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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Furchtlos wie ein Honigdachs
Zwischenüberschrift:
IR-16 Honey Badger: Hochschulrennstall stellt neues Elektroauto vor – Flitzer Marke Eigenbau
Artikel:
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Originaltext:
Der Honigdachs gilt als mutigstes Tier der Welt. Sogar Löwen sollen ihn fürchten. Der Osnabrücker Hochschulrennstall Ignition Racing Team electric (IRTe) hat den zuckersüßen Killer aus der Familie der Marder nun zum Glücksbringer für die Formula-Student-Saison 2016 erklärt.

Osnabrück. Und es hat seinen neuen Rennwagen nach ihm benannt: IR-16 Honey Badger. Mit dem batteriebetriebenen Flitzer Marke Eigenbau will das IRTe bei den diesjährigen Rennen in Hockenheim (Formula Student Germany, 9. bis 14. August) und Barcelona (Formula Student Spain, 25. bis 28. August) erneut die große, internationale Konkurrenz wegbeißen. 2015 fuhren die Osnabrücker in beiden Wettbewerben auf den sechsten Platz. Es war das beste Jahr in der Geschichte des 2006 gegründeten Teams.
Messlatte liegt hoch
Wir haben die Messlatte mit diesen Spitzenergebnissen selbst hochgelegt. Aber 2016 wollen wir uns noch einmal verbessern″, sagt Teamsprecher Kevin Koritzke. Was schwer werden dürfte, denn die Luft an der Spitze des Klassements ist dünn.
Zumal Hochschulrennställe aus der Heimat großer Automobilhersteller traditionell bessere Voraussetzungen haben. Beispiel Uni Stuttgart: Die Studenten aus der Daimler-Stadt sind Seriensieger in der Formula Student. Und sie halten den Beschleunigungsweltrekord für Elektroautos. Ihr Bolide schafft es in 1, 779 Sekunden von null auf hundert.
Zum Vergleich: Der IR-16 Honey Badger aus Osnabrück braucht dafür 2, 8 Sekunden. Bei optimalen Bedingungen″, wie Koritzke sagt. Und im Motorsport sind Unterschiede von einer Sekunde bekanntlich Welten.
Gleichwohl soll das neue IRTe-Fahrzeug, das Ende Mai beim Rollout erstmals gezeigt wurde, besser unterwegs sein als sein Vorgänger IR-15 Excess. Und was die Entwicklungssprünge von Saison zu Saison angeht, sind die Osnabrücker dem Branchenprimus aus Süddeutschland wahrscheinlich sogar ein Stück voraus.
So gelang es den Nachwuchsingenieuren vom Campus Westerberg erneut, ihren Rennwagen noch einmal deutlich leichter zu machen. Wog das alte Auto laut Datenblatt 227 Kilogramm, sind es beim IR-16 Honey Badger nach Angaben von Teamsprecher Koritzke nur 199 Kilogramm. Damit ist die magische Vier-Zentner-Grenze geknackt.
Als größte Neuerung nennt das Ignition Racing Team electric den Antrieb. Der Elektromotor wurde ausgetauscht und bringt jetzt 100 Kilowatt Leistung bei einem Drehmoment von 960 Newtonmetern. Zusammen mit einem neuen Getriebe mache allein das 15 Kilogramm Gewichtsersparnis aus, heißt es. Auch bei Fahrwerk, Monocoque und Felgen wurde abgespeckt. Um den Osnabrücker Honigdachs″ besonders windschnittig zu machen, verpassten seine Konstrukteure ihm ein maßgeschneidertes Aerodynamik-Paket, bestehend aus Front- und Heckflügeln. Auch die innovative Hinterachslenkung, mit der das IRTe die Formula Student bereits im Vorjahr aufmischte, wurde weiterentwickelt.
Großen Veränderungen unterliegt aber naturgemäß auch der Rennstall selbst. Jedes Semester scheiden Studenten aus oder kommen neu hinzu. Aktuell besteht das Team aus 50 Mitgliedern. Nur 18 von ihnen haben bereits die Saison 2015 miterlebt. Alle weiteren Teammitglieder mussten zunächst rekrutiert und angelernt werden″, beschreibt Sprecher Koritzke die personellen Herausforderungen.
Dabei schließen sich dem Ignition Racing Team electric, das vor zehn Jahren an der Hochschule Osnabrück entstand, auch immer mehr Studenten der Universität Osnabrück an. Wir sind neuerdings an der Uni als studentische Initiative akkreditiert und dürfen dort jetzt unter anderem mit Aushängen werben″, so Kevin Koritzke. Als Unistudent der Geschichts- und Politikwissenschaft zählt er übrigens selbst zur wachsenden Schnittmenge.
Zum IRTe gekommen sei er letztlich über die studentische Osnabrücker Unternehmensberatung Studentop. Denn der Formula-Student-Rennstall braucht für eine erfolgreiche Serie nicht nur begabte Tüftler, Designer und Schrauber, wie sie vor allem die FH hervorbringt. Am Ende lohne sich das oftmals ebenso schweißtreibende wie schlafraubende Engagement bei Ignition Racing auf jeden Fall, meint Koritzke. Unser Gewinn besteht in der praktischen Übung, im Netzwerken mit Sponsoren. Etliche von uns haben nach dem Studium genau deswegen schnell beruflich Fuß gefasst.″

Bildtext:

In 2, 8 Sekunden von null auf hundert: Der Osnabrücker Hochschulrennstall Ignition Racing Team electric (IRTe) will mit dem neuen Auto IR-16 Honey Badger die Formula Student aufmischen.

Fotos: Egmont Seiler

Das Cockpit des IR-16 Honey Badger ist aufgeräumter und übersichtlicher als in den Vorgängerautos.

Kommentar:

Studenten bauen Rennwagen
In der Formula Student bauen Hochschulteams aus der ganzen Welt in Eigenregie einen einsitzigen Formelrennwagen, um damit bei einem Wettbewerb gegeneinander anzutreten. Die Rennställe arbeiten dabei wie mittelständische Unternehmen, die einen Prototyp für eine mögliche Serienproduktion präsentieren.
Ein einzelner Wettbewerb der Formula Student gliedert sich in acht Prüfungsteile. Dabei geht es viermal auf die Piste: beim Langstreckenrennen über 22 Kilometer gegen die Uhr (Endu rance), beim 75-Meter-Beschleunigungsrennen (Acceleration), beim Skidpad (Rutschplatte), wo auf nasser Fahrbahn eine liegende Acht durchfahren wird, sowie beim Autocross, einem kurzen Qualifikationsrennen für die Ausdauerfahrt. Außerdem wird in einer fünften dynamischen Disziplin die Energieeffizienz gemessen, bei der Endurance-Rundenzeiten und Stromverbrauch des Elektro-Rennwagens ins Verhältnis gesetzt werden.
Abseits der Rennstrecke müssen die Studenten einen Businessplan vorstellen, Kosten darlegen
und das Design ihres Autos erläutern. (sst)
Autor:
Sebastian Stricker


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