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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Oft scheitert Inklusion am Geld
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Neue Leitlinien für Inklusion Vorsitzender des Behindertenbeirats begrüßt zehn Kernziele des Landkreises″ (Ausgabe vom 31. Mai).

„[. . .] Zunächst fiel mir auf, dass im Zusammenhang mit dem Begriff der , Menschen mit Behinderung′ auch hier wieder der , klassische′ Rollstuhlfahrer abgebildet wird. Dabei ist das Spektrum von , Behinderung′ wesentlich größer. Es gibt für die sehr unterschiedlichen Formen von , Behinderung′ spezielle schulische Angebote in Stadt und Landkreis Osnabrück: für junge Menschen mit einer Körperbehinderung die Schule , Schwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung′; für junge Menschen mit einer geistigen Behinderung die Schule , Schwerpunkt geistige Entwicklung′; für junge Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten die Schule , Schwerpunkt emotional-soziale Entwicklung′; für Menschen mit einer Lernbehinderung die Schule , Schwerpunkt Lernen′ und so weiter.

In Kernziel 1 wird formuliert, dass es , nach wie vor exklusive und inklusive Angebote geben′ wird. Für die Schulen mit dem Schwerpunkt Lernen gilt dies jedoch anscheinend nicht, da sie in den nächsten Jahren geschlossen werden sollen, sodass eine Wahlmöglichkeit zwischen Förderschule und Regelschule langfristig nicht mehr gegeben ist.

Warum eigentlich nicht? Auch ohne offiziellen , Behindertenausweis′ ist für Schüler dieser Schulform in einem Gutachten der sonderpädagogische Förderbedarf festgestellt worden, nur fällt diese , Behinderung′ nicht sofort ins Auge. Warum also diese Ungleichbehandlung?

Die in den Kernzielen 3 und 4 erwähnte Gewährleistung sächlicher und baulicher Veränderungen wird von dieser Schülerschaft weniger benötigt, sondern viel mehr die individuelle bedarfsgerechte Unterstützung, wie sie in Kernziel 2 gefordert wird. Dazu bedarf es einer erhöhten personellen Ausstattung [. . .]. Es ist an Schulen zu beobachten, dass genau an dieser Stelle gespart wird, denn Personalkosten sind langfristig gesehen viel höher als einmalige Investitionen [. . .].

Ein Beispiel hierfür wäre der Umgang mit den Stunden des , Mobilen Dienstes′, der trotz steigender Nachfrage auch noch zur Disposition gestellt wird. Dies führt dazu, dass Regelschulen sich keine fachliche Unterstützung bei einer sonderpädagogischen Fachkraft einholen können [. . .].

Die 10 Kernziele sind gut, sollten aber explizit auf alle , Formen von Behinderung′ angewendet werden und erfordern insbesondere in ihrer Umsetzung eine langfristige Finanzierung.″

Mechtild Freitag

Osnabrück

Die , Kernziele zur Inklusion im Landkreis Osnabrück′, welche der Landkreis aufgestellt hat, werfen Fragen auf, so gut und wichtig die Inklusion Behinderter im normalen Alltag auch ist. Die Kommunen und der Landkreis haben kaum Geld, um Stühle, Tische, Toiletten etc. in Schulen zu erneuern, müssen aber, um die fünfte Richtlinie (bauliche Veränderungen für Behinderte) umzusetzen, viel tiefer in die Tasche greifen und breite Eingänge und Türen, Aufzüge und so weiter umbauen beziehungsweise errichten lassen. [. . .] Was ist, wenn die Inklusion von behinderten Kindern in den Schulen nicht funktioniert? Dann war der kostspielige Umbau der Schulen umsonst.

Ebenfalls kann aus der gut gemeinten Inklusion schnell Exklusion werden. Besonders in der mittleren Stufe werden schon Kinder mit anderem Kleidungsstil ausgeschlossen und gehänselt. Wie erst würde dies mit behinderten Kindern werden? Des Weiteren fehlen unseren Schülern der Umgang und die Sensibilisierung mit Behinderten. [. . .] Spezielles Personal muss angestellt werden, und Lehrer, welche schon mit den gewöhnlichen Schülern und neuen Vorgaben häufig überfordert sind, werden einer weiteren Herausforderung ausgesetzt. Eventuell wäre es besser, man würde erst einmal, um die Schüler aneinander zu gewöhnen, in Nachmittagsprogrammen zusammen arbeiten.″

Franziska Wengerowski

Alfhausen
Autor:
Mechtild Freitag
 
Franziska Wengerowski


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