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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Wie auf einem Schlachtfeld″
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Baumschützer fordern mehr Fingerspitzengefühl bei der Abholzung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nachdem der Osnabrücker Baumschutzverein die Entfernung von Bäumen und Büschen am Regenrückhaltebecken an der Leyer Straße bemängelt hatte, hat der Vorsitzende den Bereichsleiter der Landesbaubehörde vor Ort getroffen.

Osnabrück. Der Osnabrücker Baumschutzverein um den Vorsitzenden Jürgen Schmitte bemängelte die Vorgehensweise der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Rahmen einer Fäll- und Rückschnittaktion an der Leyer Straße in Osnabrück als zu rigoros. Der zuständige Bereichsleiter Cord Lüesse hatte dort ein Regenrückhaltebecken von Büschen und Bäumen befreien lassen. Am Dienstag trafen sich beide Parteien vor Ort.

Es sieht aus wie ein Schlachtfeld″, so Schmitte mit Blick auf das 7500 Quadratmeter große Regenrückhaltebecken, nahe der Auffahrt zur Landesstraße 88 und unweit des Hotels Hackmann in Atter gelegen. Und auch Kassenwart Hanno Kottmeyer sah die Aktion kritisch. Im Januar hatte eine beauftragte Firma das Gelände vom Gehölz befreit. Schmitte und die Mitglieder des Baumschutzvereins seien nach eigenen Angaben nicht über die Maßnahme unterrichtet gewesen. Entsprechend bestand das Anliegen zu einem Informationsgespräch mit Cord Lüesse über die Rückschnittarbeiten. Das Rückhaltebecken ist in den 1980er-Jahren gebaut worden. Seitdem wuchsen dort unter anderem Eichen, Erlen, Haselnussbäume, Schlehdorn und weitere Büsche. Bis zum Januar dieses Jahres, als die Landesbehörde den Bereich komplett vom Gehölz befreien ließ. Die Kosten dafür betrugen 15 000 Euro.

Angesichts starker Regenfälle und Überschwemmungen in den letzten Jahren sei die Aktion aber notwendig gewesen. Denn ein Regenrückhaltebecken müsse frei von Büschen und Bäumen sein, damit es ordnungsgemäß funktioniere, so Cord Lüesse. Nur so könne das Wasser richtig versickern und abfließen. Schmitte hakte nach, ob nicht einzelne Pflanzengruppen hätten verbleiben können und nicht mehr Fingerspitzengefühl möglich gewesen wären.

Mehr Aufklärung

Wenn einzelne Pflanzengruppen stehen geblieben wären, hätten diese die sogenannte Staunässe, die sich in einem solchen Becken bildet, nicht vertragen, begründete Lüesse das Vorgehen.

Jürgen Schmitte hätte sich bei der Durchführung der Aktion mehr Aufklärung gewünscht. Auch zahlreiche Anwohner hätten sich bei ihm erkundigt, warum das Gelände abgeholzt worden sei. Es sei über die Maßnahme informiert worden, entgegnet Cord Lüesse, allerdings, so räumt er ein, sei zwischen dem Erscheinen der Nachricht und dem Beginn der Arbeiten zu viel Zeit vergangen, sodass die Mitteilung wohl wieder vergessen worden sei. Schmitte machte daher den Vorschlag, ein Schild mit der Aufschrift Regenrückhaltebecken″ zu installieren, damit die Funktion des Geländes klar werde. Lüesse bezeichnete das als sehr guten Hinweis″ und nahm die Idee auf.

Bei dem Termin betrachteten Lüesse, Schmitte und Kottmeyer ebenfalls die Böschungen der angrenzenden Landesstraße 88. Lüesse erklärte, dass Gebüsch und Bäume in solchen Bereichen alle sechs bis sieben Jahre zurückgeschnitten werden müssten, damit die Pflanzen vital blieben. Es sei bei diesen Arbeiten aber gesetzlich geregelt, dass 30 Prozent des Bestandes verbleiben müssten. Die Baumschützer stimmten zu, dass die Pflege der Grünanlagen nahe dem Hotelparkplatz teils sehr gut durchgeführt worden sei. Kottmeyer führte an, dass es auch Beispiele gebe, bei denen sich der Eindruck aufdränge, dass die beauftragten Firmen eher die betriebswirtschaftlichen Faktoren sehen würden. Denn Holz und Geäst werden nach dem Rückschnitt unter anderem zu Pellets verarbeitet, die von den Unternehmen vermarktet werden.

Abschließend betonte Lüesse die Bereitschaft, weiter in Kontakt mit dem Osnabrücker Baumschutzverein zu stehen, und sagte zu, den Mitgliedern weitere Informationen zukommen zu lassen.

Mehr über aktuelle Baumaßnahmen unter noz.de/ osnabrueck

Bildtext:
Wie viele Bäume dürfen am Regenrückhaltebecken wachsen? Darüber diskutierten Jürgen Schmitte (rechts) und Cord Lüesse.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Ulrich Eckseler


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