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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sinn-Leffers will ins Einkaufszentrum
Zwischenüberschrift:
Ankermieter im Neumarkt-Center – Was wird aus dem Haus an der Johannisstraße?
Artikel:
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Originaltext:
Das Modehaus Sinn-Leffers will offenbar umziehen von der Johannisstraße in das neue Einkaufszentrum am Neumarkt. Das meldet die Zeitschrift Textilwirtschaft″.
Osnabrück. Die Verträge für das neue mfi-Center in Osnabrück″ seien unterschrieben, meldet das Fachorgan in seiner jüngsten Ausgabe. Eine Bestätigung gibt es weder von Centerinvestor Unibail Rodamco noch von Sinn-Leffers, das seit 2013 zur Rudolf Wöhrl AG in Nürnberg gehört. Kein Kommentar. Wir geben keine Auskünfte zu Mietverhandlungen″, sagte Björn Reineking, für Osnabrück zuständiger Manager bei Unibail Rodamco Germany, das im vergangenen Jahr den Centerbetreiber mfi übernommen hat. Und auch bei Wöhrl in Nürnberg sah sich am Freitag sich niemand imstande, über etwaige Entwicklungspläne in Osnabrück Auskunft zu geben.
Vertragsgemäß?
Textilwirtschaft″ zitiert in dem Bericht Friedrich-Wilhelm Göbel, der Sinn-Leffers seit zwei Jahren leitet und den Auftrag hat, das Unternehmen zu sanieren. Vor allem die Immobilienkosten sollen dem Bericht zufolge gesenkt werden. Sinn-Leffers hat aktuell 22 Standorte in Deutschland, darunter den an der Johannisstraße in Osnabrück. Der Mietvertrag läuft Ende 2016 aus. Vor genau einem Jahr hatte die Pressesprecherin von Wöhrl, Anke Löffler, Osnabrück als definitiv guten Standort″ gelobt, einen Wechsel zu einem lukrativeren Standort aber nicht ausgeschlossen. Man wolle sich verschiedene Optionen offenhalten, hieß es damals.
Der Umzug eines großen Geschäfts aus der Stadt ins Center genau das will die Stadt eigentlich mit einer hohen Neuvermietungsquote im Durchführungsvertrag mit Unibail Rodamco verhindern. 50 Prozent der Läden oder 50 Prozent der Flächen müssen an neue Anbieter vermietet werden, wobei es diverse Schlupflöcher gibt, durch die auch Sinn-Leffers schlüpfen kann.
Umziehen darf ein Unternehmen, wenn der Vermieter den Mietvertrag kündigt. Bei Sinn-Leffers läuft der Mietvertrag 2016 aus. Erlaubt wäre ein Wechsel auch, wenn die bisherige Fläche gleichwertig nachvermietet würde. Doch darüber sagt im Moment niemand etwas. Das Haus gehört einer dänischen Immobiliengesellschaft, die keine Informationen preisgibt. Was aus der Immobilie an der Johannisstraße bei einem Umzug würde, ist derzeit völlig unklar.
Oberbürgermeister Wolfgang Griesert reagierte reserviert. Der Attraktivitätsgewinn des Einkaufszentrums für Osnabrück werde maßgeblich durch neue Sortimente erzeugt, die neue Kunden und mehr Kaufkraft aus der Region in die Stadt lenken sollen. Eine Verlagerung von Sinn-Leffers würde dieses Ziel nicht erfüllen, zumal damit auch ein Großteil des Textil-Angebotes im Einkaufszentrum tatsächlich nicht neu wäre″, schrieb Griesert aus dem Urlaub. Die regionale Ausstrahlungskraft wäre stark eingeschränkt, und es entstünde eine neue städtebauliche Baustelle an der oberen Johannisstraße.
IHK-Geschäftsführer Eckhard Lammers äußerte sich erfreut, dass Sinn-Leffers dem Standort Osnabrück die Treue hält. Auch für das Center bedeute es eine Attraktivitätssteigerung, einen so renommierten Ankermieter zu haben″. Probleme sieht Lammers für die Johannisstraße, wenn es nicht gelinge, eine adäquate Nachnutzung zu finden, die nicht unbedingt aus dem Handel kommen müsse: Die Uni oder das Marienhospital sind ja nicht weit.″
In Münster verkleinert
Die Osnabrücker Filiale von Sinn-Leffers besteht seit 2001. Damals war die Hagener Modekette in das seit 1921 bestehende Traditionshaus Leffers gezogen. Die Namensähnlichkeit war Zufall, aber durchaus willkommen. Der Standort an der Johannisstraße gilt als 1-b-Lage. Nicht immer lief es rund: 2002 wurde in der Osnabrücker Filiale Personal abgebaut, 2008 ging das Hagener Unternehmen in die Insolvenz. Seit 2013 gehört Sinn-Leffers zur Rudolf Wöhrl AG.
Textilwirtschaft″ zählt in dem Bericht Schließungen und Neueröffnungen von Sinn-Leffers auf. In Münster ist das Modehaus von der zentralen Salzstraße auf eine deutlich kleinere Fläche am Theater umgezogen. An den alten Standort ist Primark nachgerückt. Im Centro Oberhausen stehe das Konzept auf dem Prüfstand. Die Mietverträge in Mainz und München-Riem werden nach Angaben der Zeitschrift nicht mehr fortgeführt, während in Hagen ein neuer Standort gerade eröffnet wurde. In Krefeld sei das Mitte September geplant.
In diesem Zusammenhang taucht dann der Name Osnabrück auf: Auch die Verträge für das neue Mfi-Center in Osnabrück seien unterschrieben″, schreibt das Blatt. Für 2017 und 2018 plane Sinn-Leffers zwei weitere Häuser im Norden und im Westen.

Bildtext:

Hier soll das neue Einkaufszentrum entstehen. Auf dem ehemaligen Parkplatz an der Großen Rosenstraße haben die Archäologen mit ihren Grabungen begonnen. Foto: Jörn Martens

Kommentart:

Ein andere Straße

Auch wenn der Centerinvestor schweigt: Dass die Nachricht der Textilwirtschaft″ nicht dementiert wird, ist Bestätigung genug. Sinn-Leffers wird mit Fertigstellung des Centers die Straßenseite wechseln und an der Johanniskirche eine Großimmobilie zurücklassen. Damit ist nicht der Niedergang der Johannisstraße eingeläutet, denn der Standort hat einiges zu bieten nur nicht gerade dem Einzelhandel.

Zentrumsnah gelegen, Bushaltestellen vor der Tür, mit Anschluss an ein Parkhaus, viele öffentliche Einrichtungen in der Nachbarschaft: Vorteile, die Dienstleister, Ärzte oder Anwälte als Mieter sicher zu schätzen wissen. Eine solche Nutzung gäbe diesem Abschnitt der Johannisstraße einen anderen Charakter. Und das südliche Ende des Einkaufscenters markierte dann das Ende der Einkaufszone. Was soll daran schlimm sein?
Autor:
W. Hinrichs


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