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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Deutsch lernen im Wald
Zwischenüberschrift:
Sprachsommercamp in Hagen und Osnabrück für Drittklässler mit Migrationshintergrund
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Hagen. Den Wald erleben und dabei die deutsche Sprache lernen, ist das Ziel des Sprachsommercamps von Stadt und Landkreis Osnabrück. In Hagen und Osnabrück nehmen derzeit 46 Drittklässler mit Migrationshintergrund an dem Camp teil, das mithilfe der Natur Sprachkenntnisse vermittelt.
Es muss nicht immer nur die Schulbank sein: Auch dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, lässt sich die deutsche Sprache lernen davon sind die Veranstalter des Sommercamps Sprache und Natur auf der Spur″ überzeugt. Das Projekt richtet sich an Kinder, die vor den Ferien die dritte Klasse abgeschlossen haben und aus Zuwandererfamilien stammen. Durch den Kontakt mit der Natur sollen sie ihren Sprachschatz erweitern: Die Natur ist der Lieferant für neue Wörter″, erklärte Derk van Berkum vom Lernstandort Noller Schlucht. Zu diesem Zweck gehen die Umweltpädagogen der Noller Schlucht mit den Kindern nachmittags in den Wald, wo sie Tiere suchen und benennen oder aus Naturmaterialien Kunstwerke herstellen. Die neuen Wörter darunter auch weniger gebräuchliche Begriffe wie Waldmistkäfer schreiben sie auf und hängen sie auf eine Leine. Am nächsten Morgen arbeiten Lehrer des Vereins zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK) das Erlebte mit den Teilnehmern sprachlich auf, vermitteln Grammatik und betreiben Leseförderung. Betreut werden die Kindern von angehenden Erziehern.
Seit sieben Jahren führen Stadt und Landkreis Osnabrück das Sprachsommercamp durch. Die Idee geht auf die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zurück, die das Camp im ersten Jahr förderte und den Schwerpunkt auf die Natur setzte. 2010 übernahm die Friedel-&- Gisela-Bohnenkamp-Stiftung die Förderung des Projekts. Standort der ersten Stunde ist das Schullandheim Mentrup-Hagen, das durch seine abgeschiedene Lage mitten im Grünen eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur ermöglicht. Zweiter Standort ist in diesem Jahr zum ersten Mal die Jugendherberge in Osnabrück. Zuvor fand das Camp in der Noller Schlucht und der Jugendherberge Bad Iburg statt, die zurzeit jedoch aus Brandschutzgründen beziehungsweise aufgrund der Unterbringung von Flüchtlingen keine Kinder beherbergen können.
46 Kinder aus Stadt und Landkreis nehmen in diesem Jahr an dem Sommercamp teil, die meisten mit russischer oder arabischer Muttersprache. Einige von ihnen sind in Deutschland geboren, anderen besuchen erst seit einem halben Jahr eine deutsche Schule. Eine besondere Herausforderung für die Organisatoren stellt diesmal die relativ hohe Zahl an Kindern aus Flüchtlingsfamilien dar: Wir haben sechs Kinder, die nur sehr wenig Deutsch sprechen″, erklärte Projektleiterin Gabriele Grosser. Für diese habe man eine Anfängergruppe in Osnabrück eingerichtet, wo sie zudem die lateinische Schrift lernen.
Aufgrund der sehr unterschiedlichen Sprachkompetenz der Teilnehmer müssen die Sprachlehrer flexibel agieren. Es gibt kein Schema F, man muss sich anpassen″, meinte Michael Prior von der Bohnenkamp-Stiftung. Aber das macht das Ganze so spannend.″ Auch für von Berkum ist die Innovation und Spontanität das, was das Sommercamp ausmacht. So sprechen die Naturpädagogen mit den Kindern auch nur über die Tiere, die sie tatsächlich im Wald finden anders als vor 30 Jahren, als man noch ausgestopfte Tiere im Forst drapiert habe. Wir legen Wert auf originale Erfahrungen″, so van Berkum.
Für die Kinder sei es in der Regel das erste Mal, dass sie sich für einen längeren Zeitraum mit der Natur beschäftigten, berichtete Betreuerin Kinga Jaschke. Das Camp biete neue Erlebnisse, über die die Kinder ausgiebig sprechen. Jaschke: Sie lernen hier ganz viele Sachen kennen, die sie noch nie gesehen haben. Und sie merken, dass man auch ohne elektronische Geräte den ganzen Tag etwas erleben kann.″

Bildtext:

Die Wörter, die sie im Wald gelernt haben, haben Jasmin, Hadiya, Julia, Alina, Noel und Kris (von links) aufgeschrieben und gesammelt. Foto: Danica Pieper
Autor:
Danica Pieper


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