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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Einigung im Brunnenstreit
Zwischenüberschrift:
Stadt entschädigt Architekt – Künftige Nutzung als Fläche für die Außengastronomie
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Er ist nicht ganz dicht, aber eine Sanierung wird zu teuer. Deshalb soll aus dem Bahnhofsbrunnen ein Bierbrunnen werden. Weil ohne den Segen des Architekten aber nichts zu machen ist, hat sich die Stadt das etwas kosten lassen.
Osnabrück. Solange er funktionierte, war der dreieckige Brunnen mit der schwarzen Basaltumrandung und der großen Wasserfläche eine Augenweide. 2011 sah sich die Stadt jedoch gezwungen, den Stöpsel zu ziehen. Seitdem ist eine neue Nutzung im Gespräch als Terrasse und Biergarten für das benachbarte Advena-Hotel Hohenzollern. Aber bislang ist davon nichts zu sehen.
Hohenzollern-Chef Horst Strasser ist schon ganz ungeduldig. Er steht seit Jahren in den Startlöchern und hat der Stadt schon entsprechende Pläne vorgestellt, aber noch immer kein grünes Licht für die Realisierung bekommen. Haben da die Mühlen der Bürokratie besonders langsam gemahlen? Nein, sagt Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Die Stadt habe zunächst eine finanzielle Einigung mit dem Architekten herbeiführen müssen.
Der Bahnhofsplatz hat sein heutiges Erscheinungsbild vor 15 Jahren bekommen. Urheber des Entwurfs war der Wiesbadener Architekt Helge Bofinger. Der Professor, der unter anderem der SPD-Parteizentrale in Berlin ein Gesicht gegeben hat, sieht es gar nicht gern, wenn an seinen Entwürfen nachträglich herumgepfuscht wird. Schon mehrfach kam es zu Konflikten, weil eine veränderte Nutzung eine neue Optik erforderte, wie beispielsweise beim Deutschen Filmmuseum in Frankfurt.
Auch die Stadt Osnabrück hat den Zorn Bofingers schon zu spüren bekommen. Als junger Architekt hatte er den Gestaltungswettbewerb für den Ledenhof gewonnen, als älterer Herr ärgert er sich darüber, dass die Stadt auf dem Platz inzwischen alle Wasserspiele abgestellt hat, weil ihr die Unterhaltungs- und Reparaturkosten über den Kopf gewachsen sind. Da kam die schlechte Nachricht vom trockenen Bahnhofsbrunnen natürlich zur Unzeit.
Um die Spannungen abzubauen, machte Oberbürgermeister Griesert den Brunnentorso zum Chefthema. Im April kam es zum Gespräch mit Bofinger, im Juli zur Einigung. Beide Seiten verständigten sich darauf, dass die Stadt dem Architekten das Recht abkauft, dem unbrauchbar gewordenen Brunnen einen neuen Sinn zu geben. Das gab Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt bekannt. Wie viel Geld sie dafür lockermachen muss, verriet Schürings nicht.
Horst Strasser vom Hotel Hohenzollern hofft, dass jetzt der Weg frei ist, seine Pläne für das 240 Quadratmeter große Dreieck in die Tat umzusetzen. Entwürfe hat ihm ein Architekt von der Bitburger-Brauerei gezeichnet. Zur Sommervariante gehören Grill und Ausschanktresen, Sonnensegel und Lounge, im Winter möchte der Gastronom mit einer Almhütte Après-Ski-Atmosphäre verbreiten. Eine hochwertige Sache″, meint Strasser, aber die Realisierung müsse eine partnerschaftliche Geschichte″ werden, auch finanziell. Das alles möchte er am liebsten sofort klären. Aber seinen Termin mit den Vertretern der Stadt hat er erst in ein paar Wochen.

Bildtext:

Schon lange trocken gefallen: Für den Bahnhofsbrunnen vor dem Hotel Hohenzollern soll es demnächst endlich eine neue Nutzung geben. Foto: Jörn Martens
Autor:
R. Lahmann-Lammert


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