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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Was Planer gegen das Verkehrschaos tun
 
„Es liegt nicht am Neumarkt″
Zwischenüberschrift:
Sind Baustellen schuld, wenn es sich in Osnabrück staut?
 
Warum staut sich der Verkehr in Osnabrück? Das sagen Experten
Artikel:
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Originaltext:
Neue Kanäle, neue Versorgungsleitungen, neue Fahrbahndecken: Autofahrer stöhnen über die Baustellen und fragen, ob denn überall gleichzeitig gebuddelt werden müsse. Die Planer beteuern, dass schon jetzt wichtige Vorhaben aufgeschoben würden, um kein Verkehrschaos zu provozieren.
Osnabrück. Damit aus den Baustellen in Osnabrück keine Staustellen werden, gibt es seit fast 15 Jahren eine Koordinationsstelle in der Stadtverwaltung, die eng mit den Stadtwerken zusammenarbeitet. Das habe sich bewährt und funktioniere ziemlich reibungsfrei, heißt es dazu aus dem Fachbereich Städtebau. Aber dieser Innensicht wird von vielen Autofahrern entschieden widersprochen.
Langfristig geplant
Auch in unserer Redaktion kommen solche Beschwerden an. Dass die Stadt wegen der Bauarbeiten die Römereschstraße sperrt und die Hasestraße zur Einbahnstraße erklärt, finden Außenstehende widersinnig. Bei genauerem Hinschauen wird deutlich, dass der Fahrplan für die Neugestaltung der Römereschstraße schon vor mehr als einem Jahr in Gang gesetzt wurde und die seit Mai andauernde Vollsperrung als unerlässliches Zugeständnis an den komplizierten Kanalbau lange angekündigt war.
Längerfristig geplant war auch der Umbau der Hase straße mit neuen LED-Leuchten und einem gefälligen Bordsteinpflaster. Kaufleute und Anlieger beteiligen sich an den Kosten und legen Wert darauf, dass die Arbeiten bis zum Weihnachtsgeschäft beendet sind. Nach dem Kraftakt zur Finanzierung hätte eine Verschiebung auf 2017 großen Unmut hervorgerufen. Zugleich erwarteten die Planer nicht, dass sich durch das Zusammenwirken mit anderen Baustellen gravierende Probleme ergeben würden.
Ein krasser Konflikt tut sich neuerdings am Schinkelberg auf. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Osnabrück hat am Donnerstag die Nordstraße für zwei Wochen gesperrt, weil eine Autobahnbrücke abgerissen wird. Zugleich gibt es Einschränkungen auf der Autobahn 33: Zwischen den Anschlussstellen Lüstringen und Fledder läuft der Verkehr bis zum 24. August nur in nördlicher Richtung. Wegen der Fahrbahnsanierung gibt es weitere Einschränkungen jenseits der Stadtgrenze.
Das Timing für die Sperrung der Nordstraße sei bewusst so gewählt worden, sagt Cord Lüesse, der Leiter des Straßenbauamts. Falsch wäre es hingegen gewesen, damit noch einige Wochen zu warten, weil sich dann wegen der Bauabläufe noch größere Schwierigkeiten ergeben würden.
Weil der Verkehr von der A 33 umgeleitet wird, kommt es auf städtischen Straßen zu größeren Belastungen. So quält sich die Autokolonne von der Mindener Straße über den Seilerweg und die Hettlicher Masch zur Hannoverschen Straße. Es war eine Umleitung mit Ansage, wie Lüesse betont, und die Stadt Osnabrück versucht, das Verkehrschaos mit einer geänderten Signalsteuerung an den beiden Knotenpunkten abzufangen.
Wir werden zu Beginn des Jahres informiert″, sagt Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau der Stadt Osnabrück, manchmal gebe es auch eine Anhörung. Die Stadt muss sich bei der Terminierung ihrer Baustellen also an den Vorgaben der Landesbehörde orientieren, wenn sie einen geordneten Verkehrsfluss sicherstellen will. Bei längerfristigen Arbeiten sind Konflikte nicht zu vermeiden, kleinere Baustellen bieten jedoch Spielräume.
An der Miquelstraße und am Riedenbach, wo die Kanalarbeiten längst beendet sind, müssen die Anlieger zum Beispiel etwas länger auf die neue Asphaltdecke warten. Die Stadt will erst die Bauarbeiten im Bereich Hannoversche Straße/ Schweer straße abschließen, sonst könnte es am Schölerberg zum Verkehrschaos kommen.
Nicht vermeidbar
Im Zusammenhang mit den aktuellen Baustellen sieht Straßenbauspezialist Jürgen Schmidt auch die Beseitigung des Nadelöhrs an der Iburger Straße. Dort wurde ein Teil der früheren Rosen-Apotheke abgerissen, um Platz für den vierspurigen Ausbau zu schaffen. Man kann aber nicht alle Maßnahmen nacheinander abarbeiten″, sagt der Fachdienstleiter. Deshalb ließen sich gewisse Einschränkungen für den Verkehr nicht vermeiden.
Genau so sieht es Cord
Lüesse vom Straßenbauamt des Landes Niedersachsen. Auch bei ihm beschweren sich Autofahrer, wenn sie sich durch Bauarbeiten behindert sehen. Aber der Stau, meint Lüesse, halte sich in Osnabrück doch arg in Grenzen.

Bildtext:

Manchmal dauert′s länger: Stau auf dem Erich-Maria-Remarque-Wall am Donnerstagnachmittag. Foto: Jörn Martens

An der Nordstraße wird eine Autobahnbrücke abgebrochen. Das hat natürlich Auswirkungen. Foto: Michael Gründel

Kommentar:

Baustellen als Schikanen

Der Blick durch die Windschutzscheibe erhöht den Stresspegel und vermindert die Wahrnehmung auf das Ganze. Im Stau wird der Vordermann zum Deppen abgestempelt und die Stadtverwaltung pauschal für unfähig erklärt. Baustellen sind Schikanen, die den natürlichen Vorwärtsdrang des Menschen einschränken sollen. Gemach, liebe Autofahrer, es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Zugegeben, es gibt viele Baustellen in den Straßen von Osnabrück. Aber wenn sich die Stadt entwickeln will, müssen wir mit ihnen leben. Mit den Autos, die diese Straßen blockieren, ist das etwas anderes. In vielen von ihnen sitzt nur ein Mensch, und der will in den meisten Fällen nur zwei oder drei Kilometer zurücklegen eine Entfernung, die mit dem Fahrrad schneller zu bewältigen ist.

Wenn alle diese Kurzstreckenfahrer, die noch körperlich fit sind, für diese eine Fahrt ihr Auto stehen ließen, dann gäbe es in Osnabrück keinen Stau. Und dann brauchte auch niemand auf die Planer und Baustellenkoordinatoren zu schimpfen. Die machen nämlich einen guten Job.
 
Osnabrück. Wer in den vergangenen Tagen durch die Osnabrücker Innenstadt fahren wollte, brauchte gute Nerven. Besonders am Wall kam der Verkehr teilweise zum Stillstand.
Die Busse hatten am Mittwochabend zeitweise eine Verspätung von 40 Minuten auf allen Linien. Das sind schon extreme Verspätungen, da kann man einfach nicht gegensteuern″, sagt Marco Hörmeyer, Sprecher der Stadtwerke Osnabrück. Dazu geführt hat seiner Meinung nach der Stau auf der A 1, der wegen eines defekten Lkws verursacht wurde. Große Behinderungen für diejenigen, die mit dem Bus von A nach B kommen mussten, gab es aber nicht: Die Busse kommen ja trotzdem in einigermaßen regelmäßigen Abständen, denn wenn sich der erste Bus verzögert, verspätet sich der nächste ja um etwa die gleiche Zeit.″
Frank Otte, Stadtrat der Stadt Osnabrück und zuständig für Städtebau, Umwelt, Klimaschutz, Feuerwehr und Ordnung, kann die These von Marco Hörmeyer bestätigen: Wenn auf den Autobahnen etwas Außergewöhnliches passiert, können wir immer genau ablesen, dass sich das auch auf den Verkehr in der Stadt auswirkt.″ Dazu zählen neben Unfällen auch Baustellen wie derzeit beispielsweise auf der A 33. Dass dann mehr in der Innenstadt los ist, könne man sogar an den Schadstoffmessungen merken. Hinzu kommt, dass die Autofahrer nicht die ausgeschilderten Umleitungen benutzen, sondern nach Navi fahren, und das leitet sie immer durch die Stadt″, sagt Frank Otte. Außerdem würden viele ortskundige Autofahrer schon vor dem eigentlichen Stau von der Autobahn fahren und so zum erhöhten Verkehrsaufkommen in der Stadt beitragen.
Es liegt auf jeden Fall nicht am Neumarkt″, ist sich Otte sicher. Die Öffnung würde nichts bringen, weil er nur bestimmte Stadtteile mit der Innenstadt verbindet″, sagt der 59-Jährige. Auch das Ende der Sommerferien könne ein Grund für den zähflüssigen Verkehr sein: Nach dem Ende der großen Ferien braucht es immer einige Zeit, bis sich die Situation entspannt.″ Er hat einen Tipp für alle gestressten Autofahrer: Einfach mal eine andere Strecke ausprobieren, die vielleicht nicht mitten durch die Stadt führt.″ Außerdem würde es manchmal schon helfen, zehn bis 15 Minuten früher oder später loszufahren, denn Extremsituationen sind oft schnell weg″.
Der Osnabrücker Polizei ist der stockende Verkehr noch nicht signifikant aufgefallen. Bisher hat es nicht mehr Auffahrunfälle gegeben, und wir sind auch zu keinem Einsatz später gekommen″, sagt Mareike Kocar, Sprecherin der Polizei. Sie vermutet auch, dass es an den vielen Baustellen und dem Ferienende liegt. Kocar rät Autofahrern, über eine Alternative nachzudenken und vielleicht mal das Fahrrad zu nehmen. Auch die Rettungsfahrzeuge hatten laut Thorsten Schürmann, Leiter der Regionalstelle des Feuerwehrrettungsdienstes, noch keine Probleme durch das erhöhte Verkehrsaufkommen. Natürlich ist es momentan etwas schwierig, weil es so voll auf den Straßen ist, aber das ist es am Westfalentag auch″, sagt Thorsten Schürmann.
Autor:
R. Lahmann-Lammert
 
Svenja Kracht


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