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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ex-Strahlenklinik weicht Luxuswohnungen
Zwischenüberschrift:
Paracelsus verkauft riesiges Westerberg-Grundstück an Immobilienentwickler BPD
Artikel:
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Originaltext:
Auf dem Gelände der ehemaligen Strahlenklinik am Westerberg sollen in den kommenden Jahren bis zu 60 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Die Paracelsus-Kliniken haben das 11 200 Quadratmeter große Grundstück an den Düsseldorfer Immobilienentwickler BPD verkauft.

Von Sebastian Stricker

Osnabrück. Wir freuen uns, dass wir einen so starken und kompetenten Käufer für unser Grundstück gefunden haben″, zitieren die Paracelsus-Kliniken in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung ihren Regionaldirektor Carsten Oberpenning.

An der Lürmannstraße 38/ 40 steht die ehemalige Strahlenklinik, die 2007 in den Neubau an der Paracelsus-Klinik Am Natruper Holz zog. Das Gelände nahe dem Botanischen Garten der Universität befindet sich aus Sicht des Immobilienmarkts in bester Lage. So ein Grundstück in exponierter Lage und in dieser Größenordnung gibt es kein zweites Mal hier am Westerberg″, erklärt Oberpenning.

Es habe viele Kaufinteressenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden gegeben. Letztlich bekam die europaweit agierende BPD Immobilienentwicklung GmbH (Düsseldorf) den Zuschlag. Laut Paracelsus-Mitteilung will das Unternehmen hier in den kommenden Jahren etwa 40 bis 60 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen lassen.

Baujahr 1950

Das frühere Osnabrücker Röntgeninstitut wurde 1950 errichtet. Damals galt es als der modernste Betrieb seiner Art. Seit 2007 steht das Gebäude leer. Gerüchten, es könne wegen vermeintlicher Strahlenbelastung nicht mehr genutzt werden, trat Paracelsus mit einem Gutachten entgegen.

Das Institut bestand aus drei Abteilungen: Diagnostikräumen, Therapieflügel, Beobachtungsstation. Auch gab es eine großzügige Wohnung für den leitenden Professor. Die bei ihm beschäftigten Schwestern hatten eigene Wohnzellen, und der Hausmeister war ebenfalls im Gebäude untergebracht.

Die Aussicht auf viele neue Wohnungen in Top-Lage erleichtert die Verantwortlichen bei der Stadt Osnabrück. Wohnungen sind sehr erwünscht in allen Preissegmenten″, sagte Franz Schürings, Fachbereichsleiter Städtebau, am Freitag. Wir freuen uns, wenn im Sinne der Stadtentwicklung eine Nachfolgenutzung für die brach liegende Fläche endlich realisiert wird.″ Bebauungsplan 365 setze an dieser Stelle des Westerbergs ein Wohngebiet fest.

11-Millionen-Euro-Deal?

Zum Wert des veräußerten Riesengrundstücks machte Verkäufer Paracelsus keine Angaben. Er könnte sich jedoch im Bereich von elf Millionen Euro bewegen. Anhaltspunkte dafür liefert ein anderer Deal: So wurde für eine 1078 Quadratmeter große Parzelle auf dem benachbarten Gelände der früheren Karmann-Villa vor einem Jahr ein Kaufpreis von 990 000 Euro aufgerufen. Es galt seinerzeit als das teuerste Baugrundstück Osnabrücks.

Die BPD Immobilienentwicklung war am Freitag für Auskünfte zum Grundstücksgeschäft und dem geplanten Bauvorhaben zunächst nicht zu erreichen.

Weitere Nachrichten vom Osnabrücker Immobilienmarkt lesen Sie bei uns im Internet auf noz.de/ immo-os
Bildtext:
Das frühere Osnabrücker Röntgeninstitut wurde 1950 errichtet. Damals galt es als der modernste Betrieb seiner Art. Seit 2007 steht das Gebäude leer. Heute ist das Gelände überwuchert.
An der Lürmannstraße 38/ 40 neigt sich ein jahrelanger Dornröschenschlaf dem Ende zu: Das 11 200-Quadratmeter-Gelände samt ehemaliger Strahlenklinik wechselte für mehrere Millionen Euro den Besitzer.
Fotos:
Michael Gründel

Kommetar:
Mehr Dynamik auf dem Wohnungsmarkt

Bis zu 3000 neue Wohnungen bis 2020: Dieses Ziel hat sich die Stadt gesetzt und dazu ein Handlungsprogramm auferlegt. Die 60 Edel-Wohneinheiten auf dem Westerberg leisten einen Beitrag, dieses Ziel zu erreichen, aber sie lösen das Kernproblem auf dem Wohnungsmarkt nicht.

Das Problem ist nicht das exklusive Wohnen. Dieser Markt funktioniert. Gründe gibt es viele: niedrige Zinsen, gute Renditen, der Wohlstand der Erbengeneration. Das Problem liegt am anderen Ende des Wohnungsmarktes, beim Wohnraum für Menschen, die sich die marktüblichen Mieten nicht leisten können. Ein Bochumer Institut hat 2015 errechnet, dass 2030 in Osnabrück 8000 Wohnungen im unteren Preissegment fehlen werden. In diesem Segment braucht es staatliche Impulse, damit bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Einen Impuls wollen SPD und Grüne zum Beispiel mit der Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft geben. Die CDU vertraut da lieber den schon bestehenden Genossenschaften und Gesellschaften und fordert, mehr und schneller Bauland zur Verfügung zu stellen.

Welcher Weg auch immer der erfolgreichere ist: Osnabrück braucht noch mehr Dynamik auf dem Wohnungsmarkt und zwar im unteren Preissegment.
Autor:
Sebastian Stricker, Wilfried Hinrichs


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