User Online: 1 | Timeout: 16:19Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der schiefe Turm von Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Bauwerk am Heger Friedhof ist trotzdem standfest
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Pisa hat einen, Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis ebenfalls und Suurhusen in Ostfriesland und auch Osnabrück gehört zum erlauchten Kreis: Auf dem Heger Friedhof steht der schiefe Turm von Osnabrück.

Osnabrück. Warum das denkmalgeschützte Bauwerk nicht im rechten Winkel steht, weiß keiner so richtig. Doch Gefahr besteht nach Angaben des Osnabrücker Servicebetriebs (OSB) nicht.

Wir wissen nicht genau, warum sich das Bauwerk zur Seite neigt″, sagt Eva Güse im Gespräch mit unserer Redaktion. Möglicherweise haben das zur Gebüschseite versickernde Regenwasser und die damit verbundenen Bodenbewegungen für die Neigung des Gebäudes gesorgt, vermutet die Leiterin der Abteilung für Bestattungswesen und Friedhöfe.

Alle zwei bis drei Jahre werde das Bauwerk überprüft, Schäden wie Risse oder Beschädigungen am Mauerwerk seien laut Güse dabei bislang nicht festgestellt worden. Die letzte Untersuchung hat der OSB übrigens direkt nach der Anfrage unserer Redaktion vornehmen lassen: Zwei Mitarbeiter des städtischen Fachdienstes für Geodaten und Verkehrsanlagen rückten an und vermaßen das Gebäude und seinen Schiefstand.

Wir haben dabei festgestellt, dass sich der Turm seit der letzten Messung um wenige Millimeter in Richtung Friedhofsseite und Toilettenhäuschen gesenkt hat″, sagt Güse. Die Messergebnisse sollen jetzt einem Statiker vorgelegt werden, der die Daten analysieren wird. Bauliche Sofortmaßnahmen seien jedoch nicht nötig.

So bestehe für Fußgänger auf dem Heger Friedhof keine akute Gefahr. Der Turm neigt sich ja auch nicht auf den Gehweg, sondern quasi in Richtung Gebüsch″, so Güse. Gedankenspiele über eine etwaige Sanierung des Gebäudes sind beim OSB so auch vorerst kein Thema es sei denn, der Statiker sieht Handlungsbedarf.

Ein Blick ins Zeitungsarchiv verrät, dass der Turm schon vor mehr als 50 Jahren ein Auslaufmodell war. Als im Jahr 1961 der neue Glockenturm am Rande des internationalen Ehrenfeldes gebaut wurde, sollte der alte dem Erdboden gleichgemacht werden. Auch damals neigte sich das Bauwerk schon sichtlich gen Norden. Der Abbruch des alten Glockenturms wurde erwogen, weil er schief ist und das stählerne Geläut die Trauergemeinde auf dem Wege von der Kapelle zum Friedhof empfindlich stört″, heißt es im Osnabrücker Tageblatt″ vom 16. Februar 1961.

In der Tat hat der neue Glockenturm diese Aufgabe übernommen, sein Vorgänger steht jedoch bis heute. Vor dem Abriss bewahrt ihn der Denkmalschutz, unter dessen Schutzmantel das gesamte im Jahr 1936 errichtete Ensemble mit Trauerhalle und Co. steht.

Eine Bildergalerie finden Sie im Internet auf www.noz.de
Bildtexte:
Auf dem Heger Friedhof steht der schiefe Turm von Osnabrück. Warum sich das Bauwerk immer weiter neigt, weiß aber keiner so genau. Die Stadtverwaltung hat den Turm sicherheitshalber nochmals vermessen lassen.
Seit der letzten Messung hat sich der Turm weiter gesenkt aber nur um wenige Millimeter. Eine Gefahr für Fußgänger besteht bis auf Weiteres nicht.
Fotos:
David Ebener
Autor:
Sebastian Philipp


Anfang der Liste Ende der Liste