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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wer kennt Giersch und Beinwell?
Zwischenüberschrift:
Wildkräuter-Workshop im Museum am Schölerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu dem Workshop Ernten und Genießen im Garten″ hat jetzt das Museum am Schölerberg Osnabrück eingeladen. Dabei ging es nicht um den Anbau von Karotten und Erbsen, sondern um die heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Wildkräuter.
Osnabrück. Die Leckereien wachsen direkt vor der Haustür, eigentlich. Doch für einen Laien ist vieles nur Unkraut, was doch eigentlich ein wertvolles Lebensmittel ist. Diplom-Biologin Ursula Feldmann von der BUND-Kreisgruppe Osnabrück kann das nicht verstehen, dafür findet sie die Materie einfach zu faszinierend. Ihre Begeisterung für die heimische Botanik und Gartenwelt gibt sie gerne an Gleichgesinnte weiter.
Praktisch ist das von ihr vermittelte Wissen allemal, denn das unscheinbare Grünzeug lässt sich gut in der heimischen Küche einsetzen und liefert interessante und ungewöhnliche Geschmacksnuancen. Neu sind Gundermann, Schabatkraut und Co. natürlich nicht, nur in Vergessenheit geraten. Früher holten sich die Menschen die Pflanzen ganz selbstverständlich frisch aus dem Wald, um damit ihre Speisen zu verfeinern. In Zeiten des Komplettangebots im Supermarkt bleiben die Wildkräuter stehen obwohl sie doch eine kulinarische Bereicherung sein können.
Das Museum am Schölerberg bot Hobbygärtnern und Naturfreunden nun an, dieses alte″ Wissen wiederzuentdecken. Das Motto: Ernten und Genießen im Garten″. Zeit mussten die Anwesenden schon mitbringen, um die Schätze des Museumsgartens entdecken zu können. Der Giersch etwa steht derzeit wieder hoch im Kurs. Ursula Feldmann musste die Pflanze aber trotzdem erst einmal finden. Der steht bei uns massenhaft im Garten″, witzelte eine der Teilnehmerinnen. Kurz nach Hause fahren, um das fehlende Kraut zu holen, musste sie dann aber doch nicht. Siehe da, im Schatten einer Staude hat sich das gesuchte Pflänzlein auch im Museumsgarten breitgemacht.
Damit war die Kräuterlimo gerettet die dringend benötigte Zutat sollte den selbst gemachten Durstlöscher würzen, der an den österreichischen Almdudler″ erinnerte. Gut, dass Ursula Feldmann inzwischen auch über den Gundermann gestolpert war. Das feine Kraut mit den kleinen, blauen Blütenblättern ist nämlich wirklich leicht zu übersehen. Dazu noch etwas Labkraut und Pfefferminze, und dem Genuss des kühlen Getränks stand nichts mehr im Wege. Und das war nur der Auftakt. Gleich zehn Rezepte sollten die Mitwanderer von den Qualitäten der grünen Speisekammer überzeugen.
Das gelang dann auch. So lockten ein Wildkräuter-Frischkäse und eine mit Ringelblumen gewürzte Butter samt Borretschblüten die Genießer an den Esstisch. Trotz der sommerlichen Temperaturen war ein deftiger Eintopf aus selbst zusammengesuchtem Gartengemüse der Höhepunkt des Nachmittags. Wer gut zugehört hatte, wusste, welche ungewöhnlichen Ingredienzen im Topf köchelten, und musste sie nicht erst herausschmecken. Das wäre vielleicht auch schwierig geworden, denn so oft werden Baumspinat, Melde und Haferwurzeln bisher noch nicht auf dem eigenen Speiseplan gestanden haben. Auch den Guten Heinrich″ gibt es norma lerweise nicht im Supermarkt.
Nebenan auf der Herdplatte dünsteten die Blütenknospen des Bärenklaus. Moment, ist Bärenklau nicht giftig?″, fragte eine Teilnehmerin. Ursula Feldmann musste schmunzeln, ja, ein wenig fototoxisch ist der schon, der Wiesenbärenklau. Was aber richtig gefährlich ist, ist der Riesenbärenklau, vor dem man sich in Acht nehmen muss, aber wir haben ja den Wiesenbärenklau im Topf″, beruhigte die Expertin.
Die Tour durch die Garten machte allen Spaß, neben dem ganz realen Durst war schließlich auch der Wissensdurst gestillt, und alle hatten etwas Leckeres auf der Gabel. Dazu noch der Gesprächsstoff. Wer weiß denn schon, was Salbei-Mäuslis″ sind? Schnell wird dafür ein Pfannkuchenteig gerührt, frische Salbeiblätter hindurch gezogen und alles in Öl frittiert. Da kann nur das Beinwellgemüse als Pfannengericht noch mehr Eindruck machen.
Am 13. August wird das Museum am Schölerberg erneut zu einem Gartenworkshop einladen. Auch dieser Workshop wird von der Bingo-Umweltlotterie gefördert. Dann werden Heilkräuter auf dem Stundenplan stehen. Nähere Informationen gibt es beim Museum am Schölerberg auf www.museum-am-schoelerberg.de.

Bildtext:

Kräuterlimo kann man im Supermarkt kaufen oder sie einfach selbst machen. Fotos: Helge Holz

Im Museumsgarten wachsen viele Pflanzen, die in einem herkömmlichen Garten als Unkräuter ausgejätet würden.
Autor:
Helge Holz


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