und getöteten Fahrradfahrern und Fußgängern geht es nicht um eine Schuldzuweisung, sondern darum, warum die schwächeren Verkehrsteilnehmer einer so hohen Unfall- und Verletzungsgefahr ausgesetzt sind.

Das Osnabrücker Verkehrskonzept war und ist auf Pkw- und Lkw-Verkehr ausgelegt. Wer schon einmal auf dem Radweg auf dem Wall von einem Vierzigtonner mit 60 km/ h im Abstand von 30 Zentimetern überholt wurde, weiß, wie sich Gefährdung anfühlt. Da nützt es einem auch nichts, wenn der Lkw einen gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von zwei Metern nicht einhält. Man will nur noch vom Rad springen. Zugeparkte, enge, unebene Radwege, auf denen Unrat und Glas liegen bleiben, die im Winter als Abraumfläche für Schnee genutzt werden, Autofahrer, die Radfahrer nicht beachten, sich plötzlich öffnende Autotüren, Busse und Lkw, die einen von der Straße drängen oder beim Abbiegen zu überrollen drohen. Das sind die täglichen Erfahrungen Osnabrücker Radfahrer.

Der Radfahrer ist Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse, der sich ständig defensiv verhalten muss, weil er bei jedem Kontakt mit dem Auto seine körperliche Unversehrtheit riskiert. Der stetigen Zunahme des Radverkehrs, auch durch E-Bikes, muss endlich Rechnung getragen werden! Es wird Zeit, Umwelt zerstörende und Menschenleben kostende Verkehrskonzept zu verändern und den Lkw- und Pkw-Verkehr in der Innenstadt einzuschränken und Fußgängern, Fahrradfahrern und dem ÖPNV Vorrang zu geben, wie es moderne, zukunftsweisende Verkehrskonzepte beschreiben.″

Renate und Willy

Wahrmann

Osnabrück
 
Autor:
Renate und Willy


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