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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Supermarkt wird zwangsversteigert
Zwischenüberschrift:
Wert auf 1,8 Millionen Euro geschätzt – Verwalter hofft weiterhin auf Vermietung
Artikel:
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Originaltext:
Findet das leidige Kapitel um den Supermarkt am Salzmarkt im August ein Ende? Anfang des Jahres hieß es noch, für die Räume des ehemaligen Edeka-Markts sei ein neuer Betreiber gefunden. Aber inzwischen hat das Amtsgericht eine Zwangsversteigerung der Immobilie anberaumt.
Osnabrück. Ein Supermarkt solle wieder in das Gebäude am Petersburger Wall einziehen, hatte Adrian O′Sullivan von der Hausverwaltung der Salzmarkt GmbH in Berlin noch im Januar gegenüber unserer Redaktion angekündigt, dazu ein Geschäft für Fitness und Wellness. Im Februar oder März werde der neue Mietvertrag unterschrieben, so O′Sullivan weiter.
Das hat offensichtlich nicht geklappt, denn schon im Februar wurde die Zwangsversteigerung für die Gewerbeimmobilie beantragt. Aber der Verwalter zeigt sich weiterhin zuversichtlich, dass wir eine zeitnahe Lösung finden″. Zurzeit liefen Gespräche mit einem neuen Interessenten, der eine Exklusivität bis Ende Juli bekommen habe. Nach Auskunft von O′Sullivan handelt es sich um einen Supermarkt-Betreiber, der jetzt noch Untermieter wie einen Bäcker oder einen Metzger suche.
Wenn es zur Einigung komme, werde die Zwangsversteigerung im August abgesagt. Dem Hausverwalter ist anzumerken, dass er langsam die Geduld mit dem Gebäudekomplex verliert. Wir besitzen die Immobilie seit fast vier Jahren...″, beginnt er den Satz, führt dann aber aus, dass das Objekt nur mit einer hohen Miete an den Mann gebracht werden könne. Das wussten wir damals nicht.″
Er habe gedacht, dass ein Objekt in der Innenstadt von Osnabrück innerhalb von zwei bis drei Monaten vermietet werden könne. Die Zwangsversteigerung ist laut O′Sullivan nur das letzte Mittel, wenn das Objekt nicht vermietet werden kann. Für eine Vermietung gebe es einige Erschwernisse, räumt der Hausverwalter ein. So könne die Ware schlecht angeliefert werden, und für das Parkhaus müsse gezahlt werden. Bei anderen Supermärkten seien die Parkplätze vor der Tür und zudem kostenlos, gibt O′Sullivan zu bedenken. Enttäuschung klingt durch, wenn er sagt: Ich hatte gedacht, wir würden den neuen Mietvertrag im März unter Dach und Fach kriegen.″
Den Termin für die Zwangsversteigerung hat das Amtsgericht Osnabrück auf den 4. August gelegt, den Antrag haben die Stadtkasse Osnabrück und die Landesbank Berlin gestellt. Beide Gläubiger wollen sich aber nicht über die Hintergründe der Zwangsversteigerung äußern. Ungewöhnlich hoch erscheint für Osnabrücker Verhältnisse der von einem Gutachter ermittelte Verkehrswert von 1 775 000 Euro.
In den Erläuterungen zur angezeigten Zwangsversteigerung werden allerlei Nachteile aufgezählt. Es fehlten separate Eingänge für das Gebäude, ein großer Teil der Verkaufsfläche sei ohne direkte Außenbelichtung. Die Anlieferungsmöglichkeiten von der Holtstraße aus seien unzureichend, und der dort befindliche Wendehammer sei zum Rangieren zu eng. Außerdem fehlten Kundenparkplätze. Unverblümt wird zudem im Gerichts-Exposé darauf hingewiesen, dass der Standort Johannisstraße, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Salzmarkt befindet, in den vergangenen Jahren immer mehr an Attraktivität und Standortnachfrage verloren habe.
Diese Entwicklung wird auch im Rathaus mit Sorge beobachtet. Die Stadt würde eine Vermietung des Salzmarkts begrüßen, sagt Stadtsprecher Sven Jürgensen: Es ist immer wünschenswert, einen Leerstand zu beheben und ein neues Geschäft aufzuziehen.″

Bildtext:

Was wird aus der Supermarkt-Immobilie am Salzmarkt? Für den 4. August hat das Amtsgericht die Zwangsversteigerung für die Ladenetage anberaumt.

Foto: Jörn Martens

Kommentar:

Schlechte Karten für einen Supermarkt

Am Salzmarkt hat die Edeka-Tochter WEZ 1997 versucht, den American Way of Shopping nach Osnabrück zu bringen. An der Kasse verpackten Angestellte die Einkäufe in Papiertüten. Ein exklusives Vergnügen, für das aber niemand höhere Preise zahlen mochte. Nach ein paar Wochen war Schluss damit.

Das Konzept wurde geändert, es entstand eine Edeka-Filiale, die sich den Platz mit einer Postagentur und einem Textilgeschäft teilte. Aber auch diese Rechnung ging nicht auf, weil das Ladenlokal am Salzmarkt Schattenseiten hat, mit denen sich andere Mitbewerber nicht herumschlagen müssen. Wer schon darauf setzt, dass die Kundschaft mit dem Auto kommt, hat schlechte Karten, wenn das Parken extra kostet.

Mehr Erfolg verspricht ein Geschäft, das Zielgruppen anspricht, die weniger aufs Auto fixiert sind. Das könnte ein Fahrradhandel sein, vielleicht auch ein Shop, in dem man Fahrräder, E-Bikes und Elektromobile ausleihen kann.

Mag ja sein, dass sich auch mit einem Lebensmittel-Supermarkt an dieser Stelle Geld verdienen lässt. Vielleicht mit einem ausgefeilten Bringservice für Kunden. Aber nicht mit einem Konzept, das schon zweimal gescheitert ist.
Autor:
Thomas Wübker


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