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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Damit Kitze nicht in der Mähmaschine landen
Zwischenüberschrift:
Jägerschaft fliegt vor der Mahd mit Drohne über Felder – Wärmebildkamera spürt versteckte Tiere auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Um versteckt liegende Rehkitze vor der Mähmaschine zu schützen, hat die Jägerschaft Osnabrück-Stadt eine Drohne aufsteigen lassen.
Osnabrück. Gut 500 000 Wildtiere sterben bundesweit jedes Frühjahr bei der Grasmahd. Dieses Schicksal will die Jägerschaft möglichst vielen Tieren ersparen. Mit einem Oktokopter mit Wärmebildkamera haben Jäger und freiwillige Helfer jetzt eine gut zehn Hektar große Wiese bei Nahne abgesucht, um eventuell versteckt liegende Tiere aufzuscheuchen.
Gerade jetzt sind es vor allem die kleinen Rehkitze, die den Mähmaschinen zum Opfer fallen. Sie sitzen nach der Geburt im hohen Gras und warten dort auf die Ricke, die alle zwei bis drei Stunden zum Säugen kommt. Da die Kitze von Natur aus keine Witterung haben, sind sie so vor Füchsen und anderen Raubtieren gut geschützt″, erklärt Wilfried Lintker, Vorsitzender der Jägerschaft Osnabrück-Stadt. Wenn das Kitz jedoch von Menschen berührt wird, nimmt es den Geruch der Menschen an. Das ist zwar mit Blick auf die Raubtiere nicht relevant, die Mutter wird das Kitz jedoch nicht mehr annehmen″, warnt Lintker. Spaziergängern rät er also, die jungen Rehe keinesfalls anzufassen. Meistens komme die Ricke von ganz allein zum Kitz zurück.
Mit der Thermokamera ist es kein Problem, selbst gut versteckt liegende Tiere zu finden. Pascal Janßen nutzt das System im Normalfall, um die Funktionsfähigkeit von Fotovoltaikanlagen zu testen. Am Feld fliegt seine Drohne automatisch in gut 30 Meter Höhe über das Feld und filmt den Boden. Tiere erkennt das System als hellere Bereiche. Bei Verdachtsfällen fliegt Janßen tiefer und schaltet bei Bedarf die Echtbildkamera hinzu. Ältere Tiere flüchten vor der Drohne, nur ein Kitz würde nahezu liegen bleiben. Doch an diesem Tag war kein Kitz im Feld zu finden. Ein erwachsenes Reh ergriff die Flucht, und der heimische Bussard war von dem fliegenden Eindringling nicht erfreut.
Hätte die Kamera ein Rehkitz angezeigt, wären die Jäger und ihre Helfer zur Fundstelle gegangen und hätten rund um das Tier Stäbe und Bänder aufgestellt. Die Witterung der Menschen in der Nähe führe dazu, dass die Ricke dann beim nächsten Besuch das Kitz aus dem Feld führe, beschrieb Lintker die Methode.
Man arbeite seit Jahren intensiv mit den Landwirten zusammen, die die Aktionen der Jäger gern unterstützen. Für die Bauern bringe die Aktion auch Vorteile. Die verrottenden Tierkadaver machen die Silage unbrauchbar. Und auch wenn die Jäger dieses Mal kein Kitz retten mussten, soll die Aktion auch im kommenden Jahr wiederholt werden.

Bildtext:

Der Oktokopter hebt ab. Auf einer Weide neben der B 68 sollen Rehkitze per Oktokopter aufgespürt werden, um bei anstehenden Mäharbeiten außer Gefahr zu sein. Foto: Michael Gründel
Autor:
Robert Schäfer


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