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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tempo 30 soll Verkehrslärm reduzieren
Zwischenüberschrift:
Neue Verkehrsregelungen an Johannisstraße und Nonnenpfad werden noch oft ignoriert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zwei neue Tempo-30-Regelungen an der Johannisstraße und am Nonnenpfad sollen den Straßenlärm in Osnabrück reduzieren. Bisher zeigt die Neuerung allerdings kaum Wirkung.
Wer an der Ecke Johannisstraße/ Rosenplatz steht und ein Gespräch führen will, muss sehr laut schreien, um gehört zu werden. Ganz zu schweigen vom Abgasgestank, der einem entgegenbläst tagsüber genauso wie nachts. Laut Lärmkartierung der Stadt Osnabrück, die 2012 erstellt worden ist, übersteigt der Lärmpegel der Johannisstraße im Abschnitt Johannistorwall bis Rosenplatz von morgens bis nachts einen Wert von 75 Dezibel. Genauso wie auf dem gesamten Wall und auf den großen Ein- und Ausfahrtsstraßen, die auf der Lärmkarte ebenfalls violett eingezeichnet sind. Diese Farbe steht für ohrenbetäubenden Lärm über 75 Dezibel.
Eine Tempo-30-Regelung soll den Lärm an der Johannisstraße nun deutlich senken. Seit ungefähr zwei Wochen stehen entsprechende Verkehrsschilder mit dem Zusatz Lärmschutz″ auf der rechten Seite nach der Kreuzung Iburger Straße/ Rosenplatz sowie dort, wo der Verkehr vom Johannistorwall auf die Johannisstraße einbiegt.
Am Nonnenpfad zwischen Liebigstraße und Klosterstraße gilt nun ebenfalls Tempo 30 allerdings nur nachts. Laut Lärmkartierung herrschte dort bislang ein nächtlicher Lärmpegel von über 60 Dezibel. Im Bereich Nonnenpfad ist bereits die Fahrbahn saniert worden, und ein Schutzstreifen wurde eingerichtet, um den Lärm zu minimieren. Das habe aber nicht ausgereicht, hieß es nun in einem Pressegespräch vonseiten des Fachbereichs Straßenbau. Die neue Geschwindigkeitsregelung für die Nacht diene als Ergänzung. Auch auf der Johannisstraße soll die Fahrbahn noch erneuert werden.
Mit den Geschwindigkeitsregelungen setzt die Stadt einen Beschluss des Rats vom 2. Februar um. Die neuen Tempo-30-Regelungen sind Teil des städtischen Lärmaktionsplans, der 2013 gemäß EU-Umgebungslärmrichtlinie beschlossen wurde. Die beiden Straßenbereiche zählen zu den Lärmschwerpunkten, die durch die Lärmkartierung von 2012 ermittelt worden waren. Wir fokussieren uns vor allem auf die Bereiche, wo besondere Lärmbetroffenheit herrscht″, erläuterte Charlotte Röttger-Dreisbach vom Fachbereich Städtebau die Auswahl der Straßen für die neue Geschwindigkeitsregelung.
Durch Tempo 30 soll sich die Lärmbelastung um 3 Dezibel reduzieren, so Holger Clodius, Leiter Bauleitplanung bei der Stadt Osnabrück. Außerdem führe Tempo 30 erfahrungsgemäß zu einem gleichmäßigeren Fahrverhalten″, das ebenfalls mögliche Spitzenpegel minimiere″. Die Verringerung um 3 Dezibel hört sich wenig an, soll aber spürbar sein. Das ist wie eine Halbierung der Verkehrsmenge″, stellte Clodius in Aussicht.
Zwei Wochen nach der Aufstellung zeigt zumindest das Schild an der Johannisstraße allerdings noch kaum Wirkung. Die meisten Fahrer sind weiterhin mit 50 km/ h unterwegs, wenn sie von der Iburger Straße in die Johannisstraße fahren. Kaum einer drosselt die Geschwindigkeit, wie die Teilnehmer des Pressegesprächs am Straßenrand beobachten können. Das liegt wohl neben dem Faktor Gewohnheit″ daran, dass das Schild erst relativ spät gesehen wird beziehungsweise leicht zu übersehen ist. Da könne ein sogenanntes Dialog-Display sinnvoll sein, heißt es vonseiten des Fachbereichs Straßenbau, also eine Tafel, die jedem Autofahrer die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt und gegebenenfalls mit dem Wort Langsam! an das Tempolimit erinnert. Das könnte eine weiche Maßnahme sein, um an die Autofahrer zu appellieren, sich auch an die Geschwindigkeitsregelung zu halten″, sagte Charlotte Röttger-Dreisbach.
Rechtlich gesehen sind die beiden neuen Tempolimits übrigens keine Tempo-30-Zonen, sondern sogenannte Streckenabschnittsgebote. Die Bußgelder sind allerdings die Gleichen: Wer sich mit mehr als 20 Kilometern pro Stunde zu viel erwischen lässt, dem drohen 80 Euro Bußgeld.

Bildtext:

Das Ziel ist Lärmminderung: die neue Tempo-30-Regelung an der Johannisstraße Ecke Rosenplatz. Foto: Jörn Martens
Autor:
cls


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