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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Umwelt baut Brücken: Schüler schreiben Artikel für die Zeitung
 
Ohne Kittel geht es nicht
 
Eine saubere Sache
 
Vielfältige Aufgaben für Kommunen
Zwischenüberschrift:
Deutsche und türkische Schüler besuchen Wäscherei in Bad Iburg
 
Wäsche-Meyer-Chef Börs im Interview
 
Wäscherei Meyer aus Bad Iburg setzt auf energieeffiziente Maschinen
 
Flüchtlinge im Osnabrücker Südkreis: Es mangelt an Dolmetschern und Sprachkursen
Artikel:
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Originaltext:
 
Bad Iburg. Die Schülerinnen Johanna Schöning, Aygül Nen und Alicia Quaschny führten mit Carsten Börs, Geschäftsführer der Firma Wäsche Meyer, ein Interview. Meyer ist 50 Jahre alt und ist bereits seit 21 Jahren im Unternehmen tätig. Die drei stellten Fragen zu den Abläufen sowie zu den einzelnen Produktionsschritten.
Guten Tag Herr Börs, gibt es in Ihrem Unternehmen bestimmte Kleidungsvorschriften?
Vor dem Betreten der Produktionsabteilung muss erst die Personenschleuse durchlaufen werden. Dort müssen die Mitarbeiter ihre Hände desinfizieren und einen Kittel überziehen, um dort zu arbeiten.
Wie viele Teilschritte durchläuft ein Textil in der Wäscherei?
Zu den Teilschritten gehören zum einen das Anliefern, das Waschen und Sortieren, zum anderen aber auch, je nach Produkt unterschiedlich, das Glätten, Bügeln oder Dämpfen, Falten sowie das Zusammenstellen und Ausliefern des Textilproduktes.
Welche besonderen Kenntnisse benötigt man für den Beruf als Textilreiniger?
Für den Beruf als Textilreiniger sollte man Interesse am Umgang mit Materialien, naturwissenschaftliches Verständnis und eine rasche Auffassungsgabe besitzen. Ebenso sind gute Kenntnisse in der Chemie erforderlich. Textilreiniger ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf in der Industrie und im Handwerk. Dabei ist keine bestimmte Schulbildung erforderlich.
Könnten Sie uns die Zielsetzung des DBU-Projektes noch näher erklären?
Vor allem war der Anlass dieses Projektes der Wunsch, die Wärme aus der heißen Abluft der sieben Gastrockner voll zurückzugewinnen. Mit der Integration dieses Energierückgewinnungskonzeptes wollten wir den Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit berücksichtigen, wie auch Energie und Kosten senken. Da in der Wäscherei bereits aufwendige Wärmerückgewinnungssysteme vorhanden sind und die Energie nicht nur der Waschstraße zugeführt werden sollte, wird die Wärme aus der Wärmerückgewinnungsanlage zu einem Teil der Waschstraße und zu einem anderen Teil den Waschschleudermaschinen zugeführt.
Würden Sie sagen, dass die Umweltbelastung durch dieses Wärmerückgewinnungskonzept reduziert wird?
In der Summe können durch die installierte Anlage
25 500 Kubikmeter Erdgas pro Jahr eingespart werden. Daraus errechnet sich eine Reduzierung der Kohlenstoffdioxidemission von 50 000 Kilogramm pro Jahr. Durch die steigende Energieeffizienz in der Wäscherei haben sich in den letzten Jahren die Produktionskosten trotz gestiegener Strom- und Gaspreise stabilisiert.

Bildtext:

Geschäftsführer Carsten Börs. Foto: Bo Meiring
 
Mit einem jährlichen Umsatz von 3, 6 Millionen Euro ist die Wäscherei Meyer eine Firma in der Region. Insbesondere die Investition in zukunftweisende und umweltfreundliche Technologien zeichnet das Familienunternehmen aus. So ist bereits seit November 2015 eine neue, hochmoderne Halle in Betrieb.

Bad Iburg. Angefangen mit einem kleinen Betrieb, entwickelte sich die Wäscherei Meyer vom Kragenwäscher bis zum Hightech-Familienbetrieb. Erst vor Kurzem expandierte das in Bad Iburg ansässige Unternehmen. Seit 1999 befindet es sich in den Händen des Inhaber- und Geschäftsführerehepaars Brigitte Köppen-Börs und Carsten Börs. Zusammen haben sie die Wäscherei zur jetzigen Größe ausgebaut. Als gelernter Schlosser hat sich Carsten Börs mit dem Studium des Maschinenbaus sowie zahlreichen Fortbildungen sein Wissen über den Betrieb angeeignet. Brigitte Köppen-Börs ist die Erbin der Firma. Sie ist im Unternehmen für die Personalabteilung zuständig.

Mit einer Waschmenge von zehn bis elf Tonnen täglich zählt die Wäscherei zwar nicht zu den größten, aber durchaus zu den nennenswerten Betrieben im Umkreis. In der neuen 1800 Quadratmeter großen Halle trägt die Deckenhöhe von elf Metern maßgeblich zu einem besseren Klima in der von Chemikalien und Wasserdampf geschwängerten Luft bei, was sich als großer Vorteil für die Angestellten erweist. Zu diesen gehören auch sechs körperlich und geistig Behinderte, über die sich das Unternehmen im Rahmen der Inklusion besonders freut.

Das Unternehmen setzt auf eine neuartige Technik mit Barcodes. Jedes angelieferte Wäschestück ist mit einem Barcode versehen, der zu Beginn eingescannt wird. So ist immer nachzuvollziehen, wo sich jedes einzelne Wäschestück befindet. Durch eine Doppelsicherung wird nicht nur die Kundennummer, sondern auch der Name des Kunden angezeigt. Für die Angestellten ist sofort einsehbar, wem die Wäsche zuzuordnen ist. So sind Verwechslungen einfach zu vermeiden.

Etwa 70 Prozent der Wäsche, die tagtäglich durch die Waschanlage laufen, gehört der Firma selbst, denn die meisten Einrichtungen besitzen aus Kostengründen keine eigene Wäsche mehr. So stellt der Betrieb zum Beispiel der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde oder diversen Hotels in bis zu neunzig Kilometer Entfernung Bettwäsche, Kleidung und Handtücher zur Verfügung. Zur Kundschaft des Unternehmens gehören neben Krankenhäusern und Gastgewerbeeinrichtungen auch Restaurants und Lebensmittelbetriebe.

Weil die Energiekosten bei rund zehn Prozent des Umsatzes liegen, versucht die Wäscherei möglichst energiesparend zu arbeiten. Dazu diente unter anderem ein Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das den Bau einer Anlage zur Rückgewinnung von Energie förderte. Durch diese Entwicklung wurde die beim Trocknen aufgewendete heiße Luft von Flusen gefiltert und gespeichert und dann zur Erwärmung des kalten Waschwassers genutzt. Dadurch wurde das Verfahren besonders energieeffizient und umweltschonend. Allerdings ist die Anlage schon wieder nicht mehr zeitgemäß und mittlerweile störanfällig. Deshalb wurde sie jetzt durch die technisch weiterentwickelten Maschinen in der neuen Halle abgelöst.

Bildtexte:
Per Computer werden die Abläufe in der Wäscherei gesteuert.
Per Fließband geht es durch die Wäscherei.
Fotos:
Johanna Klemenz, Franziska Bültemeyer

Wie alles begann

Die Wäscherei Meyer wurde 1949 als Hauswäscherei durch Elisabeth Meyer an der Großen Straße 2 in Bad Iburg gegründet. 1969 wechselte die Familie den Standort und zog in die Münsterstraße 37.

Die Firma wird inzwischen in der dritten Generation als Familienbetrieb geführt. Die Geschäftsführer Carsten Börs und Brigitte Köppen-Börs beschäftigen derzeit einhundert Mitarbeiter. Die Maschinen werden permanent modernisiert. Dadurch soll eine Senkung der Energiekosten erreicht und auch möglichst nachhaltig produziert werden.

Die Kunden sind unter anderem Pflegeheime, Reha-Einrichtungen, Hotels, Restaurants, Jugendherbergen, die Lebensmittelindustrie und die Medizinbranche. Bei dieser Vielzahl an Kunden kommt eine Gesamtmenge von zehn bis zwölf Tonnen Wäsche pro Tag zusammen, die gewaschen werden muss. Siebzig Prozent dieser Wäsche gehört hierbei der Wäscherei Meyer selbst, sie ist ein textiles Dienstleistungsunternehmen. Die mittelständische Firma erzielt einen Jahresumsatz von 3, 6 Millionen Euro.
 
Hilter/ Bad Iburg/ Glandorf. Im Februar fand eine Sozialrecherche der Projektteilnehmer Umwelt baut Brücken″ zum Thema Flüchtlinge und Integration″ statt. Dabei wurden Bürgermeister sowie Fachdienstleiter für Soziales und Flüchtlinge befragt, Kleiderkammern und Unterkünfte für Flüchtlinge besucht und eine Straßenumfrage durchgeführt. Die Aufgabenbereiche sind vielfältig, die Meinungen der Menschen unterschiedlich und die Schicksale der Flüchtlinge ergreifend.

Die Flüchtlingskrise ist ein allgegenwärtiges Thema. Alle Gemeinden im Südkreis sind davon betroffen und haben bereits Flüchtlinge aufgenommen. In Hilter leben derzeit 83 Flüchtlinge beziehungsweise Asylbewerber. Von der aktuellen Aufnahmequote (72 Personen bis Ende Juli) sind bisher 49 eingetroffen. 23 werden bis Ende Juli noch erwartet, danach gibt es eine weitere noch nicht bekannte Aufnahmequote. Die Zahl der Flüchtlinge in den Kommunen ist rückläufig.

Der Fachdienstleiter für Soziales in Glandorf, Helmut Gerding, hält die jetzige Anzahl der Immigranten in den Kommunen, gemessen an der enormen Flüchtlingswelle Ende des vergangenen Jahres, für überschaubar.

Die Zusammenarbeit mit der Landesaufnahmebehörde sei sehr gut. Unter anderem könne die Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge, bezogen auf die jeweils vorhandene Wohnungsgröße, abgestimmt werden. Je nach Entwicklung ist bis Ende des Jahres mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen. Helmut Gerding und Marc Schewski, Bürgermeister von Hilter, sehen dieser Entwicklung jedoch positiv entgegen. Dennoch seien viele Hürden zu meistern. Hilfe ist den Ankömmlingen beispielsweise durch zugeteilte Paten gegeben, die die ersten Ansprechpartner für sie sind. In Hilter heißt das Projekt zur Flüchtlingshilfe Hilter hilft″. Generell kann jeder eine ehrenamtliche Patenschaft übernehmen.

In Glandorf wurde eine zusätzliche Sozialarbeiterin mit Beginn des Monats Februar eingestellt, die weiterführend Flüchtlinge unterstützen soll. Die hauptamtliche Kraft und viele weitere Ehrenamtliche sollen den Flüchtlingen die Chance auf einen normalen Alltag geben. Dazu gehören Dinge wie Arbeit, Schule und Bildung in Hinblick auf Sprachkurse sowie ihre Ausstattung, bezogen auf Kleidung und Möbel. Die Integration in der Schule ist nicht einfach. Vielfach stehen den Schulen keine Dolmetscher zu Verfügung. Sprachkurse anzubieten ist sehr kompliziert″, sagt Sozialexperte Gerding. Sprachkurse können von der Arbeitsagentur nur kostenlos angeboten werden, wenn die Asylbewerber einen Asylantrag gestellt haben, der dann auch anerkannt wurde. Dieses Verfahren dauere nicht selten sechs bis neun Monate.

Auch in der Kleiderkammer in Bad Iburg sind Ehrenamtliche aktiv. Sie sortieren die gespendeten Kleider und helfen den Flüchtlingen bei der Kleiderauswahl. Unser Angebot wird sehr gut angenommen und steht nicht nur Flüchtlingen offen″, sagt Mitarbeiterin Maria Ostermöller, eine von sechsundzwanzig Ehrenamtlichen.

Eine Befragung von Passanten in Bad Laer und Bad Iburg zeigt, dass fast alle die Verteilung der Flüchtlinge auf europäischer Ebene als ungerecht empfinden, weil Deutschland, gemessen an anderen Ländern, schon überproportional viele Flüchtlinge aufgenommen habe, so die Aussage vieler Bürger.

Insgesamt drückt das Meinungsbild der Befragten jedoch nicht nur eine starke Auseinandersetzung mit dem Thema aus, sondern auch, dass sehr viel Einfühlungsvermögen und Empathie den Flüchtlingen entgegengebracht wird.

Bildtext:
Eine Schülerin lernt Deutsch in einer Übungsklasse für Flüchtlinge.
Symbolfoto:
dpa/ Peter Kneffel
Autor:
Gernus Kaplan, Johanna Schöning, Aygül Nen, Alicia Quaschny, Mara Haking, Oliver Banduk, Charlotte Texter, Juliane Bartig, Charlotte Wulfert


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