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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
In alten Mauern erwacht neues Leben
Zwischenüberschrift:
Am Tag des offenen Denkmals werden in Osnabrück acht Objekte gezeigt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz lädt auch in diesem Jahr zum Tag des offenen Denkmals ein. Am Sonntag, 11. September, öffnen acht Bau- und Kulturdenkmale in Osnabrück ihre Pforten.
Osnabrück. Jazz- und Swing, Kulturspaziergang, Lichterfest, Taiji: Der Hase friedhof zeigt sich 2016 überaus lebendig. Die sehenswerte, 1808 unter Napoleon gegründete Anlage ist geprägt von 200 Jahren Kulturgeschichte. Seit 1983 steht sie unter Denkmalschutz. Nach Auslaufen aller Nutzungsrechte im Jahr 2015 erfolgte eine Umwandlung zur Parkanlage mit Friedhofscharakter″: ein interessanter Natur- und Kulturort zugleich.
Umrahmt von alten Bäumen, finden sich hier kulturhistorisch bemerkenswerte Grabmale, Mauergräber und Gruften, viele mit imposanten Skulpturen oder Ornamenten. Einige tragen Namen berühmter Osnabrücker. Die achteckige Sandstein-Kapelle im neoromanischen Stil aus dem Jahr 1866 wurde 2007 renoviert. Jetzt aber bröckelt die Außenfassade und bedarf einer Sanierung.
Der Hasefriedhof braucht Unterstützung. Ein Förderkreis und die Bürgerstiftung Osnabrück werben um Spenden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt entwickelt einen Pflegeplan. Die Hochschule Osnabrück erforscht künftige Nutzungen. Hinzu kommen weitere Initiativen und Förderer sowie ehrenamtlicher Helfer.
Vernetztes Engagement, aber auch neue Nutzungsideen sichern den Zeugen der Vergangenheit eine Zukunft. Gemeinsam Denkmale erhalten″ lautet entsprechend das diesjährige Motto der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die auch zum Erfahrungsaustausch anregen möchte. Auf dem Hasefriedhof finanzierte sie über das Ortskuratorium Osnabrück die Erhaltung der Wege.
Hasefriedhof: Bei einem Baustellenpicknick in der Zeit von 12.30 bis 15 Uhr wird der Stand der Kapellen-Restaurierung gezeigt, musikalisch begleitet von schottischer und irischer Musik der Band Na Cloícha Buí (Bramscher Straße, geöffnet 11–17 Uhr, Führung 13 Uhr).
Villa Hecker: Der Osnabrücker Maler Franz Hecker, geboren 1870, plante und baute die Villa im neobarocken Stil am Westhang des Schölerberges. Dort lebte er von 1912 bis zu seinem Tod im Jahr 1944. Nach langem Leerstand übernahm 2013 die Friedel-&- Gisela-Bohnenkamp-Stiftung das Gebäude. Entsprechend dem altem Vorbild setzte sie das einstige Schmuckstück glanzvoll instand. (Klaus-Strick-Weg 28, geöffnet 11–16 Uhr).
Die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Klöntrupstraße wurde 1925 im Stil des Historismus erbaut. Später war sie Sitz einer Polizeidienststelle und der Malteser. Nach kürzerem Leerstand fand das dekorative denkmalgeschützte Gebäude einen Käufer, der es zusammen mit der Denkmalpflege für einen kommerziellen Zweck restaurierte. Innen wurden Leichtbauwände eingezogen. Die Eigentümerin Eugen Drehband SAG GmbH stellt hier unter dem Namen Boardinghaus Adelhoff″ 25 exklusive Apartments auf Zeit mit Service zur Verfügung (Klöntrup straße 12, Führungen: stündlich zwischen 11 und 17 Uhr).
Die Bergkirche aus dem Jahr 1893 war der erste evangelische Neubau in Osnabrück und fand viel Beachtung. Außen im romanischen Stil gehalten, ist ihre Anlage als Gemeindezentrum jedoch von der Reformation geprägt: Die Einheit der Gemeinde wird baulich demonstriert durch Zusammenlegen von Altarbereich und Kirchenschiff und die Verbindung mit dem Gemeinde- und Pfarrhaus. Der Kirchenraum mit Ornamenten und originalen Holzarbeiten wurde 2012 restauriert, gefördert durch die Stiftung Denkmalschutz (Bergstraße 16, geöffnet 12–17 Uhr, Führungen 14 und 15 Uhr).
Emma-Theater: Die Geschichte des Gebäudes im neuromanischen Rundbogenstil begann 1867 als Königliches Realgymnasium. Weitere Schulen fanden hier ihre Heimat, zuletzt das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium. Nach einem Umbau 1983 nutzt das Emma-Theater als zweite Spielstätte des Theaters Osnabrück das Gebäude. 2015 wurden Räume und Technik saniert, unterstützt durch Spenden aus der Bürgerschaft (Lotter Straße 6, Führung: 11 Uhr, begrenzt auf 25 Personen).
Kolumbariumskirche: Die katholische Kirche Heilige Familie″ ist als Rundbau aus dem Jahr 1960 eine Rarität. Wegen rückläufiger Gottesdienstbesuche beschloss das Bistum Osnabrück 2010, den freien Platz mit einem Kolumbarium für 1200 Urnen zu füllen, um die Kirche zu erhalten. Als äußerer Ring umgibt es, versehen mit einem Wandelgang, den Kirchenraum und symbolisiert die Verbundenheit von Tod und Leben (Voxtruper Straße 83, geöffnet 11.30–17 Uhr, Führungen: stündlich zwischen 12 und 17 Uhr).
Antikriegsbaracke: Durch bürgerschaftliches Engagement wurde eine Baracke
des Kriegsgefangenenlagers Eversheide 2009 als Einzeldenkmal unter Schutz gestellt. Ein Förderverein bemüht sich um Restaurierung und eine Dauerausstellung (Landwehrstraße, geöffnet 10 bis 17 Uhr).
Haseschacht: Das Museum Industriekultur veranstaltet eine Führung durch das 1871 fertiggestellte Zechengebäude, das für die Steinkohleförderung am Piesberg steht (Fürstenauer Weg 171, Dauer 2 bis 3 Stunden, Anmeldung erforderlich unter Telefon 05 41/ 12 24 47, wetterfeste Kleidung und fes tes Schuhwerk empfohlen).

Bildtext:

Die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Klöntrupstraße dient heute als Boarding-House. Foto: Michael Gründel

Außen romanisch, innen reformiert: Die Bergkirche aus dem Jahr 1893 wurde 2012 restauriert. Foto: David Ebener

Bei einem Baustellenpicknick wird auf dem Hasefriedhof der Stand der Kapellen-Restaurierung gezeigt. Foto David Ebener
Autor:
Gisela Kriz


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