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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wo Hunde ohne Leine laufen dürfen
Zwischenüberschrift:
Rat & Tat (3): Wie sich Wulf-Siegmar Mierke für die Belange der Hundehalter eingesetzt hat
Artikel:
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Originaltext:
Nein, Wulf-Siegmar Mierke hat selbst keinen Hund. Aber der UWG-Ratsherr hat auf die Klagen der Hundehalter gehört und sich dafür eingesetzt, dass Osnabrück seine erste Freilauffläche für Hunde bekam. Ein Erfolgserlebnis. Mini-Fraktionen haben davon nicht viele.
Osnabrück. Sabine Kappelmann-Gerkens lässt ihren Goldendoodle Jano von der Leine. Der Therapiehund hat nach der Arbeit Auslauf verdient. Das ist eine tolle Sache hier″, findet die Hundehalterin und macht mit diesem Satz Ratsherr Wulf-Sigmar Mierke noch ein bisschen stolzer. Wir treffen ihn in der Mittagszeit am Eingang der Hundefreilauffläche am Haster Weg in der Gartlage. Die gut ein Hektar große Wiese ist von einem eineinhalb Meter hohen Metallgitterzaun umgeben. Den Eingang bildet eine Art Zaun-Schleuse, in der die Hundehalter ihre Lieblinge ableinen können, ohne Gefahr zu laufen, dass ihnen ihr übermütiger Vierbeiner ausbüxt. Sieben junge Bäume hat die Stadt pflanzen lassen. Jano jagt mit zwei anderen Hunde, Joker und Joy, über die Wiese.
Es war die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), genauer gesagt: ihr einziger Ratsherr Mierke, die 2013 den Antrag in den Rat einbrachte, in der Stadt Platz für Hunde zu schaffen, wo die Tiere artgerecht ohne Leine herumtoben können. Die anderen Fraktion hätten zunächst skeptisch reagiert. Aber so ist das in der Politik. Wenn ein Vorschlag nicht aus den eigenen Reihen kommt, ist der immer erst mal fragwürdig″, sagt Mierke.
Der Voxtruper hat keinen Hund. Auf den Gedanken haben ihn seine Kollegen beim Landkreis gebracht, die über die Hundesteuer und den Leinezwang in der Stadt klagten. Nun weiß auch Mierke, dass Steuern nicht zweckgebunden sind, Hundesteuer also nicht dazu zu verwenden ist, den Hundehaltern etwas Gutes zu tun. Aber es sprach ja nichts dagegen, nach einer geeigneten Fläche zu suchen.″
Und so funktioniert dann Kommunalpolitik: Der Mierke-Antrag wurde vom Rat an den Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung verwiesen, der die Verwaltung den Auftrag zur Umsetzung gab. Danach befassten sich, mehrfach, der Finanzausschuss und der Jugendhilfeausschuss mit dem Konzept, ehe der Ordnungsausschuss, der Verwaltungssausschuss und schließlich der Rat einen Knopf dranmachten. Das war im Mai 2014, ein Jahr nach der Initialzündung. Es dauerte dann noch mal ein Jahr,
bis die Hunde loslaufen durften.
Geeignete Flächen zu finden war das kleinere Problem, die Finanzierung das größere. In Betracht kamen zunächst zwei Flächen, beides ehemalige Bolzplätze in Besitz der Stadt. Eine am Natruper Holz, eine am Haster Weg. Am Natruper Holz formierte sich Widerstand unter den Nachbarn, die Lärm durch Gebell und Parksuchverkehr befürchteten. Vielleicht fiel auch deshalb die Wahl auf die Wiese in der Gartlage.
17 500 Euro kostete die Einrichtung der Auslauffläche, wobei fast alles Geld für den Zaun benötigt wurde. So viel Geld wollte der Rat nicht ausgeben. Die Idee schien zu versanden, aber dann fand Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zwei Sponsoren. Einer sprang später ab, einer finanzierte den Platz in der Gartlage: die Firma Animonda mit Sitz in Osnabrück. Ein Händler für Tierfutter, wie naheliegend.
Wulf-Siegmar Mierke lehnt sich entspannt an den Stahlgitterzaun und hört den Hundehalterinnen mit sichtbarer Genugtuung zu. Ja, toll sei es, dass die Stadt diese Möglichkeit geschaffen habe. Und, nein, Ärger gebe es hier eigentlich nie, weil es alles vernünftige Leute sind″ und die soziale Kontrolle funktioniere. Die Hinterlassenschaften eines Hundes werden vom Halter gewissenhaft entsorgt, dafür sorgen die anderen Hundehalter schon″, sagt Sabine Kappelmann-Gerkens. Man hält sich an die Regeln.
Das sind die kleinen Erfolgserlebnisse in der Kommunalpolitik″, sagt Mierke.

Bldtext:

Glücklich auf der Hundewiese in der Gartlage (von links): Joker, Joy, Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und Jano. Foto: Swaantje Hehmann

Kommentar:

Rat & Tat

Wie funktioniert Kommunalpolitik? Was kann ein Ratsmitglied in Osnabrück bewirken? Wie wird aus einer Idee ein Tagesordnungspunkt im Rat? In dieser Serie picken wir jeweils ein Thema der vergangenen Wahlperiode heraus und lassen ein Ratsmitglied erzählen, dass sich dieses Themas besonders angenommen hat. Das Beispiel heute: Wulf-Siegmar Mierke (UWG ) und die Freilauffläche für Hunde.
Autor:
W. Hinrichs


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