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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wieder mehr Blitzer auf Osnabrücks Straßen
Zwischenüberschrift:
Nach Unfall auf Martinistraße: Rat will Raser stoppen
Artikel:
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Originaltext:
Nach dem schweren Unfall auf der Martinistraße Anfang Juni hat sich der Rat mit dem Thema Rasen und illegale Rennen auf Osnabrücks Straßen befasst. Ergebnis: Es soll wieder mehr geblitzt werden.

Osnabrück. Zwar ist der genaue Unfallhergang, bei dem eine 49 Jahre alte Radfahrerin schwer verletzt wurde, und damit die Frage, ob die Frau Opfer eines Autorennens wurde, noch nicht geklärt, der Vorfall war für die Grünen aber Anlass genug, für die Martinistraße eine stationäre Blitzanlage zu fordern.

Es bestehe dringender Handlungsbedarf, so Jens Meier (Grüne) in der Begründung des Antrags. Anwohner würden schon seit geraumer Zeit über viel zu schnelles Fahren auf der Martinistraße klagen. Ein wirksamer Schutz sind Kontrollen″, sagte Meier. Leider sei die Stadt derzeit finanziell nicht in der Lage, kurzfristig die Situation durch bauliche Veränderungen zu entschärfen. Aber auch darüber solle sich die Verwaltung Gedanken machen und die Ergebnisse in den Fachausschüssen vorstellen. Auch eine Temporeduzierung in den Abendstunden nach 20 Uhr ist für die Grünen vorstellbar.

Wir sollten nicht gleich das Kind mit der Wanne ausschütten″, hielt Marius Keite für die CDU dagegen. Vor allem sollte die Politik den schrecklichen Unfall″ nicht instrumentalisieren, um die jeweilige ideologische Position in die Diskussion einzuspeisen″. Mobilität sei ein hohes Gut, deshalb sollte vor etwaigen Beschlüssen unter anderem mit der Polizei ein Konzept ausgearbeitet werden.

Stadt und Polizei müssten die Raserei stärker bekämpfen, so Heiko Panzer (SPD), denn die Sicherheit hat höchste Priorität″. Zudem müssten auch die anderen als Rennstrecken bekannten Straßen in die Kontrollen einbezogen werden.

Wulf-Sigmar Mierke (UWG) gab zu bedenken, dass mobile Messstationen wesentlich effektiver seien. Das parteilose Ratsmitglied Christopher Cheeseman regte eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer in der Stadt an.

Dem mochte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning nicht folgen. Er lehnte Geschwindigkeitsbegrenzungen ab, da diese auch den öffentlichen Personennahverkehr ausbremsen würden. Somit könne seine Fraktion auch nicht den kompletten Antrag der Grünen unterstützen, die ebenfalls ein Nachdenken über eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit unter anderem auf dem Wall gefordert hatten. Stationäre Messstationen hingegen seien auch im Sinne der SPD, sodass diesem Teil des Antrags zuzustimmen sei. Und so kam es dann auch. Und so wird die Verwaltung in den kommenden Wochen also weisungsgemäß die Kosten für neue Blitzanlagen ermitteln und zudem in Abstimmung mit der Polizei weitere Gefahrenpunkte benennen und eine Prioritätenliste aufstellen, wo demnächst noch zwar keine hübschen, aber dennoch äußerst teure Fotos von Rasern gemacht werden sollen.

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Bildtext:
Die Ursache für den schweren Unfall auf der Martinistraße ist zwar noch unklar, der Rat hat aber in seiner jüngsten Sitzung bereits eine Intensivierung der Geschwindigkeitskontrollen beschlossen.
Foto:
NWM-TV

Kommentar
Mehr Kontrollen und härtere Strafen

Nach dem schweren Unfall auf der Martinistraße hat der Rat schnell reagiert. Sein weiser Beschluss: mehr Kontrollen durch mehr Blitzanlagen.

Dass erst eine Frau auf der Martinistraße fast ihr Leben lassen musste, bevor die Stadt sich zu einer Verschärfung der Geschwindigkeitskontrollen entschließt, ist traurig. Sicher, es sind wahrscheinlich nur einige unbelehrbare Raser, denen schlicht die sittliche Reife zum Führen eines Kraftfahrzeugs fehlt, die diesen enormen Aufwand, der zu finanziellen Lasten der Allgemeinheit geht, verursachen. Gleichwohl muss auch diesen wenigen mit aller Härte das wüste Treiben abgewöhnt werden.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat vor wenigen Tagen eine drastische Erhöhung der Bußgelder für zu schnelles Fahren gefordert. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

Nur: Bußgelder können erst erhoben werden, wenn die Raser gestellt werden. Mit anderen Worten: Kontrolle tut not. Ob stationäre Blitzanlagen hier der richtige Weg sind, ist fraglich. Immerhin wurden die Kameras in den vergangenen Jahren auch mit der Begründung zurückgebaut, dass sie nicht mehr einträglich sind. Mobile Kontrollen an immer wieder wechselnden Standorten scheinen hier vielversprechender. Mögen die Fachleute entscheiden, welcher Weg der beste ist. Stadt und Polizei haben die Raserszene an der Pagenstecherstraße mit dem berüchtigten Car-Freitag als wildestem Auswuchs motorisierten Fehlverhaltens vor Jahren in den Griff bekommen. Jetzt ist es an der Zeit, wieder zur Radarpistole zu greifen.
Autor:
Dietmar Kröger


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