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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bauchtanz in der alten Schalterhalle
Zwischenüberschrift:
Vor 30 Jahren bekam Hellern die „Alte Kasse″ – An diesem Sonntag Stadtteilfest
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das 1969 errichtete Zweigstellengebäude der Kreissparkasse in Hellern wurde in dieser Funktion nur bis 1983 gebraucht und stand dann leer. 1986 kam auf Betreiben des Ortsrats die Einrichtung eines Stadtteiltreffs zustande.
Osnabrück. Der Internationale Bund (IB) als Träger blickt in diesem Jahr auf 30 Jahre erfolgreicher Gemeinschaftsarbeit zurück und lädt an diesem Sonntag ab 14 Uhr zu einem Stadtteilfest ein.
Die Alte Kasse′ ist als generationsübergreifender Treffpunkt für die Helleraner nicht mehr wegzudenken″, sagt IB-Pädagogin Svenja Eickhoff, trotzdem standen wir bereits einige Male vor der Schließung.″ Von der Politik gewünscht und eingerichtet aber von der Politik auch immer wieder an den Rand der Existenzmöglichkeit gedrängt, wenn mal wieder ein Kämmerer angesichts knapper Kasse zur Aufstellung einer Streichliste gezwungen ist.
1993 kürzte die Arbeitsverwaltung die ABM-Stellen zusammen, zwei von vier Mitarbeiterstellen an der Alten Kasse″ standen auf dem Spiel. Heftige Programmeinschränkungen drohten. Beschäftigte und Besucher forderten ersatzweise Mittel vom städtischen Jugendamt, sammelten 1500 Unterschriften gegen den Personalabbau und hüllten aus Protest die Frauenskulptur vor dem Eingang in schwarze Trauerfolie.
2002 und 2010 kamen neue Hiobsbotschaften über Budgetkürzungen aus dem Rathaus. Hellern sei schließlich kein sozialer Brennpunkt, hieß es, und die Einrichtung müsse halt ihre Einnahmeseite verbessern. Nur mit großer Anstrengung, Spendenaktionen und der Gründung eines Fördervereins konnten die Schließungen abgewendet werden.
Dabei sei die Alte Kasse″ zu einem fest integrierten Bestandteil des kulturellen und sozialen Lebens in Hellern geworden, der allen Bevölkerungskreisen und Altersgruppen etwas biete, stellt Eickhoff heraus. Jeder Einwohner Hellerns komme, statistisch gesehen, dreimal im Jahr in das Gemeinschaftszentrum. Die Angebote reichen von Babymassagen und Mutter-Kind-Spielgruppen über Bewegungsangebote für Grundschulkinder bis zu Tanztees und Klönabenden für Senioren. Auch Schulaufgabenbetreuung, ein Metall-Werkraum für Jugendliche, eine Holzwerkstatt, Musik- und Bauchtanz-Kurse sowie die Anlaufstelle des Nachbarschaftshilfevereins Helfen in Hellern″ finden in der Alten Kasse″ ihren Platz.
Die wechselvolle Geschichte des Stadtteiltreffs mit all ihren Höhepunkten, aber auch den periodisch wiederkehrenden Bedrohungen ist Gegenstand einer Ausstellung im Jugendcafé des Stadtteiltreffs. Zudem werden die Jugendlichen, die den offenen Jugendtreff regelmäßig besuchen, am Sonntag zum Stadtteilfest ihr neu möbliertes Jugendcafé präsentieren. Sie haben eigenständig aus Palettenholz eine Beach-Bar″ geschaffen.
Der Name Alte Kasse″ leitet sich aus der ersten Zweckbestimmung des Gebäudes her. Die Kreissparkasse Osnabrück war seit 1958 mit einer Zweigstelle in Hellern vertreten. Es waren die Jahre des Wirtschaftswunders. Banken und Sparkassen spürten den Wettbewerb. Sie verließen sich nicht mehr darauf, dass die Kunden zur Erledigung ihrer Geldgeschäfte in die Hauptstellen in der Stadt kommen. Sie rückten den Kunden in den Trabantensiedlungen an den Stadträndern näher, um dort das Ersparte einzusammeln und Hauskredite anzubieten. Hinzu kam der Trend zur bargeldlosen Lohnzahlung, wodurch Girokonten auch in Arbeiter-Haushalten Einzug hielten.
Die Kreissparkasse kam zunächst im Haus der Gemeindeverwaltung in der Kleinen Schulstraße 36 unter. Als der Platz nicht mehr reichte, baute sie 1969 auf dem Nachbargrundstück Nr. 38 ein eigenständiges Zweigstellengebäude im damals modernen Stil mit Flachdach, Wandelementen aus Betonfertigteilen und großen Fensterelementen die heutige Alte Kasse″.
1972 wurde aus der kreisangehörigen Gemeinde Hellern ein Stadtteil Osnabrücks. Gleichzeitig wandelte sich die Zweigstelle der Kreissparkasse in eine der Stadtsparkasse um. Doch die Stadtsparkasse verfolgte größere Pläne und errichtete an der Lengericher Landstraße einen geräumigen Komplex, in dem auch die Zweigstelle 19, Hellern″ fortan ihren Platz fand. Damit war die Alte Kasse″ frei für neue Nutzungen. Nach einigem politischen Tauziehen die CDU favorisierte zunächst abgeteilte Räume der Schule Hellern begann 1986 die Karriere der Alten Kasse″ als Bürgerhaus und Stadtteiltreff.

Bildtext:

Drei Jahre Leerstand hatte das alte Zweigstellengebäude der Stadtsparkasse in Hellern schon hinter sich, als es im Januar 1986 zum Stadtteiltreff umgewidmet wurde. Foto: Archiv/ Gert Westdörp

Ein Handwerkszeichen in Übergröße an der Fassade: Im August 1988 machte das Fahrrad auf den neuen Service einer Fahrradwerkstatt im Keller der Alten Kasse″ aufmerksam. Foto: Archiv/ Gert Westdörp

Kunst vor der Kasse: Die kniende Frauengestalt Forum″ der Künstlerin Susanne Albrecht empfängt seit 1989 die Besucher. Foto: Joachim Dierks
Autor:
Joachim Dierks


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