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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrücker Leinen hat noch immer guten Ruf
Zwischenüberschrift:
Das norwegische Bergen richtet derzeit die 36. Hansetage der Neuzeit aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bergen. In diesem Jahr ist das norwegische Bergen Gastgeber der 36. Hansetage der Neuzeit. Die Hansestadt Osnabrück wird dort von einer kleinen Delegation unter Leitung von Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler vertreten. Das noch bis Sonntag dauernde Traditionsfest steht unter dem Motto Vergangenheit ist Zukunft″.
Die in Osnabrück heimisch gewordene Bergen serin Randi Fedeler seit Jahrzehnten als Dozentin für die norwegische Sprache an der VHS im Einsatz braucht nicht lange zu überlegen, um aufzuzählen, was Osnabrück mit der Stadt an der Westküste Norwegens verbindet: Aus Osnabrück wurden früher vor allem die hochwertigen Leinentücher mit dem allseits anerkannten Leggestempel eingeführt, aber auch Schwarzbrot und Korn. Umgekehrt bezog Osnabrück Stockfisch, Tran und Pelze.″
Wohl jeder Tourist, der einmal in Bergen war, kennt die Reihe spitzgiebliger alter Häuser am Hafenbecken, die Tyskebryggen″ (deutsche Brücke) oder heute kurz Bryggen″ genannt. Dieser historische Handelsplatz der Hanse ist wohl nirgends so gut erhalten wie in Bergen und deshalb auch ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden. Das zugehörige Hanseatische Museum wird jetzt zu den Hansetagen sicherlich heftig belagert werden, vermutet Fedeler.
Auch in Osnabrück ist die Hanse nicht vergessen. Nicht von ungefähr heißt die wichtigste Ausfallstraße zu den Häfen im Norden Hansastraße. Seit 1412 war Osnabrück Mitglied der Hanse und wuchs bald zu einem Hauptort (Prinzipalstadt) unter den westfälischen Hansestädten heran. Der Osnabrücker Johan Domann diente von 1605 bis 1618 dem mächtigen internationalen Wirtschaftsverbund als Syndikus, also als oberster Verwalter und Top-Diplomat. Im 17. Jahrhundert verlor die Hanse ihre Bedeutung. Die Territorialherren der Nord- und Ostsee-Anrainer hatten es verstanden, ihre eigenen handelspolitischen Interessen durchzusetzen.
Bei der Wiederbelebung des Hansebundes in der Neuzeit spielte Osnabrück wieder vorne mit. Oberbürgermeister Carl Möller gehörte zu den treibenden Kräften der 1980 in Zwolle gegründeten neuen Hanse″. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, den Geist der alten Hanse als Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte lebendig zu halten. Durch die Traditionspflege und den lebendigen Austausch der Mitgliedstädte möchte die Hanse einen Beitrag zur wirtschaftlichen, kulturellen und staatlichen Einigung Europas leisten. Seit 1980 wird jedes Jahr in einer anderen Mitgliedsstadt ein Hansetag abgehalten. Die neue Hanse zählt heute 185 Mitgliedstädte in 16 Ländern, von La Ro chelle in Frankreich bis Nowgorod in Russland und von Halle an der Saale bis Bergen in Norwegen.
Im Jahr 2006 richtete Osnabrück den 26. Internationalen Hansetag aus. Karin Jabs-Kiesler war auch damals schon die Hansebeauftragte″ der Stadt und maßgeblich an der Programmplanung beteiligt. Das Symbol des Hansetages, die hölzerne Hansekogge im kindgemäßen Maßstab, hat auf dem Adolf-Reichwein-Platz einen festen Platz im Stadtbild behalten.
Für die Gesamtorganisation hat der Osnabrücker Hansetag insofern Geschichte geschrieben, als hier erstmals eine Ausstellung zeitgenössischer bildender Kunst unter dem Titel Hanse-Art-Works″ ins Leben gerufen wurde. Jetzt in Bergen feiert dieses Ausstellungsformat sein zehnjähriges Bestehen. Projektkoordinator ist der stellvertretende Leiter der Osnabrücker Stadtbibliothek, Alfred Wübbena. Künstler aus allen Hansestädten waren aufgefordert, Arbeiten zum Thema Europalette″ einzureichen. Die international besetzte Jury wählte 17 Arbeiten aus sieben Ländern für die Präsentation auf dem Hansetag aus, darunter die Umsetzung der Osnabrücker Künstlerin Eva Preckwinkel.
Karin Jabs-Kiesler reist mit gespannter Erwartung nach Bergen, weil sie um die vielfältigen historischen Bande zwischen Osnabrück und Bergen weiß und mit ihrer Delegation, zu der neben Wübbena auch Ratsmitglied Irene Thiel, Hans-Peter Fröbel und die Jugenddelegierte Clara Greiwe gehören, einen Beitrag zur Stärkung der aktuellen Beziehungen leisten möchte. Ich habe vor 20 Jahren schon einmal das dortige Hanseatische Museum besucht und war hocherfreut, als ich auf einer historischen Tafel unter den Wareneingängen an zweiter Stelle Osnabrücker Linnen′ gelesen habe, da müssen wir jetzt drauf aufbauen″, so Jabs-Kiesler schmunzelnd. Sie versteht sich keineswegs nur als Städtetourismus-Botschafterin, sondern ist als Delegierte in die intensive Gremienarbeit des Hansetags eingebunden. Zu den Projekten, die der Hansetag auf der Agenda hat, gehören etwa der weitere Ausbau des Jakobs-Pilgerwegs und der europäischen Route der Backsteinkultur.

Bildtext:

Bergen, die zweitgrößte Stadt Norwegens, richtet in diesem Jahr die Internationalen Hansetage aus. Foto: Randi Fedeler

Die alten Stapelhäuser der Hanse an der Tyske Bryggen″ (deutsche Landungsbrücke) in Bergen. Foto: Joachim Dierks
Autor:
jod


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